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Urteil könnte schon am Donnerstag gefällt werden

In München beginnt der Prozess gegen Uli Hoeness. Der Präsident des FC Bayern soll Steuern in Millionenhöhe hinterzogen haben. Das Urteil könnte schon am Donnerstag verkündet werden.

Für Uli Hoeness beginnt die Woche der Wahrheit. Am Morgen startet unter grosser Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit der Steuerprozess gegen den Präsidenten des deutschen Fussball-Rekordmeisters FC Bayern München. 14 Monate nach seiner Selbstanzeige muss der 62-Jährige im Münchner Justizpalast auf der Anklagebank Platz nehmen. Vier Verhandlungstage hat das Landgericht München II angesetzt. Vier Zeugen sollen gehört werden, bevor Richter Rupert Heindl womöglich schon am Donnerstag das Urteil verkünden wird, ob sich der Bayern-Boss der Steuerhinterziehung in Millionenhöhe schuldig gemacht hat.

Heindl könnte den Bayern-Präsidenten ins Gefängnis schicken. Nach Monaten mit Spekulationen in den Medien über angeblich hohe Millionensummen auf einem geheimen Schweizer Konto, das Hoeness im vergangenen Jahrzehnt zu intensiven Börsen-Spekulationen nutzte, werden im Prozess harte Fakten und echte Zahlen auf den Tisch kommen. Die Anklageschrift wurde bis zum Prozessbeginn unter Verschluss gehalten. Weder Staatsanwalt Achim von Engel als Vertreter der Anklage noch die drei Verteidiger von Hoeness äusserten sich im Vorfeld des Prozesses. Hoeness hatte angekündigt, "gut vorbereitet" vor Gericht zu erscheinen. Er hofft auf ein mildes Urteil. Die zentrale Frage lautet, ob das Gericht die Selbstanzeige von Uli Hoeness aus dem Januar 2013 ganz oder zumindest teilweise als strafbefreiend bewertet. Die "ganz spannende Frage" werde sein, inwieweit man Hoeness "trotz der verunglückten Selbstanzeige Strafmilderung gewähren kann", sagte der Chef der Deutschen Steuer-Gewerkschaft, Thomas Eigenthaler.

Der Bundesgerichtshof hatte festgelegt: Wer mehr als eine Million Euro Steuern hinterzieht, muss ins Gefängnis. Eigenthaler erwartet, dass der Fall Hoeness Rechtsgeschichte schreiben wird. Das Urteil dürfte, egal wie es ausfällt, für lebhafte öffentliche Debatten sorgen. Auch beim FC Bayern wird gespannt auf den Prozess geschaut. Hoeness ist nicht nur Präsident des grössten und mächtigsten deutschen Sportvereins. Er ist auch Vorsitzender des mit prominenten deutschen Wirtschaftsführern besetzten Aufsichtsrats der FC Bayern München AG. Hoeness sei "ein tragender Pfeiler" für den Champions-League-Sieger, sagte der frühere bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) am Sonntagabend in der ARD-Talkshow Günther Jauch. Stoiber gehört dem Aufsichtsrat der FC Bayern AG an. "90 Prozent der Mitglieder und 92 Prozent der Fans wollen den Uli Hoeness behalten", erklärte er.

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