Cancellara will Geschichte schreiben

Als erster Fahrer will der Berner zum vierten Mal den WM-Titel der Zeitfahrer gewinnen. Doch der Parcours in Australien stellt andere Anforderungen, als die Fahrer erwartet hatten.

Tückischer Parcours: Zwei schwere Aufstiege prägen die Strecke des Zeitfahrens.

Tückischer Parcours: Zwei schwere Aufstiege prägen die Strecke des Zeitfahrens.

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«Mir ist die Kinnlade runtergefallen, als ich das erste Mal vor dem Anstieg stand», erklärte der in der Schweiz wohnende Tony Martin – der wohl grösste Konkurrent von Fabian Cancellara am Donnerstagmorgen (Schweizer Zeit). «Das ist kein Rollerkurs, sondern mit den beiden kurzen, bis zu 15 Prozent steilen Bergen schon eine echte Kraftstrecke – unrhythmisch, windanfällig und mit rauem Asphalt», sagte der Deutsche, der gleichwohl Cancellara als grossen Favoriten heraushebt. «Aber Fabian wird sicherlich ebenfalls nicht gerade erfreut über die Berge sein.»

Der 29-jährige Berner spricht in der Tat von «einem sehr komplizierten Parcours». Er will auf dem 22,9 km langen Kurs, den die Profis zweimal zu durchfahren haben, als erster Fahrer in der seit 1996 ausgetragenen Disziplin Zeitfahren den vierten Titel nach 2006, 2007 und 2009 holen. «Ich will Geschichte schreiben, das ist meine Motivation», sagt er. Wie Michael Rogers gewann Cancellara das WM-Rennen gegen die Uhr bisher dreimal.

Es reiche nicht, nur stark zu sein, glaubt Cancellara. «Weil man die beiden Anstiege zweimal befahren muss, wird es ein sehr schwieriges Rennen. Es braucht eine taktische Annäherung an das Rennen», ist der Zeitfahr-Olympiasieger überzeugt. «Ich betrachte dies als eine der schwersten Strecken der letzten Jahre. Dieser Parcours ist schwieriger als jener des Strassenrennens am Sonntag. Es ist nie richtig flach. Man muss immer Druck auf die Pedalen bringen.» Deshalb will er auch die Niederlage im Zeitfahren der Spanien-Rundfahrt gegen Peter Velits und Denis Mentschow nicht überbewerten. «Ich bin gut aus der Vuelta gekommen und fühle mich wieder gut in Form.»

Erstellt: 28.09.2010, 14:39 Uhr

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