Mit Shaqiris Hilfe zum «Wunder von Anfield»

Der Schweizer profitierte von prominenten Verletzten und stand beim 4:0-Wahnsinn gegen Barcelona in Liverpools Startelf. Er zeigte zwei Gesichter.

Was für ein Spektakel: Der FC Liverpool schafft gegen Barcelona die Sensation und zieht in den Champions-League-Final ein. (Video: Teleclub)

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Manche nennen in Kraftwürfel, andere Alpen-Messi, XS oder Zauberzwerg. Aber Xherdan Shaqiri hört wohl am liebsten «Champions-League-Sieger». 2013 holte er mit Bayern München die Krone des europäischen Clubfussballs. Den 2:1-Finalsieg gegen Dortmund im Wembley sah er allerdings von der Bank aus. Damals kam er in der K.-o.-Phase nur auf zwei Einsatzminuten: eine Minute im Viertelfinal-Hinspiel gegen Juventus Turin (2:0) und eine im Halbfinal-Hinspiel gegen Barcelona (4:0).

Und am Dienstag, 2205 Tage später, kam Shaqiri wieder in einem Halbfinal der Königsklasse zum Zug. Bei Liverpool fehlte Stammpersonal: Roberto Firmino und Mohamed Salah fehlten verletzt. Coach Jürgen Klopp schenkte dem Schweizer das Vertrauen. Und das sollte etwas heissen, denn Liverpool benötigte im Rückspiel in Anfield gegen Barcelona ein Wunder. Das 0:3 aus dem Hinspiel war eine grosse Hypothek.

Doch Wunder geschehen – vor allem in Anfield. So hatte es Reds-Verteidiger Trent Alexander-Arnold vor dem Spiel prophezeit. Uns so kam es auch. Der junge Verteidiger war an der Sensation direkt beteiligt. Sein Corner führte zum 4:0.

Video: Shaqiris Nicht-Eckball zum Sieg

Der Schweizer läuft zur Eckfahne, doch Alexander-Arnold führt den Corner blitzschnell selber aus und überrumpelt die Barca-Abwehr. Video: SRF

Shaqiris Assist zum 3:0

Der Schweizer zeigte in der ersten Halbzeit eine durchwachsene Leistung, die mangelnde Spielpraxis und die Nervosität waren ihm deutlich anzumerken. Einfache Kurzpässe verfehlten mehrmals ihr Ziel. Seine Fehlpässe waren mehr als ein Mal Auslöser für gefährliche Konter des Gegners. Dennoch liess ihn Coach Jürgen Klopp auch in Halbzeit 2 auf dem Feld.

Der Schweizer dankte es mit dem Assist zum 3:0. Von links bediente er Doppeltorschütze Georgino Wijnaldum mustergültig. Generell war die Leistung des ehemaligen FCB-Spielers in der zweiten Hälfte deutlich besser. Und dennoch erlebte der 27-Jährige den Moment der Ekstase in Anfield nicht auf dem Platz. Kurz vor dem Ende wurde er für Daniel Sturridge ausgewechselt.

Nur selten darf Shaqiri durchspielen

Ein Champions-League-Einsatz über die volle Spieldauer ist dem 27-Jährigen ganz selten vergönnt – seit seinem Weggang vom FC Basel 2012 ist es nur ein einziges Mal: beim 4:1-Sieg der Bayern gegen Borissow im Dezember 2012.

Shaqiri kam in der laufenden Saison zuvor nur auf gesamthaft 86 Champions-League-Minuten. Er wurde in der Gruppenphase zweimal gegen Paris Saint-Germain in der Schlussphase eingewechselt, beim 4:0-Heimsieg gegen Belgrad stand er in der Startformation und wurde ausgewechselt. Diese Statistik hat der Nationalspieler deutlich aufgebessert. (tzi)

Erstellt: 08.05.2019, 00:59 Uhr

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