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Schweizer Clubs haben im Exil schon Sternstunden erlebt

Der FC Lugano muss seine Heimspiele in St. Gallen austragen. Seit dem Jahr 2000 haben Schweizer Clubs 23 Europacup-Heimspiele in einer anderen Stadt ausgetragen.

Florian Raz
Eine Sternstunde des FC St. Gallen findet in Zürich statt: Die Ostschweizer sehen sich ausser Stande, das Espenmoos auf Vordermann zu bringen. Dafür schlagen sie das grosse Chelsea mit Gianfranco Zola 2:0 und kommen im Uefa-Cup eine Runde weiter. Zuvor haben die St. Galler mit Goalie Jörg Stiel und dem Zehner Ionel Gane in der Qualifikation zur Champions League ebenfalls im Hardturm 1:2 verloren. Das Aus im Uefa-Cup kommt in Runde 2 mit einem 1:1 daheim, wobei das entscheidende Gegentor in der 92. Minute fällt.
Eine Sternstunde des FC St. Gallen findet in Zürich statt: Die Ostschweizer sehen sich ausser Stande, das Espenmoos auf Vordermann zu bringen. Dafür schlagen sie das grosse Chelsea mit Gianfranco Zola 2:0 und kommen im Uefa-Cup eine Runde weiter. Zuvor haben die St. Galler mit Goalie Jörg Stiel und dem Zehner Ionel Gane in der Qualifikation zur Champions League ebenfalls im Hardturm 1:2 verloren. Das Aus im Uefa-Cup kommt in Runde 2 mit einem 1:1 daheim, wobei das entscheidende Gegentor in der 92. Minute fällt.
Keystone
Wieder spielt St. Gallen im Uefa-Cup in Zürich, wieder klappt es im ersten Spiel gut. Steaua Bukarest wird 2:1 geschlagen. Danach aber das böse Erwachen gegen den SC Freiburg: Einem 1:0-Auswärtssieg folgt eine 1:4-Heimniederlage. Die Freiburger Levan Tskitshvili (l.) und Alexander Iashvili (r.) jubeln.
Wieder spielt St. Gallen im Uefa-Cup in Zürich, wieder klappt es im ersten Spiel gut. Steaua Bukarest wird 2:1 geschlagen. Danach aber das böse Erwachen gegen den SC Freiburg: Einem 1:0-Auswärtssieg folgt eine 1:4-Heimniederlage. Die Freiburger Levan Tskitshvili (l.) und Alexander Iashvili (r.) jubeln.
Keystone
Jetzt sind es die Berner, deren neues Stadion im Bau ist. In der Qualifikation zur Champions League ist das 2:2 gegen Roter Stern Belgrad ist der erste Schritt in Aus.
Jetzt sind es die Berner, deren neues Stadion im Bau ist. In der Qualifikation zur Champions League ist das 2:2 gegen Roter Stern Belgrad ist der erste Schritt in Aus.
Keystone
Virgile Reset (l.) setzt Ahmed Madouni unter Druck, und der FC Sion schlägt sich gegen den Bundesligisten Bayer Leverkusen wacker. 0:0 endet das Hinspiel, Sion scheidet im Rückspiel aus. Eine Runde davor haben die Walliser die Österreicher von Ried im Genfer Exil 1:0 geschlagen.
Virgile Reset (l.) setzt Ahmed Madouni unter Druck, und der FC Sion schlägt sich gegen den Bundesligisten Bayer Leverkusen wacker. 0:0 endet das Hinspiel, Sion scheidet im Rückspiel aus. Eine Runde davor haben die Walliser die Österreicher von Ried im Genfer Exil 1:0 geschlagen.
Keystone
Kaum steht in St. Gallen das neue Stadion, kommen die Grasshoppers als Gast vorbei. Der Hardturm ist abgerissen, im Letzigrund sind die Leichtathleten von Weltklasse Zürich. Freude am 0:0 gegen Lech Posen haben nur die polnischen Fans, das Hinspiel hat GC 0:6 verloren.
Kaum steht in St. Gallen das neue Stadion, kommen die Grasshoppers als Gast vorbei. Der Hardturm ist abgerissen, im Letzigrund sind die Leichtathleten von Weltklasse Zürich. Freude am 0:0 gegen Lech Posen haben nur die polnischen Fans, das Hinspiel hat GC 0:6 verloren.
Keystone
Wahrscheinlich muss es so sein: Nachdem der FC St. Gallen seinen europäischen Höhepunkt in Zürich gefeiert hat, muss der FCZ nach St. Gallen, um sein grösstes Ziel zu erreichen. Die Zürcher erreichen mit einem 2:1 gegen Ventspils die Gruppenphase der Champions League.
