«Man könnte eine solche Pose auch anders interpretieren»

Fussballerin Megan Rapinoe sorgte für Furore. Was macht sie anders? Und was bedeutet das für uns? Martina Voss-Tecklenburg im grossen Interview.

«Es ist nicht verkehrt, eine ­klare Haltung zu gesellschaftlichen Themen zu haben und dazu zu stehen», sagt die deutsche Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg. Foto: Matthias Jung

«Es ist nicht verkehrt, eine ­klare Haltung zu gesellschaftlichen Themen zu haben und dazu zu stehen», sagt die deutsche Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg. Foto: Matthias Jung

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Martina Voss-Tecklenburg sieht dieses Bild von Megan Rapinoe, deren Pose, lächelt und sagt: «Megan!»

Sie steht für Schwache ein – und liefert die Tore
Starke Frau mit starker Pose: Die US-Fussballerin Megan Rapinoe ist für Martina Voss-Tecklenburg «die Beste überhaupt, die ich bisher erlebt habe». Foto: Ian Langsdon (EPA)

Sie hat den mächtigsten Feind ausgesucht. Den, der am meisten polarisiert. So geriet sie selbst zwischen die Fronten. Aber Megan Rapinoe blieb sich treu. Seit Jahren kämpft die US-Starfussballerin gegen Rassismus, Sexismus, und sie unterstützte den ehemaligen Footballer Colin Kaepernick bei dessen Protest gegen Polizeigewalt. US-Präsident Donald Trump kann Sportler wie ihn nicht leiden und nannte sie auch schon «Hurensöhne»: Denn Kaepernick kniet, wenn jeweils die Nationalhymne gespielt wird. Rapinoe tut es ihm gleich.

Doch die 34-Jährige lieferte an der Fussball-WM im letzten Sommer eine wunderbare Leistung ab und liess Trump verstummen. In fünf Spielen schoss sie sechs Tore, darunter zwei im Viertelfinal (aus diesem Spiel stammt das obige Bild) und eines im Final gegen die Niederlande – den die USA 2:0 gewannen. Rapinoe wurde Weltfussballerin des Jahres. Den traditionellen Besuch beim Präsidenten strich sie. Sie gehe, sagte sie, «nicht ins verdammte Weisse Haus». (wie)

Was löst das Bild in Ihnen aus?
Die Haltung der US-Spielerinnen während der WM: Zufriedenheit, Glück, Stolz. Sie gingen immer auf den Platz mit der Einstellung: Uns kann niemand bezwingen. Und trotzdem ist es sympathisch. Man könnte eine solche Pose auch anders interpretieren, im Sinn von: Wir sind die Grössten, die Mächtigsten, was wollt ihr? Aber bei ihr ist es genau anders. Megan Rapinoe hat eine fantastische WM gespielt, ist die Beste überhaupt, die ich bisher erlebt habe.

Ist sie für Sie eine Heldin?
Nicht für mich persönlich, aber für den Frauenfussball. Weil sie diese sportlichen Qualitäten hat. Und weil sie eben zeigt, dass es nicht verkehrt ist, eine ­klare Haltung zu gesellschaftlichen Themen zu haben und dazu zu stehen.

Sie prangerte während der WM ­Rassismus und Sexismus an – und in dem Zusammenhang ­US-Präsident Donald Trump.
Megan nutzte die Plattform WM, um Botschaften in die Welt zu senden. Im Wissen, dass es nicht immer angenehm ist, weil sie wegen ihrer Meinung auch angefeindet wird. Aber es ist ein Statement, das sie abgeben darf. Und mit dem wir unseren jungen Spielerinnen aufzeigen: Hey, da ist eine Frau, die sich ­getraut, etwas zu sagen.

Video: Hier spricht jemand Klartext

Nach der WM zurück in den USA gab US-Fussballstar Megan Rapinoe dem TV-Sender CNN ein Interview.

Ist es so aussergewöhnlich, seine Meinung kundzutun?
Im Sport ist es relativ schwierig, zum einen Leistung zu zeigen und zum anderen den Mut zu besitzen, eine Haltung zu eben solchen Themen zu äussern.

Warum?
Weil man sich angreifbar macht, wenn die sportlichen Leistungen nicht mehr gut sind. Ich glaube, dass sich darum viele zurückhalten. Oder sich erst nach ihrer Karriere positionieren. Der Grat ist schmal. Man muss sehr gut überlegen: Was will ich tun, wozu welche Kommentare abgeben? Durch die sozialen ­Medien wird alles sofort ungefiltert verbreitet und bewertet. Megan war sich bewusst, was passiert, wenn es schiefgeht. Aber sie wäre auch in der Lage ­gewesen, das zu ertragen.

Warum gibt es nicht mehr Rapinoes, warum nicht mehr Männer, die sich so etwas zutrauen?
Das können nur die tun, die diese ­Haltung auch wirklich leben und ­starke Persönlichkeiten sind.

Oder sie werden zurückgepfiffen, wenn sie es doch tun.
Das sind unbegründete Ängste der Clubs und Berater. Es gibt ganz viele intelligente junge Leute, die Fussball spielen und die schon etwas zu sagen hätten. Aber da komme ich wieder auf den schmalen Grat zurück.

Ist die Gefahr wirklich da, den Fokus zu verlieren, wenn man sich mit gesellschaftlichen Themen befasst?
Das glaube ich nicht. Da wird mir der Fussball wichtiger gemacht, als dass er ist. Wenn man als Sportler ein solches Thema anspricht, sollte es aber authentisch rüberkommen. Dass also keine Maschinerie, keine Werbekampagne dahintersteckt, die unecht ist, von anderen gewollt. Junge Menschen sind nicht davor geschützt, eingespannt zu werden. Und sie können sich teilweise nicht mehr wehren, weil der Apparat und die Bewegung immer grösser werden.

Bei Rapinoe glauben Sie nicht, dass sie Teil einer Maschinerie ist?
Nein. Sie wird nur das tun, was sie tun will. Aber klar: Sie profitiert vom Bekanntheitsgrad. Wenn sie an der WM nicht so überragend gespielt hätte, wäre sie auch nicht in dem Mass gehört worden. Sie lieferte immer wieder.

Äussern Sie Ihre politische Meinung?
Wenn überhaupt, dann sehr überlegt. Man muss nicht immer alles über die Öffentlichkeit platzieren.

«Die sozialen Medien sind ein Problem. Leute, die sich
anonym über dich auslassen, dürfen nie der Massstab sein.»

Dürfen Ihre Spielerinnen Stellung zu Themen beziehen, die über den ­Fussball hinausgehen?
Wir machen ihnen keine Vorschriften, und ich finde diese Freiheit wichtig. Sport und Politik lassen sich nicht immer trennen: Wo sollen Olympische Spiele stattfinden? Wo eine WM oder EM? Beim Deutschen Fussball-Bund haben wir einen klaren Wertekodex und einen sozialen Auftrag. Unser neuer Präsident Fritz Keller hat erklärt, dass kein deutsches Nationalteam mehr in einem Land antreten wird, in dem Frauen nicht ins Stadion dürfen.

Katar und die WM 2022 hat er danach allerdings ausgenommen.
In Katar dürfen Frauen ja ins Stadion.

Eingeschränkt sind ihre Rechte in dem Land trotzdem.
Es ist schwierig, gleich alles umzu­setzen. Im Extremfall würde es ja Boykott bedeuten. Zudem kann man die sportliche Seite nicht einfach weglassen. Trotzdem ist es wichtig, Diskussionen anzuschieben und Positionen zu beziehen, wie es Fritz Keller gemacht hat. Oder ganz klar zu sagen: Wir treten zwar an, aber was in diesem Land passiert, verurteilen wir. Das ist auch eine Haltung. Und die muss man zeigen.

Haltung zeigen ist im Sport selten.
Ist das nicht ein Grundproblem unserer Gesellschaft? Oft werden doch Menschen angegriffen, wenn sie Haltung zeigen. Es existiert schon ein Hang zum Egoismus. Gerade junge Menschen werden ausgeschlossen, wenn sie anders sind oder denken. Und als Aussenseiter wirst du oft gemobbt. Darum erfordert es viel Mut und einen starken Charakter, nicht gleichförmig zu sein.

