Das Ei und das Geld

Rund 100 Millionen Amerikaner werden am Sonntag zur besten Sendezeit die 45. Super Bowl schauen. Das Sportereignis ist auch Rendezvous der besten Werbespots – mit entsprechenden Sekundenpreisen.

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Drei Millionen Dollar kostet ein 30-sekündiger Werbespot während der Austragung der 45. Super Bowl – oder Super Bowl XLV. Die Finalspiele der National League Football in den USA werden mit römischen Ziffern nummeriert. Und Zahlen spielen auch im Umfeld des grössten eintägigen Sportevents eine entscheidende Rolle.

Das Rendezvous der beiden besten Football-Teams ist am TV auch das Stelldichein der Werbeikonen. Zahlreiche Konzerne lassen sich den Auftritt vor dem amerikanischen Millionen-Publikum viel Geld kosten. Die teuren Werbesekunden für die diesjährige Super Bowl waren schon im letzten Oktober ausverkauft. Einzig 2010 gab es wegen der Wirtschaftsflaute bis wenige Tage vor der Super Bowl noch freie Slots.

Die Vorfilme auf die Werbespots

68 Werbespots wurden in diesem Jahr rund um die Super Bowl gebucht. Und die Spots haben längst Kultstatus erlangt. Nicht wenige der rund 100 Millionen amerikanischen TV-Zuschauer sind mehr auf die Kurzfilme gespannt als auf die Auftritte der gut gepanzerten Sportler. Die originellsten Spots haben Kultstatus und sind Quotenhits auf Youtube. Auf der Webseite von CBS können die Leser derzeit aus 44 Spots ihre Favoriten wählen. Die Top 3 werden während der Super-Bowl-Show gezeigt.

Entsprechend wird um die Spots, die dieses Jahr gezeigt werden, eine gewisse Geheimhaltung betrieben. Einige Konzerne fertigen kleine Vorschauen an, um bei den Zuschauern den Appetit zu wecken (Budweiser und Bridgestone), bei anderen gerät der Spot aus absichtlichem Versehen irgendwie aufs Netz (VW und Motorola).

Spots lohnen sich für alle

Die Millionen-Ausgaben scheinen sich aber in jedem Fall zu lohnen. Godaddy.com war vor sechs Jahren praktisch unbekannt, ehe ein Werbespot die Firma, die Domainnamen registriert, mit einem Schlag bekannt machte. Der Spot spielte auf das Nipplegate von Janet Jackson im Jahr zuvor an. Godaddy steigerte seinen Marktanteil aus dem einstelligen Prozentbereich auf beinahe 50 Prozent. Dabei half auch, dass der TV-Spot, der im prüden Amerika als leicht anrüchig galt, im Internet in der unzensierten Version zu sehen war. Ohnehin sind ungekürzte Versionen der Spots ebenfalls Quotenrenner.

Auch Homeaway.com, der Ferienhausvermieter war im letzten Jahr mit einem Spot präsent, ist vom Erfolg überzeugt. Rund 60 bis 70 Prozent der Kosten für den Werbespot hätten die zusätzlich gewonnenen Kunden refinanziert. Und selbst bereits globale Player wie McDonald’s und General Motors setzen auf Super-Bowl-Spots. Pepsi kehrt nach einjähriger Pause ebenfalls zurück ins Werbeumfeld der TV-Übertragung.

Erstellt: 04.02.2011, 13:52 Uhr

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