Wahrscheinlich muss es so sein: Nachdem der FC St. Gallen seinen europäischen Höhepunkt in Zürich gefeiert hat, muss der FCZ nach St. Gallen, um sein grösstes Ziel zu erreichen. Die Zürcher erreichen mit einem 2:1 gegen Ventspils die Gruppenphase der Champions League.
Keystone
Welstart Roberto Carlos kommt mit Fenerbahçe nach Genf. Der FC Sion verliert 0:2 und scheidet aus der Europa League aus.
Welstart Roberto Carlos kommt mit Fenerbahçe nach Genf. Der FC Sion verliert 0:2 und scheidet aus der Europa League aus.
Keystone
Wieder ein Club, dessen neues Stadion sich im Bau befindet. Der FC Luzern reist in den Letzigrund, verliert gegen Utrecht 1:3 und verabschiedet sich frühstmöglich aus der Europa League.
Wieder ein Club, dessen neues Stadion sich im Bau befindet. Der FC Luzern reist in den Letzigrund, verliert gegen Utrecht 1:3 und verabschiedet sich frühstmöglich aus der Europa League.
Keystone
Kein Wunder, fordern die GC-Fans ein neues Hardturm-Stadion. Wieder müssen sie nach Osten reisen. Diesmal ist nicht nur Weltklasse Zürich Schuld, es finden auch noch die Leichtathletik-Europameisterschaften statt. GC verliert gegen Brügge 1:2.
Kein Wunder, fordern die GC-Fans ein neues Hardturm-Stadion. Wieder müssen sie nach Osten reisen. Diesmal ist nicht nur Weltklasse Zürich Schuld, es finden auch noch die Leichtathletik-Europameisterschaften statt. GC verliert gegen Brügge 1:2.
Keystone
Leichtathletik-EM, und Weltklasse vertreiben auch den FCZ in die Ostschweiz. Ein 1:1 gegen Sparta Trnava aus der Slowakei reicht, um in der Qualifikation zur Europa League weiter zu kommen.
Leichtathletik-EM, und Weltklasse vertreiben auch den FCZ in die Ostschweiz. Ein 1:1 gegen Sparta Trnava aus der Slowakei reicht, um in der Qualifikation zur Europa League weiter zu kommen.
Keystone
Diesmal trägt Bruce Springsteen Schuld. Der Boss hat ein Konzert im Letzigrund, das im Gegensatz zum GC-Spiel in St. Gallen ausverkauft ist. Die Leere auf dem Bild täuscht nicht: Bloss 2330 kommen, um GC gegen Apollon Limassol zu sehen. Immerhin gewinnen die Zürcher 2:1 und setzen sich dank eines 3:3 im Rückspiel in der Qualifikation zur Europa League durch.
Diesmal trägt Bruce Springsteen Schuld. Der Boss hat ein Konzert im Letzigrund, das im Gegensatz zum GC-Spiel in St. Gallen ausverkauft ist. Die Leere auf dem Bild täuscht nicht: Bloss 2330 kommen, um GC gegen Apollon Limassol zu sehen. Immerhin gewinnen die Zürcher 2:1 und setzen sich dank eines 3:3 im Rückspiel in der Qualifikation zur Europa League durch.
Keystone
0:3 haben die Sittener das Hinspiel bei Sudova Marijampole in Litauen verloren. Nach dieser Peinlichkeit bleibt das Genfer Stadion praktisch leer. 410 Zuschauer werden vermeldet. Dass der Anpfiff auf 18 Uhr angesetzt worden ist, hilft sicher auch nicht. Das Spiel endet 1:1, Sion ist raus aus der Europa League. Im Tourbillon kann nicht gespielt werden, weil dort ein Antifrost-System in den Rasen eingebaut wird.
0:3 haben die Sittener das Hinspiel bei Sudova Marijampole in Litauen verloren. Nach dieser Peinlichkeit bleibt das Genfer Stadion praktisch leer. 410 Zuschauer werden vermeldet. Dass der Anpfiff auf 18 Uhr angesetzt worden ist, hilft sicher auch nicht. Das Spiel endet 1:1, Sion ist raus aus der Europa League. Im Tourbillon kann nicht gespielt werden, weil dort ein Antifrost-System in den Rasen eingebaut wird.
Keystone
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Manchmal ist es ein Superstar wie Bruce Springsteen. Oft ist es ein Stadion, das sich gerade im Bau befindet. Und immer wieder sind es die Leichtathleten, die die Schweizer Fussballer in fremde Städte treiben.

