Andy Hugs Kick ist nicht vergessen

Vor zehn Jahren erlag die Schweizer Kampfsport-Legende seinem Krebsleiden. Durch den Andy-Kick ist er aber bis heute in den Kampfringen präsent.

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Am 24. August 2010 jährt sich der Todestag der Schweizer Kampfsportlegende Andy Hug zum zehnten Mal. Er starb überraschend an den Folgen von akuter Leukämie. Weltweit prägte Hug die Kampfsportszene wie kein anderer. Er schuf eine Brücke zwischen der westlichen und der fernöstlichen Kultur und wurde zum Symbol für eine neue Form der globalen Kampfkunstphilosophie.

Der berühmte Kick

Hug ist in der Kampfsport-Szene noch immer stark präsent. In zahlreichen Kampfschulen sind Poster von ihm zu finden – und auch im Ring ist der Aargauer nicht vergessen gegangen. Mit seinem Andy-Kick hat er im technischen Bereich seine Spuren hinterlassen.

Wer sich selbst einmal in Karate, Kickboxen oder ähnlichen Sportarten versucht hat, weiss: Der Kakato Geri gehört ins Grundlagenrepertoire eines Kämpfers und ist äusserst populär. Der imposante Kick erfordert ein gewisses Mass an Beweglichkeit, ist aber ansonsten auch für Amateure erlernbar. Wird der Kakato Geri korrekt ausgeführt, saust der Fuss, genauer die Ferse, auf den Gegner nieder und trifft ihn nicht gerade sanft in der Kopf- oder Schulterregion. Trifft man den Gegner direkt an den sehr empfindsamen Stellen in Hals- oder Genicknähe, geht dieser meist sofort zu Boden. Richtig umgesetzt, ist der Tritt äusserst effizient.

Hug perfektionierte den Kakato Geri und konnte ihn ausführen wie kein anderer. Sein ehemaliger Schüler Petar Majstorovic weiss: «Niemand beherrschte den Kakato Geri besser als Andy Hug. Er verbesserte und prägte ihn durch seinen eigenen Stil.» Aus diesem Grund spricht man heute auch meist nur noch vom Andy-Kick. Dessen korrekte Ausführung sei alles andere als einfach, so Majstorovic.

Ein unverwechselbarer Stil

Besonders im Kampf erfordert die Anwendung eines Kakato Geri viel Können: «Das Timing und der Abstand zum Gegner müssen optimal stimmen, man muss sehr schnell und exakt vorgehen», erklärt Majstorovic. Wer im Ring zu langsam ist oder die Bewegung nicht optimal ausführt, riskiert harte Gegentreffer – beim Andy-Kick muss man immerhin fast vollkommen die Deckung aufgeben. Auch ist der Kakato Geri, falsch ausgeführt, sehr leicht abzuwehren. Aber eben nicht jener von Hug. Er erzielte mit seinem spektakulären Tritt unzählig viele Treffer und entwickelte so einen unverwechselbaren, attraktiven Kampfstil.

Und Hug gab sein Wissen gerne weiter. Acht Jahre lang trainierte auch Petar Majstorovic bei ihm. Dieser kann sich nur zu gut an die harten Stunden bei seinem damaligen Mentor erinnern: «Das Training bei Andy war unglaublich hart. Ohne Disziplin ging gar nichts.» So konnte Hug ab und zu auch mal richtig böse werden. Und Majstorovic weiss, wovon er spricht: «Andy stutzte mich mehr als einmal vor allen anderen zurecht, und zwar ohne Gnade. Wer nicht zu hundert Prozent konzentriert war, kassierte eine Schelte, was aber niemals unbegründet passierte.» Hart aber fair – dies war stets das Motto des grossen Andy Hug. Und genau so lebt er bis heute in den Köpfen der Menschen weiter. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 04.08.2010, 07:17 Uhr

Schwergewichtler im Ring: Petar Majstorovic (rechts) im Kampf gegen den Südafrikaner Mike Bernardo.

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Infos zu Petar Majstorovic

Petar Majstorovic ist professioneller Karateka und Schwergewichtskampfsportler. Zu seinen grössten Erfolgen darf er den WKN Weltmeisterschaftstitel 2001 im Kickboxen zählen. Von 1992 bis 2000 wurde er von Andy Hug trainiert. Inzwischen ist er selbst K-1-Trainer in Bern.

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