Brechers Bock läutet FCZ-Niederlage ein

Der SSC Napoli ist im Sechzehntelfinal-Hinspiel der Europa League für den FCZ eine ganze Nummer zu gross.

Dieser Brecher-Patzer bringt den FCZ auf die Verliererstrasse. (Quelle: SRF)

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Der abgeklärte Tabellenzweite der Serie A war eine Nummer zu gross für einen defensiv anfälligen FCZ. Der Schweizer Cupsieger verbrachte die meiste Zeit damit, dem Ball hinterher zu rennen. Zu spät kam er besser ins Spiel, auch weil er sich schon früh selber verschuldet ein Handicap eingehandelt hatte. Nach etwa mehr als elf Minuten unterlief Goalie Yanick Brecher ein Fehler, von dem Lorenzo Insigne profitierte. Zehn Minuten später führte der erste rasch ausgetragene Angriff der Süditaliener zum 2:0 durch José Callejon. Erst nach dem 0:3, in der 83. Minute, gelang noch der Ehrentreffer durch einen von Benjamin Kololli verwandelten Handspenalty.

Kololli verwandelt frech vom Elfmeterpunkt. (Quelle: SRF)

Schon nach 21 Minuten war damit der ganze Plan von FCZ-Trainer Ludovic Magnin mehr oder weniger dahin. Nie konnten die Zürcher mit ihrer Leidenschaft punkten, die die spielerische Überlegenheit der Süditaliener hätte ausgleichen sollen. Mit durch die Gegentreffer früh angeschlagener Moral wirkte der letzte im Europacup verbliebene Schweizer Klub hilflos. Ohne an die Grenzen zu gehen, kontrollierte der Zweite der Serie A die Partei, spielte sich ansehnlich die Bälle zu und hielt sich den Gegner vom Leib. Erst in der Schlussphase ging bei den Italienern etwas die Konzentration verloren.

Brechers fataler Aussetzer

Seit Mitte Dezember hatten die Neapolitaner auswärts kein Tor mehr erzielt. Doch die Einladung von Andreas Maxsö und Brecher konnten sie nicht ausschlagen. Der Goalie spielte einen Abstoss zum Dänen, dieser wieder zurück zu Brecher, dem die Ballannahme misslang. Arkadiusz Milik holte sich den Ball und musste nur noch den freistehenden Insigne anspielen. Der für Marek Hamsik zum Captain beförderte gebürtige Neapolitaner erzielte seinen 14. Europacup-Treffer ins leere Tor.

Der perfekte Match, den Magnin als Voraussetzung für ein gutes Resultat angesehen hatte, war damit schon früh nicht mehr möglich. Vielleicht fand der FCZ deshalb den Tritt nicht mehr, mit vielen Fehlpässen machte er den selbstsicheren Gästen das Leben leicht. Die Zweikämpfe, die er suchte, fand er nicht. Napoli liess den Ball geschickt zirkulieren, die Zürcher waren immer wieder zu weit von ihren Gegenspielern entfernt.

FCZ zu harmlos

Dass Napoli nach dem 0:1 nur noch einmal traf, war der Verspieltheit von Insigne und Co. sowie Brecher zu verdanken, der nach seinem Lapsus hielt, was es zu halten gab. Die Hoffnung flammte in den Reihen des FCZ nie mehr auf. Zu deutlich waren die Kräfteverhältnisse. Bloss auf den Rängen des mit 24'000 Zuschauern ausverkauften Letzigrund verlief das Duell zwischen der heimischen Südkurve und dem Gästesektor mit den vielen von weit und weniger weit angereisten Anhängern von Napoli ausgeglichen.

Callejon erzielt das 2:0 für Napoli. (Quelle: SRF)

Der FC Zürich war zwar nach der Pause etwas aktiver, mehr im Ballbesitz als zuvor, aber ernst zu nehmende Torchancen gab es erst, als das Verdikt schon gefallen war. Als es schon 0:3 stand, schoss Antonio Marchesano aus guter Position übers Tor, in der Nachspielzeit traf Hekuran Kryeziu nur die Torumrandung.

Grosse Hypothek für das Rückspiel

Die Südkurve sang trotzdem ununterbrochen, die von ihr mit Transparent vor dem Match geforderte magische Nacht blieb aber aus. Etwas Zauber strahlte nur Napoli aus, als es beflügelt vom klaren Resultat und der nahezu perfekten Ausgangslage fürs Rückspiel, die schönen Kombinationen suchte und zum Teil auch produzierte. Piotr Zielinski erzielt mit seiner Einzelaktion das 3:0, ehe Napoli die Bühne für die letzten Minute dem FC Zürich überliess.

Das 3:0 von Zielinski im Video. (Quelle: SRF)

Der Traum vom ersten Achtelfinal ist nach dem 1:3 schon vor dem Rückspiel am kommenden Donnerstag ausgeträumt. Napoli hat in dieser Saison daheim noch nie verloren und müsste nach dem Gezeigten im Letzigrund das zweite Duell auf die sehr leichte Schulter nehmen, um diesen Vorteil noch zu verspielen.

Zürich - Napoli 1:3 (0:2)
24'000 Zuschauer (ausverkauft). - SR Mazic (SRB).
Tore: 12. Insigne 0:1. 21. Callejon 0:2. 77. Zielinski 0:3. 83. Kololli (Handspenalty) 1:3. Zürich: Brecher; Nef, Bangura, Maxsö; Untersee, Domgjoni (46. Marchesano), Hekuran Kryeziu, Charabadse; Winter (67. Ceesay), Odey (80. Khelifi), Kololli.
Napoli: Meret; Malcuit, Maksimovic, Koulibaly, Ghoulam (76. Luperto); Callejon, Allan (60. Diawara), Fabian Ruiz, Zielinski; Insigne (68. Ounas), Milik.
Bemerkungen: Zürich ohne Omeragic, Sauter, Pa Modou, Aliu, Rüegg (alle verletzt) und Sertic (nicht spielberechtigt). Napoli ohne Mario Rui, Verdi, Younes, Albiol (alle verletzt) und Hamsik (Transfer nach China). 92. Lattenschuss von Hekuran Kryeziu. Verwarnungen: 24. Untersee (Foul). 60. Hekuran Kryeziu (Foul). 80. Diawara (Foul). 93. Nef (Foul).

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