«Ich werde überall von allen beobachtet»

Kilian Wenger hat sein erstes Kranzfest der Saison im dritten Rang beendet. Nach der Niederlage im letzten Gang äusserte sich der Schwingerkönig über seine Verletzung, die Rückkehr und den Rummel um seine Person.

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Sie haben Ihr erstes Kranzfest seit dem «Eidgenössischen» vom vergangenen August absolviert – wie lautet Ihr Fazit?
Kilian Wenger: Es war für mich kein einfaches Fest. Die Aufmerksamkeit war auf mich gerichtet, zudem wurde ich als amtierender König wie erwartet gegen äusserst starke Gegner eingeteilt (vier «Eidgenossen» in sechs Gängen – die Red.). Alles in allem darf ich sicher zufrieden sein, mein Comeback ist geglückt.

Trotz der Niederlage zum Schluss gegen Andreas Ulrich?
Ich durfte nicht erwarten, jeden Gegner bezwingen zu können. Ulrich ist ein starker Techniker, das ist bekannt. Aber klar ist auch, dass ich ihn normalerweise «nehmen» müsste.

Waren Sie vor dem ersten Gang gegen Adi Laimbacher nervös?
Ja, es war sicherlich eine spezielle Situation für mich. Das erste Kranzfest, erstmals als Schwingerkönig, dazu kam ein sehr starker Gegner. Ich gab mein Bestes, dies reichte leider nicht ganz, um Laimbacher zu bezwingen.

Nervosität kennt man von Ihnen normalerweise nicht.
Das stimmt, eigentlich bin ich vor den Gängen nicht so nervös. Aber eben, diesmal war eine gewisse Anspannung da.

Wie geht es Ihrem lädierten linken Daumen?
Nicht gerade supergut. Er ist noch nicht so, wie er sein sollte, und ich habe etwas Schmerzen.

Demnach hat Sie die Verletzung beim Schwingen beeinträchtigt.
Daran gedacht habe ich während der Gänge nie. Dazwischen musste ich den Daumen natürlich kühlen. Aber nein, eingeschränkt war ich nicht. Man darf nicht vergessen, dass mein Comeback sehr kurzfristig zustande kam. Bis zum letzten Dienstag hatte ich fünf Wochen nie geschwungen. Mir fehlt die Praxis. Ich bin aber froh, hat sich die Verletzung nicht verschlechtert.

Sie haben den Entscheid, am «Oberaargauischen» teilzunehmen, am Dienstag nach dem Training ohne Einfluss von aussen gefällt. War es rückblickend ein vernünftiger Entscheid?
Sagen wir mal, im Nachhinein betrachtet war er sicher nicht schlecht. Am Dienstag war ich beim Training überrascht gewesen, wie gut es bereits gegangen war. Und nun habe ich einige der stärksten Schwinger dieses Fests auf dem Notenblatt, bin in den vorderen Rängen klassiert und habe den Kranz geholt. Das ist in Ordnung.

Und wie haben Sie den Rummel um Ihre Person erlebt?
Ja, (überlegt und atmet tief durch) er ist halt ziemlich gross (schmunzelt). Aber ich kann auf ein funktionierendes Umfeld zählen, wir sind gut organisiert. Natürlich wird man überall von allen beobachtet – aber ich muss meinen Weg gehen und teilweise während der Feste halt den Tunnelblick aufsetzen.

Hat Ihre Wettkampfpause nun Einfluss auf die weitere Saisonplanung. Werden Sie in den kommenden Wochen mehr Feste absolvieren als geplant?
Nein, ich ziehe meine Planung durch – der Sommer dauert noch lange. Nun habe ich 14 Tage Pause, in denen mir Zeit zur Erholung und zur Vorbereitung auf das «Seeländische» bleibt.

Erstellt: 14.06.2011, 11:21 Uhr

Der «König» unter Beobachtung

4200 Zuschauer waren in Rumisberg beim 100. Oberaargauischen Schwingfest zugegen. Und alle dürften auf den ersten Saisonauftritt Kilian Wengers bei einem Kranzfest gespannt gewesen sein. Hatte man den 21-jährigen Diemtigtaler in den Tagen zuvor vornehmlich im Fernsehen verfolgen können – mit Jörg Abderhalden liefert sich Wenger im Werbespot eines Grossverteilers ein Duell am Grill –, wollte ihn das Schwingpublikum endlich wieder im Sägemehl sehen. Der Schwingerkönig ist ein gefragter Mann, «wir erhalten immer noch täglich Anfragen», sagt Manager Beni Knecht.

Wer en vogue ist, steht unter ständiger (und kritischer) Beobachtung. So wurde in Rumisberg ausserhalb der fünf Sägemehlringe von einigen der zahlreichen Autogrammsammler und Schulterklopfer moniert, Wenger zeige sich zwischen den Gängen nicht sonderlich volksnah. «Die Situation ist für Kilian nicht einfach», erklärt Knecht, der seinen Schützling, welcher dafür bekannt ist, alles andere als ein Neinsager zu sein, zuweilen abschirmte. «Mich muss niemand mögen – meine Aufgabe ist es, Kilian das ideale Umfeld zu bieten, damit er sich auf den Sport konzentrieren kann.» Der «König» selbst war jedenfalls nach jedem Gang bemüht, die vielen Autogrammwünsche zu erfüllen.

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