Hoarau bleibt lässig, Marin eher gestresst

YB legt das 2:2 gegen Belgrad in der Analyse gekonnt für sich aus. Und Marko Marin macht eine Ankündigung.

Das sagen YB-Captain Fabian Lustenberger und Berner Protagonisten nach dem 2:2 gegen Roter Stern Belgrad. (Video: Eva Tedesco)

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Unterschiedlicher könnten sie nicht sein. Allein die schiere Grösse, 1,92m sind es bei Guillaume Hoarau, 1,70m bei Marko Marin. Nicht weit stehen die beiden am späten Donnerstagabend beisammen, die grosse Show ist vorbei, YB und Roter Stern Belgrad haben sich in einer packenden Partie 2:2 getrennt. Hoarau hat getroffen, ist mit seinem Penalty-Tor drei Minuten nach seiner Einwechslung zum 2:2-Schlussresultat einmal mehr der gefeierte Held. Lässig lehnt er an der Abschrankung, streckt sich und sagt: «Wir treffen in jedem Spiel, das wissen wir.» Und eben, neben, aber auch ein bisschen unter ihm steht Marin, ein wenig zerknirscht gibt er sich, sein Versuch in der zweiten Halbzeit wurde von YB-Verteidiger Fabian Lustenberger auf der Linie geblockt. Marin sagt: «Wir kommen zu Hause weiter, da bin ich mir ziemlich sicher.»

Jeder legt sich dieses 2:2 ein bisschen für sich aus. Das liegt zum einen in der Natur eines Unentschiedens, das ist an diesem Abend aber auch schon die psychologische Aufbereitung fürs Rückspiel am Dienstag in Belgrad. YB hat gegen Roter Stern überzeugt und gerade zu Beginn mutig angegriffen, YB hat aber auch vermeidbare Fehler begangen, und den Gegner eingeladen, zurück ins Spiel zu finden.

«Wir haben uns nicht richtig belohnt»

«Ich bin stolz auf die Energie, die wir aufbringen konnten», sagt Michel Aebischer, beim Sturm-und-Drang-Start von YB mit der beste Berner. «Wir haben uns leider nicht richtig belohnt für eine gute Leistung», sagt Goalie David von Ballmoos, der zweimal hinter sich greifen musste, dafür gar nicht einmal so viel vor sich aufräumen musste.

Noch vor zwei Jahren wäre man bei YB im Europacup in einer solchen Ausgangslage mit bescheidenen Hoffnungen ins Rückspiel gestiegen. Klar, es gab 2010 die 1:0-Sensation bei Fenerbahce Istanbul. Doch es gab eben auch viele Rückschläge: Tottenham, Monaco, Moskau. Bis zum 28. August 2018 und dem 2:1-Sieg in Zagreb bei Dinamo. 1:1 ging vor einem Jahr das Hinspiel in Bern aus, das Auswärtstor der Kroaten wurde den Bernern als schier unüberwindbare Hypothek angelastet. In Zagreb traf Hoarau, erst per Penalty, dann per Kopf.

YB-Flügel Christian Fassnacht nach dem 2:2. (Video: Eva Tedesco)

Und dieser Hoarau steht noch immer in Bern in der Interviewzone, klar, er will jetzt nach Hause, aber er bleibt lässig. Er ist mal wieder die grosse Hoffnung der YB-Fangemeinde, drei Wochen lang war er verletzt, gegen Belgrad durfte man nicht unbedingt mit der Rückkehr des Franzosen rechnen. Dann kommt er ins Spiel, eine Viertelstunde vor Schluss. Denn Ball hat er kaum je berührt, als er zum Penalty antritt. Wann er seinen letzten Elfmeter verschossen habe? «Kann ich mich nicht erinnern», sagt er und zwinkert. Es war im Mai 2018, in der Super League gegen Lugano.

Und Marin? Er will schon weg, wird noch einmal gefragt, was YB denn nun in Belgrad erwarte. «Das werdet ihr sehen», sagt er. Doch zwinkern tut er nicht.


Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast

Die Sendung ist zu hören auf Spotify, bei Apple Podcasts oder direkt hier: (mrm)

Erstellt: 22.08.2019, 07:17 Uhr

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