Wenn der FC Lugano heute Dynamo Kiew in St. Gallen begrüsst statt in seiner Heimatstadt, ist er längst keine Ausnahme. Seit dem Jahr 2000 gab es 23 Europacup-Partien, in denen ein Schweizer Team sein Heimspiel fern der Heimat austragen musste.

Und es sind sogar richtige Sternstunden des Schweizer Fussballs darunter. Grossartig war die Stimmung im Jahr 2000 im Hardturm. Der FC St. Gallen unter Trainer Marcel Koller empfing das grosse Chelsea mit Gianfranco Zola und Roberto di Matteo im Mittelfeld.

Nach einer 0:1-Niederlage in London waren die Hoffnungen zumindest nicht ganz geknickt. Aber was dann folgte, übertraf die wildesten Hoffnungen. Sascha Müller und Fan-Liebling Charles Amoah brachten die St. Galler bis zur 35. Minute 2:0 in Führung. Daran änderte sich bis zum Schluss nichts. Der Hardturm, dieses wunderbar enge Fussballstadion, barst fast ob der Energie der Ostschweizer Fans. Es ist bis heute der grösste internationale Erfolg des 1879 gegründeten Clubs.

Sowieso, der Hardturm, er war der beliebteste Ausweichort in der Schweiz, bevor er 2007 als baufällig deklariert wurde. Auch Basel und die Young Boys schauten vorbei, während ihre modernen Stadien noch im Bau waren.

Seit seiner Fertigstellung 2008 hat das Stadion in St. Gallen die Rolle des Hardturms übernommen. Es ist eng gebaut, nicht all zu gross, mit Naturrasen ausgestattet – und offenbar günstiger zu mieten als andere Stadien.

Leichtathleten schicken Fussballer nach St. Gallen

Vor allem liegt das St. Galler Stadion nahe genug an Zürich. Seit der Hardturm Geschichte ist, müssen die Grasshoppers und der FC Zürich immer wieder anderen Veranstaltern weichen, die den Letzigrund für sich beanspruchen. Besonders oft sind es die Leichtathleten mit Weltklasse Zürich, Europa- und Weltmeisterschaften.

So hat der FCZ, sozusagen in ausgleichender Gerechtigkeit, sein grösstes Ziel in St. Gallen erreicht: Mit einem 2:1 gegen die Letten aus Ventspils spielten sich die Zürcher 2009 ihr erstes und bislang letztes Mal in die Gruppenphase der Champions League.

Heimvorteil – oder kein Heimvorteil?

Die Frage, ob der Heimvorteil durch den Stadtwechsel verloren geht, kann nicht beantwortet werden. Da sind St. Gallen und der FCZ, die Sternstunden in fremden Heimstadien erlebten. Und da sind Partien wie jene des FC Sion, der sich im Stade de Genève mit dem Aus gegen die Letten von Marijampole blamierte. Und das vor gerade mal 410 entgeisterten Zuschauern.

In der Bilanz sind die Heimsiege leicht vor den Niederlagen.

Dass der FC Lugano seine Europa League in St. Gallen spielt und nicht mehr in Luzern wie 2017, hat jedenfalls nichts damit zu tun, dass sich die Tessiner in der Swissporarena unwohl gefühlt hätten. Ihnen war schlicht der Mietpreis in Luzern zu hoch.

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Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast

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