Interview

«Besonders beeindruckt hat mich das Spiel Irland gegen Australien»

Der Nationaltrainer des Schweizer Rugby-Teams, Philippe Filiatre, analysiert für Tagesanzeiger.ch/Newsnet die stärksten Teams an der Rugby-WM und sagt, was der Ausfall des Neuseeländers Dan Carter bedeutet.

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Herr Filiatre, welches waren für Sie die besten Teams der Vorrunde der Rugby-WM?
Das beste Team ist für mich bisher Neuseeland, sie haben das grösste Potenzial. Daneben hat Südafrika überzeugt, da sich das Team sehr gut an die Verhältnisse in Neuseeland angepasst hat. Darüber hinaus pflegen die Südafrikaner ein direktes Spiel. Schliesslich war Irland das Überraschungsteam der Vorrunde.

Sie glauben also, dass es Neuseeland an der Heim-WM schafft, den Titel zu holen?
Ja, die Neuseeländer sind die kompletteste Mannschaft.

Welches waren die entscheidenden Momente oder Spielzüge bisher an dieser WM?
Es gab für mich zwei Spiele, die besonders beeindruckend waren. Erstens das Spiel zwischen Irland und Australien: Zwar überzeugte die Begegnung nicht in spielerischer Hinsicht, aber durch seine Intensität und die Taktik. Es zeigte die Werte des Rugby auf. Und zweitens, das Spiel zwischen Neuseeland und Frankreich: Neuseeland zeigte, dass es sich sowohl auf individueller Ebene als auch als Mannschaft auf alle Teams einstellen kann. Nur die ersten zehn Minuten waren für Neuseeland schwierig.

Welche Bedeutung messen Sie einem Einzelspieler zu, etwa dem ausgefallenen Neuseeländer Daniel Carter? Was bedeutet sein Ausfall für Neuseeland?
Daniel Carter ist ein Schlüsselspieler für die Neuseeländer. Es ist vielleicht ein bedeutsamer Ausfall und es wird auf jeden Fall schwieriger für Neuseeland. Trotzdem glaube ich, dass sie es schaffen können.

Die Schweizer Nationalmannschaft qualifizierte sich noch nie für eine WM. Wo steht das Nationalteam?
Wir nehmen zurzeit an den europäischen Ausscheidungen teil und führen in der 2. Division die Gruppe B nach Siegen über Andorra und Slowenien an. Am 12. November findet in Monthey gegen Serbien das nächste Ausscheidungsspiel statt. Das Ziel ist, in die nächst höhere Division aufzusteigen. Gegen eine der grossen sechs Rugby-Nationen, also England, Irland, Wales, Italien, Frankreich und Schottland, die immer für die WM gesetzt sind, werden wir deshalb nicht spielen.

Die Westschweizer Klubs sind in der heimischen Liga besonders prominent vertreten. Welcher Sprache bedienen Sie sich, wenn Sie die Nationalmannschaft coachen?
Das Rugby in der Schweiz wird nicht von der französischen Schweiz dominiert. In der Nationalmannschaft haben wir beispielsweise fünf Zürcher, auch unser Kapitän war lange Jahre ein Zürcher. Da nicht alle Profis bilingue sind, spreche ich französisch oder englisch.

Erstellt: 06.10.2011, 09:05 Uhr

Die Higlights der besten Spiele der WM

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Philippe Filiatre (46) ist seit Januar 2010 Trainer der Schweizer Nationalmannschaft. (Foto: Suisserugby.com)

Viertelfinals der Rugby-WM 8./9. Oktober

Irland - Wales

England - Frankreich

Südafrika - Australien

Neuseeland - Argentinien

Rugby in Europa

6 Nationen: Irland, Wales, England, Frankreich, Schottland, Italien.

Division 1A: Georgien, Russland, Rumänien, Spanien, Portugal, Ukraine.
Division 1B : Deutschland, Belgien, Moldawien, Polen, Tschechien, Niederlande.

Division 2A: Kroatien, Lettland, Malta, Schweden, Litauen.
Division 2B: Andorra, Armenien, Slowenien, Schweiz, Serbien.
Division 2C: Österreich, Dänemark, Ungarn, Norwegen, Israel.
Division 2D: Griechenland, Finnland, Luxemburg, Bulgarien, Zypern.

Division 3A: Aserbaidschan, Bosnien-Herzegowina, Slowakei.

Stand Liga A, Schweiz

1. RC Avusy 20 Punkte
2. RC Nyon 17
3. RC Genève 16
4. Stade Lausanne 14
5. Hermance RRC 9
6. RC Yverdon 8
7. RC CMSG 5
8. RC Fribourg 5
9. GC Zürich 4
10. Lausanne UC 2

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