Zum Hauptinhalt springen

Peinliche VAR-Panne auf Schalke

Beim 2:3 von Schalke gegen City tappt der Schiedsrichter im Dunkeln.

Ein unglaublicher Abend in Gelsenkirchen: Schalke führt 2:1, spielt mit einem Mann mehr – und verliert am Ende doch 2:3.

Zwei Minuten und vierzig Sekunden warten, bis feststeht, dass es einen Penalty gibt? So war das sicher nicht gedacht, als der europäische Verband Uefa den Videoschiedsrichter ein halbes Jahr früher als geplant in der Champions League einführte. Und doch mussten Spieler und Fans bei der Partie zwischen Schalke 04 und Manchester City fast drei Minuten warten, bis der Elfmeter vor dem 1:1 gegeben wurde.

Der Grund ist ziemlich peinlich für das Milliardenunternehmen Uefa: Schiedsrichter Carlos del Cerro sah am Spielfeldrand keine Bilder. Eine technische Panne verhinderte, dass der Spanier sich selbst anschauen konnte, wo der Schuss des Schalkers Daniel Caligiuri gelandet war. Und das ausgerechnet in einem deutschen Stadion, wo der VAR schon seit mehr als einem Jahr im Einsatz ist.

Die Zuschauer zu Hause und der Videoassistent sahen, wie der Ball an den Arm von Nicolas Otamendi klatschte. Aber auch, dass der City-Verteidiger scheinbar noch versuchte, seinen Arm hinter den Körper zu bekommen.

Penalty oder nicht? Caligiuris Schuss geht Otamendi an den Arm, der Videoassistent entscheidet auf Elfmeter. (Bilder: Teleclub)

Del Cerro entschied spontan auf Eckball für Schalke, erhielt aber schnell einen Anruf seines Videoassistenten. Was darauf folgte, war ein Stresstest für den Schiedsrichter. Hier die Schalker, die vehement einen Elfmeter forderten. Dort die Mancunians, die del Cerro dazu drängten, mit einem Corner weiterzuspielen. Im Ohr der Videoassistent mit seiner Sicht der Dinge. Und am Spielfeldrand ein Bildschirm, der ihm keine Bilder liefern konnte.

So verliess sich del Cerro am Ende auf die Einschätzung des Assistenten vor den Videoschirmen – und gab Elfmeter plus die daraufhin zwingende Gelbe Karte. Diese wiederum sorgte dafür, dass Otamendi nach einem Foul in der 68. Minute mit Gelb-Rot vom Feld gestellt wurde.

Und damit war der VAR-Abend auf Schalke noch nicht beendet. Noch vor der Pause kam der nächste Einsatz des VAR: Salif Sane wird im Strafraum von Fernandinho umgerissen, del Cerro entscheidet sofort auf Penalty. Und er wird danach vom VAR-System bestätigt. Obwohl Sane vor dem Foul knapp im Abseits gestartet war.

Der zweite VAR-Penalty auf Schalke. Fernandinho reisst Sane um, der steht möglicherweise ultraknapp im Offside. (Bilder: Teleclub)

Möglich, dass Pep Guardiola durch die unglaubliche Wendung des Spiels vom 1:2 zum 3:2 aus Sicht seines Teams milder gestimmt wurde. Jedenfalls sagte der Trainer von Manchester nach dem Spiel: «Das erste war ein Elfmeter, das zweite auch. Ich bin ein grosser Fan des VAR.»

Und tatsächlich gab es an diesem Mittwoch im zweiten Spiel des Abends zwischen Atlético Madrid und Juventus Turin mehrere Beweise, wie wertvoll der Videoassistent sein kann. Erst zeigt Schiedsrichter Felix Zwayer in der 28. Minute auf den Elfmeterpunkt, nachdem Mattia De Sciglio den Madrilenen Diego Costa an der Hacke getroffen hat. Doch dann erhält er via Funk den Hinweis, dass das Foul ausserhalb des Sechzehners vorgefallen sei. Richtigerweise gibt er statt Penalty nur Freistoss.

Und dann kommt die wahrscheinlich schönste VAR-Einstellung des Abends: In der 70. Minute erzielt Alvaro Morata das vermeintliche 1:0 für Atlético. Wieder meldet sich der Videoassistent. Und wieder hat er recht: Morata stösst Giorgio Chiellini in den Rücken, bevor er mit dem Kopf trifft.

Morata stösst seinen Gegner in den Rücken, das Tor des Stürmers von Atlético wird aberkannt. (Bilder: SRF)

Nicht auszumalen, was in Turin los gewesen wäre, hätte die Uefa den VAR nicht vorzeitig auf die Achtelfinals der Champions League eingeführt. Jetzt müssen keine Verschwörungstheorien gewälzt werden. Dafür kann sich Juve ganz darauf konzentrieren, wie der 0:2-Rückstand im Rückspiel aufgeholt werden soll.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch