Guardiola nimmt nach Aus den VAR in Schutz

Nach dem spektakulären und dramatischen Scheitern in den Viertelfinals zeigt sich der Coach als fairer Verlierer.

Der letzte Akt des Spektakels: Zuerst feiert Pep Guardiola das vermeintliche 5:3 – und wird dann vom VAR ausgebremst. (Video: Teleclub)

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93 Minuten Spektakel sind bereits vergangen, als Coach Pep Guardiola wie von der Tarantel gestochen losrennt, herumhüpft und weit über beide Ohren hinaus strahlt. Er liegt sich mit seinem Co-Trainer Mikel Arteta in den Armen. Auf den Rängen brechen auch die letzten Dämme. 5:3 für Manchester City – nach dem 0:1 aus dem Hinspiel bei Tottenham gleichbedeutend mit dem Halbfinal-Einzug.

Der Druck auf Pep Guardiola war riesig. Endlich sollte es klappen mit dem Titel in der Champions League für die Blauen aus der englischen Industriestadt Manchester. Vor drei Jahren holten die arabischen Investoren den Titelsammler zu den Citizens. Er sollte mit der Millionentruppe den nächsten Schritt machen, die europäische Fussballkrone holen. 2017 war Monaco im Achtelfinal Endstation, letzte Saison Liverpool im Viertelfinal.

Doch auch 2019 sollte es nichts werden mit dem Titel. Während Spieler, Staff und Fans von Manchester City jubeln, langt sich Schiedsrichter Cakir ans Ohr. In Zeiten des Videobeweises (VAR) ein klares Zeichen, der Referee hört etwas auf seinem Kopfhörer. Und so war es auch am Mittwoch in Manchester. Das vermeintliche 5:3 von Sterling wird aberkannt. Offside! Vorbereiter Agüero stand nur Zentimeter zu weit vorne. Dies war nur ein weiteres spektakuläres Kapitel in einer an Dramatik kaum zu überbietenden Partie.

Zwei Mal VAR, zwei Mal gegen City

Es war der zweite VAR-Entscheid der Partie, der für City bitter war. Auch das 4:3 von Tottenham wurde am Bildschirm angeschaut. Ein Handspiel von Torschütze Llorente wurde kontrolliert – doch Referee Cakir sah keinen Regelverstoss und entschied auf Tor. Dabei wurden dem Schiedsrichter nur zwei Perspektiven gezeigt. Bei beiden war kein Vergehen zu erkennen. Dem TV-Zuschauer wurde eine dritte Perspektive gezeigt, darauf sah es nach einer Ballberührung mit dem Unterarm aus. Cakir hat die dritte Perspektive während der Partie nie gesehen.

Nach dem Schlusspfiff war fast ein ganzes Stadion fassungslos. Als sich Coach Guardiola wieder etwas gefangen hatte, musste er den Medien das bittere Ausscheiden erklären. «Es ist hart, es ist grausam.» Man müsse es akzeptieren. Er sei stolz auf die Fans. So eine Atmosphäre habe er in seiner Zeit in Manchester noch nie erlebt, sagt der Spanier weiter. Gewohnte Floskeln an den Pressekonferenzen.

Aber halt. Natürlich war auch der VAR-Einsatz ein Thema. Und Guardiola sagte Erstaunliches: «Ich unterstütze den VAR. Wir wollen fairen Sport.»

Fehlen auch in den letzten Jahren die grossen Titel in Guardiolas Palmares, so machen ihn solche Worte nach einer der wohl bittersten Spielausgänge seiner Karriere gleichwohl zu einem wahrlich grossen Trainer. (tzi)

Erstellt: 18.04.2019, 10:37 Uhr

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