Historischer Sieg für den FCZ

Der FC Zürich behält seine weisse Weste in der Europa League und schlägt auch Bayer Leverkusen. Damit sieht nun alles nach einem Weiterkommen aus.

Der 3:2-Siegtreffer von Odey in der 78. Minute. (Video: SRF)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Auf dem Weg zum ersten Sieg des FCZ gegen einen Bundesligisten lief längst nicht alles im Sinne der Zürcher. Doch sie trotzten allen Widrigkeiten und überwanden einen Doppelschlag der Leverkusener kurz nach der Pause durch Karim Bellarabi (50. und 53.), der aus dem 0:1 wie aus dem Nichts heraus ein 2:1 gemacht hatte. Toni Domgjoni glich schon bald aus, und Stephen Odey belohnte die nie nachlassenden Bemühungen der Gastgeber in der 78. Minute mit dem 3:2-Siegtreffer.

Der FC Zürich hat in der Gruppe A nun acht Punkte Reserve auf den 3. Platz. Bereits in zwei Wochen in Leverkusen könnte die Qualifikation für die K.o.-Runde perfekt sein, zu nehmen ist sie den Zürchern ohnehin kaum mehr. Seit Wochen, seit dem 0:1 in Lugano am 1. September, ist der FC Zürich ungeschlagen. Er hat sich seither viel Selbstvertrauen und spielerische Sicherheit angeeignet. Gegen den Bundesligisten war der Schweizer Cupsieger fast über die gesamte Partie bemerkenswert abgeklärt.

1:0 vor der Pause war überfällig

45 Minuten lang war der FCZ deutlich überlegen, geriet nie unter Druck, gestand Leverkusen nicht eine gefährliche Torchance zu und hatte selber viele gefährliche Aktionen. Er hielt den Gegner ohne sichtliche Mühe aus der gefährlichen Zone heraus und lancierte selber seine Angriffe mit Überzeugung. Das 1:0 von Marchesano Sekunden vor der Pause nach einem starken Vorstoss von Kevin Rüegg war überfällig, derart dominant traten die Gastgeber an.

Der verdiente Führungstreffer von Marchesano. (Video: SRF)

Die Zürcher hatten vor dem 1:0 Leverkusen wiederholt mit raschen Kombinationen überfordert. Toni Domgjoni (3.) und Stephen Odey (27.) tauchten alleine vor Lukas Hradecky auf, scheiterten aber im Duell mit dem finnischen Nationalkeeper. In der 36. Minute traf Andreas Maxsö nach einem Eckball nur den Pfosten, wenige Minuten nachdem der Schiedsrichter über ein Foul des Leverkusener Aussenverteidigers Tin Jedvaj als letzter Verteidiger hinweggesehen hatte. Der Platzverweis wäre zwingend gewesen.

Odey wird doch noch zum Matchwinner

Die Mannschaft von Ludovic Magnin liess sich durch nichts aus der Fassung bringen, nicht durch verpasste Torchancen und auch nicht durch den Doppelschlag von Bellarabi. So brutal die Wende zustande kam, so rasch fing sich der FCZ wieder. Und er kam nicht mehr von seiner Linie ab. Auch nach dem 2:2 machte er Druck, suchte den Siegtreffer und fand ihn in der 78. Minute: Pa Modou spielte Odey perfekt an, der nach einigen verpassten Möglichkeiten doch noch zum Matchwinner wurde.

Domgjonis schnelle Antwort auf die Führung. (Video: SRF)

Das in der Bundesliga kriselnde Leverkusen - mit acht Punkten aus acht Spielen nur 13. - machte es dem FCZ nach der Pause nicht mehr leicht. Trainer Heiko Herrlich zeigte mit zwei Auswechslungen zur Pause wie wenig ihm die Leistung in der ersten Halbzeit gefallen hatte. Seine Spieler waren danach kämpferisch eine Klasse besser als zuvor und wurden im Gegensatz zu den Zürchern sofort für ihre Bemühungen und dem erhöhten Engagement belohnt. Nach Bellarabis zwei erfolgreichen Schüssen aus ähnlicher Position war Leverkusen aber nur noch selten gefährlich. Einmal noch stockte den Zürcher Fans unter den 12'427 Zuschauern nochmals der Atem, als in der 94. Minute der Ball im Tor des FCZ landete. Der Treffer von Sven Bender wurde aber wegen eines nicht offensichtlichen Foulspiels seines Zwillingsbruders Lars Bender nicht anerkannt.

Telegramm

Zürich - Leverkusen 3:2 (1:0)

12'427 Zuschauer. - SR Aghajew (AZE).

Tore: 44. Marchesano 1:0. 50. Bellarabi 1:1. 53. Bellarabi 1:2. 59. Domgjoni 2:2. 78. Odey 3:2.

Zürich: Brecher; Rüegg, Bangura, Maxsö, Pa Modou; Hekuran Kryeziu, Domgjoni; Winter (58. Khelifi), Marchesano (90. Nef), Kololli (79. Rodriguez); Odey.

Leverkusen: Hradecky; Jedvaj, Dragovic (46. Weiser), Sven Bender, Wendell; Kohr, Lars Bender; Bellarabi, Havertz, Bailey (79. Brandt); Kiese Thelin (46. Volland).

Bemerkungen: Zürich ohne Palsson, Aliu, Kempter, Rohner und Omeragic (alle verletzt). Leverkusen ohne Tah (verletzt). 36. Pfostenschuss von Maxsö. 94. Tor von Sven Bender wegen Foul aberkannt. Verwarnungen: 20. Pa Modou. 42. Bailey. 88. Rodriguez (alle Foul). 94. Lars Bender (Unsportlichkeit).

Resultate: Zürich - Bayer Leverkusen 3:2 (1:0). AEK Larnaca - Ludogorez Rasgrad 1:1 (1:1).

Rangliste: 1. Zürich 3/9 (5:2). 2. Bayer Leverkusen 3/6 (9:7). 3. Ludogorez Rasgrad 3/1 (3:5). 4. AEK Larnaca 3/1 (3:6). (dho/sda)

Erstellt: 25.10.2018, 21:25 Uhr

Artikel zum Thema

Die Spieler fühlen lassen, dass sie etwas zu verlieren haben

Der FCZ trifft am Donnerstagabend auf den Gruppenfavoriten Leverkusen. Freude haben und siegen soll seine Mannschaft, sagt Ludovic Magnin. Mehr...

Er ist Ruuuudi!

Der ehemalige Weltklasse-Stürmer Rudi Völler ist das Gesicht von Bayer Leverkusen, das heute Abend in der Europa League beim FC Zürich spielt. Mehr...

Karius greift schon wieder daneben

Loris Karius ist als Goalie nicht zu beneiden. Nach den Patzern im Champions-League-Final sieht der Deutsche nun in der Europa League alt aus. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Kommentare

Blogs

Never Mind the Markets Chinas Aufstieg zur digitalen Macht

Die Welt in Bildern

Gespenstische Stimmung: Ein Vogel fliegt während des letzten Vollmondes des Jahres über den Statuen der Katholischen Hofkirche in Dresden. (12. Dezember 2019)
(Bild: Filip Singer) Mehr...