«Haben einige Murmeln, um zu spielen»

Die amerikanischen Fahnder, die wegen Dopings gegen Lance Armstrong ermitteln, sind laut ihren europäischen Gesprächspartnern in einem fortgeschrittenen Stadium.

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Mindestens eine sechsköpfige Delegation unter der Führung von Jeff Novitzky war in der letzten Woche nach Europa gereist, um die Untersuchungen gegen Lance Armstrong voranzubringen. Die Ermittler der Lebens- und Arzneimittelbehörde sprachen offenbar mit Polizisten aus Frankreich, Italien und Belgien. Dabei suchten die amerikanischen Ermittler nicht nach neuen Beweisen, sondern sammelten spezifische Informationen, um bisherige Ergebnisse zu bestätigen.

«Er durchforstet alle Abfalleimer in Europa. Und manchmal findet man auch Sachen in den Abfalleimern», erzählte ein Polizist der Nachrichtenagentur AP. Die amerikanischen Behörden bräuchten zusätzliche Beweise, um alles zu stützen, was sie schon herausgefunden hätten. «Oder wie wir es in unserem Jargon sagen: Sie haben einige Murmeln, um zu spielen.»

«Jeder Stein wird umgedreht»

Obwohl Armstrongs Anwalt Mark Fabiani die Reise der Delegation unter Novitzky als «Verschwendung von amerikanischen Steuergeldern» bezeichnete, betonte ein anderer Teilnehmer der Gespräche, dass «dies kein Witz ist». Es sei keine Besichtigungstour nach Europa gewesen. Novitzky unterhielt sich jeweils einzeln mit den europäischen Delegationen. «Wir müssen Informationen austauschen, weil dieses Phänomen nicht alleine bezwungen werden kann. Diese Schlacht wird nicht in den Medien gewonnen», so der italienische Staatsanwalt Benedetto Roberti.

Ein amerikanischer Staatsanwalt, der mit dem Prozedere einer Grand Jury bestens vertraut ist, erklärte indes, dass der Trip der US-Ermittler nach Frankreich nur die Seriosität unterstreiche, mit welcher diese die Ermittlungen betreiben würden. «Das verdeutlicht, dass sie jeden Stein umdrehen und jedes Beweisstück suchen», erklärte Mathew Rosengart der AP.

Erstellt: 23.11.2010, 14:12 Uhr

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