Alle Titelchancen in sieben Tagen verspielt

Real Madrid steckt in der grössten Krise der jüngsten Vergangenheit. Diese ist hausgemacht.

Ein traumhafter Assist und ein wunderbarer Freistoss: Die Highlights der Partie zwischen Real Madrid und Ajax. (Video: Teleclub)

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Cup-Clásico im heimischen Bernabéu: Nach dem 1:1 im Halbfinal-Hinspiel verliert Real Madrid gegen Barcelona das Rückspiel 0:3 und scheidet aus.

Clásico zuhause in der Meisterschaft: Real muss sich Barcelona 0:1 geschlagen geben. Der Rückstand auf den Erzrivalen wächst auf zwölf Punkte an.

Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League im Bernabéu: Die Madrilenen lassen sich von Ajax Amsterdam vorführen und verlieren 1:4. Nach dem 2:1-Sieg im Hinspiel ist das Out Tatsache.

Beim 0:2 für Ajax sieht die Real-Defensive gar nicht gut aus. (Video: Teleclub)

Real Madrid erlebte eine Horror-Woche. Alle Titelchancen in dieser Saison wurden innerhalb von sieben Tagen verspielt. Den Fans reisst der Geduldsfaden immer mehr. «Solari, hau ab», skandierten sie nach der Cuppleite. Sie wollen den Trainer nicht mehr sehen in Madrid. Auch den Präsidenten wünschen sie sich ins Pfefferland. Perez solle abdanken, lauteten die Sprechchöre.

Stars auf dem Abstellgleis

Oftmals heisst es in einer Krise, wenn es nicht läuft, dann läuft es eben nicht. Bei Real so gut wie gar nicht mehr. Toni Kroos ist nach seinem verletzungsbedingten Ausfall erst auf dem Weg zurück. Seine genial hohe Passquote hat der Mittelfeldspieler noch nicht wieder erreicht. In der Offensive sind Isco und Gareth Bale seit längerer Zeit nicht mehr erste Wahl unter Solari. Der Trainer setzt auf Lucas Lucas Vázquez und Vinicius. In der Verteidigung hat Marcelo den Stammplatz an Reals Eigengewächs Sergio Regulion verloren. Solche Personaländerungen brauchen Zeit. Die Abstimmung unter den Spielern muss zuerst funktionieren.

In der Offensive fehlt den Königlichen auch ein richtiger Goalgetter. Cristiano Ronaldos Erfolgshunger war nach diversen Titeln, darunter zuletzt drei Champions-League-Triumphe in Serie, gestillt. Der Knipser, der in einer Saison immer für 50 Tore gut war, suchte sich bei Juventus Turin eine neue Herausforderung. Noch vor ihm verabschiedete sich Trainer Zinédine Zidane bei den Madrilenen wohl aus gleichem Grund.

Der Heimvorteil ist Geschichte

Im heimischen Bernabéu ist Real auch keine Macht mehr. Die Gegner werden nicht wie früher überrumpelt und an eine Wand gespielt. Die Zahlen der letzten vier Heimspiele belegen dies deutlich: Vier Niederlagen, 2:10-Tore. In der Champions League war der Heimvorteil oft ein Mittel, um ein K.o.-Spiel noch zu drehen. Das gelang in der gestrigen Partie auch nicht mehr. So geht die Königsklasse, in der Real seit der Saison 2010/11 immer mindestens den Halbfinal erreicht hat, ohne die Königlichen über die Bühne.

Dass Solari, der in Madrid einen Vertrag bis 2021 besitzt, die Krisensaison als Trainer übersteht, ist undenkbar. Der Name von Ex-Coach José Mourinho geisterte bereits im Dezember in der spanischen Hauptstadt herum. Mourinho und Zidane waren es auch, die mit Real in den letzten Jahren mehrere grosse Titel gewannen. Davon sind die Königlichen, die momentan nur noch Bettler sind, weit entfernt.

Erstellt: 06.03.2019, 11:05 Uhr

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