Martina Voss-Tecklenburg

Die 52-Jährige stammt aus Duisburg und war von klein auf fasziniert vom Sport. Sie spielte Tischtennis, Volleyball, betrieb Leichtathletik und schwamm – und wollte doch nur eines: «Fussball spielen». Das tat sie dann gegen den Willen ihrer Mutter und wurde zu einer der erfolgreichsten Fussballerinnen der frühen Jahre: Zwischen 1989 und 1997 gewann sie mit Deutschland viermal die EM und war 1995 WM-Finalistin. Als Trainerin kam sie 2012 in die Schweiz, wo sie das Frauen-Nationalteam erstmals an die WM und EM führte. Nach sechs Jahren kehrte sie in die Heimat zurück und wurde deutsche Nationaltrainerin. Sie lebt mit ihrem Mann Hermann in Straelen bei Duisburg. (wie)

Sie haben die sozialen Medien erwähnt. Sind sie ein Problem?
Sie können sogar ein grosses sein. Als ich noch in der Schweiz arbeitete, wollte eine Spielerin nach der EM 2017 aufhören. Weil sie in den sozialen Medien negative Kommentare über sich las.

Wer war das?
Das verrate ich nicht.

Wie reagierten Sie?
Ich sagte ihr: Leute, die sich anonym über dich auslassen, dürfen niemals der Massstab sein. Du musst auf die Leute hören, die wirklich beurteilen können, was du leistest. Also: die Trainer, Menschen aus dem Umfeld.

Granit Xhaka machte kürzlich ­öffentlich, was ihm auf Instagram an Hass entgegenschlägt. Auch ­Tennisspielerin Timea Bacsinszky hat das schon beklagt. Trotzdem scheinen Sportlerinnen und Sportler solche Kommentare lesen zu wollen.
Genau. Also dürfen wir nicht heuchlerisch sein: Wenn es positiv ist, man im Netz gefeiert wird und mit der Leistung Geld verdient, liest sich das ja wunderschön. Aber das musst du relativieren können. Auch im Sport hat das Leben nicht nur Sonnenseiten.

Wie soll ein 18-jähriger Mensch das einordnen können?
Es schadet nicht, wenn er sich mal eine blutige Nase holt. Als Trainerin ist es aber meine Aufgabe, das mit der Spielerin zu thematisieren und sie zu sensibilisieren. Und zu versuchen, sie zu verstehen, auch die Mechanismen. Wenn ich alles nur kritisch sähe, würden wir nie eine gemeinsame Ebene finden.

In gewissen Sportarten ist die ­Diskrepanz zwischen Mann und Frau sehr gross – sei es in Sachen Lohn oder mediale Aufmerksamkeit. Welche Diskrepanz missfällt Ihnen besonders?
Mir missfällt es dort, wo gleiche Voraussetzungen herrschen, gleiche Arbeit geleistet wird, aber ungleich bezahlt wird. Im Tennis hat man das hinbekommen.

Bei Grand Slams braucht eine Frau nicht drei Sätze, um zu gewinnen.
Das nicht. Aber das ist auch okay, weil es genetische Unterschiede gibt. Frauen laufen eine Sekunde langsamer über 100 Meter, springen einige Zentimeter weniger hoch. Wir sind, was die körperlichen Voraussetzungen angeht, halt ein bisschen anders.

Trotzdem ist es für Sie angebracht, Männer und Frauen gleich zu ­bezahlen? Stichwort Equal Pay.
Im Frauenfussball ist das nur begrenzt möglich, in gewissen Nationen. Wenn in Australien die Frauen gleich viel Geld wollen wie die Männer, hat das damit zu tun, dass die auch ähnlich viel Geld generieren. In Deutschland dagegen ist Equal Pay nicht möglich, weil im Männerfussball viel mehr Geld eingenommen wird. Das sind die Realitäten, und die müssen wir anerkennen. Mir ist viel wichtiger, dass die Frauen dieselben Möglichkeiten bekommen und die gleiche Unterstützung – vor allem aber denselben Respekt. Wir möchten nicht länger belächelt werden, sondern unsere Leistungen respektiert wissen.

Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn die Norwegerin Ada Hegerberg nach ihrer Wahl zu Europas Fussballerin gefragt wird, ob sie mit dem Hintern wackeln könne?
Wurde Messi auch gefragt?

Nicht dass wir wüssten.
(überlegt) Ich bin jemand, der versucht, die Leute zu überzeugen, mitzunehmen und aufzuklären. Dieser Begriff Vorurteil steht ja allein für sich. Ich urteile, bevor ich etwas weiss. Dagegen setze ich mich ein und wehre mich. Respekt und Akzeptanz ist etwas Wichtiges.

Ermüdet Sie das nicht?
Nein.

Eine Frage wie die an Ada Hegerberg ist doch einfach dumm.
Natürlich. Und da gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder stelle ich das Gegenüber bloss und entgegne: Was stellst du mir für eine dumme Frage? Oder ich nehme das mit Humor und antworte intelligent, sodass trotzdem alle merken, was für eine doofe Frage das war.

Gross zu ärgern scheint Sie der Vorfall nicht.
Wenn ich mich über jeden dummen Menschen ärgern würde, hätte ich viel zu tun. (lacht herzhaft)

Trotzdem stellt sich die ­Grundsatzfrage: Wie lassen sich solche Sprüche, solche Vorurteile ausrotten?
Das lassen sie sich nicht, und das ist auch nicht unser Anspruch. Wir müssen uns aber überlegen: Wie gehen wir damit um? Was entgegnen wir? Manchmal merkst du, dass es sich nicht lohnt, Energie zu verschwenden. Hartnäckiger bin ich, wenn es verletzend wird.

Was tun Sie dann?
Da habe ich die Verantwortung, nicht wegzugucken. Ich finde, weggucken ist einfach blöd. Wenn jemand angegriffen wird, zum Beispiel in der U-Bahn, ich könnte nicht wegschauen. Ich kann das jetzt leicht sagen, ja, aber ich würde ganz sicher abwägen: Wie kann ich der angegriffenen Person helfen? So bin ich ­erzogen worden.

Ada Hegerberg war es auch, die auf die WM 2019 verzichtete, weil sie damit aufzeigen wollte, dass im norwegischen Fussballverband Männer und Frauen nicht gleich bezahlt werden. Wenn eine deutsche Spielerin dasselbe tun würde: Hätten Sie Verständnis?
Ich würde ihr Anliegen respektieren, es aber nicht sofort hinnehmen. Dazu bin ich zu sehr Teamplayer, und mit einer Absage schadest du ja einer ganzen Equipe. Ich würde im Gespräch herauszufinden versuchen, wie die Spielerin mitkommen kann, ohne ihre Haltung zu verlieren. Gerade wenn es sich um eine Spitzenspielerin wie Ada Hegerberg handelt, die in jedem Team willkommen wäre. Es gibt immer zwei Seiten einer Entscheidung, und sie sollte sich beide anschauen.

Hegerberg wollte partout nicht.
Ein Urteil über den Entscheid will ich mir nicht anmassen, ich habe nie mit ihr darüber geredet. Wenn meine Spielerin für sich aber sagen würde: «Ich möchte 100 Prozent konsequent sein», dann würde ich das akzeptieren. Ich hätte zwar nicht das volle Verständnis, aber ich würde auch die Tür nicht zuschlagen.

«Wenn ich mich
über jeden dummen Menschen ärgern würde, hätte ich
viel zu tun.»

Wie schlecht sind Fussballerinnen eigentlich wirklich bezahlt?
Das muss man differenziert sehen und sich fragen: Wo beginnt die angemessene Bezahlung? Und wo hört sie auf? Ich finde, dass in gewissen Sportarten viel zu viel Geld im Umlauf ist und bezahlt wird. Im Männerfussball sicher. Auch im Tennis, in der Formel 1. Dafür fehlt es anderswo. Unsere Frauen trainieren oder spielen nicht weniger und bringen nicht weniger Leistung. Aber sie generieren über die Zuschauer, das Merchandising, Marketing, Werbung und das Fernsehen einfach nicht so viel.

