Triste Erinnerungen an einen feigen Anschlag

Borussia Dortmund gegen Monaco ist kein normales Spiel. Das letzte Duell der beiden wurde von einem Bombenanschlag überschattet.

Lucien Favre vor dem Spiel gegen Monaco: Der Schweizer Trainer will von einer Krise des Gegners nichts wissen. (Video: Teleclub)

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Am 11. April 2017 hielt die Fussballwelt den Atem an. Der Bombenanschlag auf den Dortmunder Mannschaftsbus vor dem Viertelfinal-Hinspiel gegen Monaco sorgte für Fassungslosigkeit. Nun trifft der BVB wieder auf das Team aus dem Fürstentum an der Côte d’Azur – und kämpft gegen die Erinnerungen an.

Für den inzwischen zurückgetretenen Roman Weidenfeller war es der «schlimmste Tag» der Vereinsgeschichte. «Dieser hinterhältige Bombenanschlag hat den ganzen Club verändert.» Für Vereinschef Hans-Joachim Watzke war es die «schwierigste Situation der vergangenen Jahrzehnte».

Der Bus der Dortmunder war bei der Abfahrt zur Partie von drei Splitterbomben getroffen worden. Nur mit viel Glück entgingen Torhüter Roman Bürki und die meisten seiner Mitspieler schweren Verletzungen, als Metallbolzen nach der Detonation der Sprengsätze einige Scheiben zerschlugen. Das angebliche Motiv des mutmasslichen Täters, der viel Geld auf einen durch den Anschlag verursachten Kursverlust der BVB-Aktie gesetzt haben soll, machte die Tat zu einem beispiellosen Verbrechen der deutschen Kriminalgeschichte.

Monaco in der Krise

«Diese Sache ist für mich abgeschlossen», sagte Bürki vor dem neuerlichen Duell mit den Monegassen. «Natürlich ist es ein besonderes Spiel – weil es ein Champions-League-Spiel ist.» Ähnlich sieht es Verteidiger Manuel Akanji, der beim Anschlag noch nicht beim BVB unter Vertrag stand. Für den Verteidiger steht am Mittwoch der Fussball im Vordergrund, das Duell ist im Kampf um den Einzug in die K.-o.-Phase wegweisend. Während Dortmund dank elf Toren in zwei Spielen Fahrt aufgenommen hat, unter Lucien Favre noch ungeschlagen ist und an der Tabellenspitze der Bundesliga steht, befindet sich Monaco mit Torhüter Diego Benaglio in der Krise.

Der französischen Meister von 2017 ist in der Meisterschaft auf Platz 18 abgesackt, die Auftaktpartie in der Champions League gegen Atlético Madrid ging 1:2 verloren. «Monaco bleibt eine sehr starke Mannschaft, oft hat nur wenig gefehlt», sagte Favre. Bei seinem jungen Team, das zum Auftakt der Königsklasse in Brügge 1:0 siegte, sieht der Waadtländer technisch und taktisch noch viel Entwicklungspotenzial. «Wir müssen ein noch besseres Gleichgewicht finden.»

Topspiele im Wembley und in Neapel

Wie Monaco befindet sich auch Tottenham Hotspur unter Zugzwang. Die Londoner empfangen in der Gruppe C nach der 1:2-Niederlage zum Auftakt gegen Inter zu Hause den FC Barcelona. Die Katalanen verbinden schöne Erinnerungen an das Wembley-Stadion: 2011 gewannen sie dank einem Finalsieg gegen Manchester United ihren bislang vorletzten Champions-League-Titel.

In der zweiten Spitzenpartie des Abends trifft Napoli auf Liverpool mit Xherdan Shaqiri. Während die Italiener mit einem 0:0 in Belgrad starteten, siegten die «Reds» zum Auftakt gegen Paris Saint-Germain dank einem Treffer von Roberto Firmino in der Nachspielzeit 3:2. (red/sda)

Erstellt: 03.10.2018, 17:38 Uhr

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