Konkret: Was verdient eine Fussballerin in der deutschen Bundesliga?
Die Spanne ist breit. Spitzenlöhne im hohen vierstelligen Bereich bekommen aber nur die Allerbesten.

Wer zahlt am besten?
Entscheidend ist für mich, wer am meisten für die Frauen tut und wie stark das Bekenntnis zum Frauenfussball gelebt wird. Es gibt Grossclubs, da gibt es keine Veranstaltung ohne die Frauen und keine Unterschiede bei den Trainingsbedingungen. Das ist stark. Trotzdem bekommen die Spielerinnen natürlich nicht denselben Lohn wie die Spieler.

Wird der Tag kommen, an dem Frauen gleich viel verdienen?
In Europa? Ausgeschlossen. In den USA ist das anders, da haben die Spielerinnen Millionenverträge, aber sie sind ja auch erfolgreicher als die Männer – und die Sportart hat in den USA nun einmal nicht dieselbe Bedeutung. In Europa ist Fussball die Sportart Nummer 1.

Deshalb wird hier ständig Frauenfussball mit Männerfussball verglichen.
Das stört mich sehr. Ich möchte auch von der Sprachregelung wegkommen, von Frauenfussball zu reden. Nachdem wir im November vor 80'000 Zuschauern im Wembley gegen England spielten, hiess es: Das war Werbung für den Frauenfussball. Nein! Es war Werbung für den Fussball! Ich habe noch nie jemanden gehört, der sagte: Das war Werbung für den Männerfussball. Wir machen uns selber klein. Das ist nicht okay.

Wie soll man sonst differenzieren?
Schon klar, ich verstehe das ja. Und ich benutze das Wort selbst auch. Aber die Sportart ist dieselbe. Es ist das gleiche Spiel, und es wird überall auf der Welt gleich ausgeübt.

Keiner käme auf die Idee, skifahrende Männer und skifahrende Frauen miteinander zu vergleichen. Tun wir das beim Fussball, weil er so stark verwurzelt ist in unserer Kultur?
Ja. Und weil ihn lange, lange, lange, lange, lange, lange, lange nur Männer gespielt haben. Lange war es Frauen ja sogar verboten, Fussball zu spielen. 2020 feiern wir in Deutschland 50 Jahre Frauenfussball – aber wir haben weit über 100 Jahre Männerfussball.

Wer war Ihr Idol?
Steffi Graf. Und ich mochte Boris Becker. Bei beiden hatte ich das Gefühl, dass sie zu jeder Zeit hundert Prozent geben. Ich habe auch grossen Respekt vor paralympischen Sportlern, die nach Schicksalsschlägen wieder aufstehen und Grenzen überwinden. Das sind für mich die wahren Helden. Ich orientiere mich gerne an Menschen, die leidenschaftlich das leben und lieben, was sie tun.

Haben Sie weitere Beispiele?
Helene Fischer kommt mir in den Sinn. Ich finde es grandios, welchen Anspruch sie hat, ihre Show zu perfektionieren. Sie hat sich permanent entwickelt. Sie war mal eine kleine Schlagersängerin und ist zum Weltstar geworden. Oder der Pfarrer, den ich einst auf einer Zugfahrt in die Schweiz kennen lernte. Er erzählte, wie er versucht, Menschen auf den Weg zu bringen. Er investiert all ­seine Zeit und Leidenschaft dafür. So ein Mensch hinterlässt Spuren.

Sie tun das auch.
Das haben jetzt Sie gesagt. (lächelt) Aber es wäre doch seltsam, wenn ich nicht auch ein Stück weit von mir sprechen würde, wenn solche Menschen mich inspirieren. Natürlich freut es mich, wenn ich zur Entwicklung eines jungen Menschen beigetragen habe.

Erstellt: 31.12.2019, 10:44 Uhr

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