«Ich widme diesen Erfolg meinen Liebsten»

Matthias Sempach ist ein würdiger neuer Schwingerkönig. Unmittelbar nach seinem grossen Triumph dachte der 27-jährige Berner in erster Linie an sein Umfeld.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Auch Christian Stucki konnte im Schlussgang den Siegeszug von Matthias Sempach nicht stoppen. Sempach gewann auch seinen achten Kampf – ohne Zweifel ist der 27-jährige Lokalmatador ein würdiger Schwingerkönig. «Ich mag Matthias diesen Titel wirklich von Herzen gönnen. Er ist ein verdienter Sieger dieses Schwingfestes», erklärte der unterlegene Stucki sportlich fair. Der Seeländer gab zu, dass er im Verlauf der beiden Tage sehr viel Kraft verpufft habe. Kraft, die ihm vielleicht im Schlussgang doch gefehlt habe, um noch einmal voll anzugreifen. «Ich weiss nicht, ob ich nun glücklich über Rang 2 oder traurig sein soll. Es ist doch sehr emotional», erklärte Stucki gegenüber SRF.

Sempach blieb nach seinem Triumph in der mit 52'013 Zuschauern voll besetzten Burgdorfer Emmental-Arena zunächst erstaunlich gelassen und konzentriert. «Das Ganze ist noch nicht ganz bei mir angekommen. Ich fühle mich wie in einer Röhre. Aber ich werde bald aus dieser herausfinden.» Der 27-jährige Athlet aus Alchenstorf betonte im ersten Interview nach dem Titelgewinn den Grund für seinen Erfolg. «Schwingen ist meine grosse Leidenschaft. Ich habe schon als Kind davon geträumt, Schwingerkönig zu werden. Heute ist alles aufgegangen.»

Erst spät von den Emotionen erfasst

Der einzige König des Landes dachte in der Stunde des grossen Erfolgs primär an andere Menschen. «Ich habe hart gearbeitet, ich bin von grossen Verletzungen verschont geblieben. Aber ich muss vor allem meinem Team danken: meinen Eltern, meiner Freundin, meinen Trainern, aber auch Jean-Pierre Egger und Valerie Adams. Ich widme diesen Titel meinen Liebsten.» Mit Egger und der neuseeländischen Kugelstoss-Queen Adams machte er Übungseinheiten beim Krafttraining. Adams gratulierte ihrem Trainingspartner aus dem Emmental etwas später per Twitter.

Der grosse und verdiente Sieger des Wochenendes blickte zudem auf das Eidgenössische von Frauenfeld vor drei Jahren zurück. «Ich habe die Lehren von damals gezogen, wobei Sieg und Niederlage sehr eng beisammen sind», betonte der Berner. Erst dann wurde der starke Mann von den Emotionen überrollt und es kullerten Tränen der Freude über die Wangen.

Auf Sempach, der wie Vorgänger Kilian Wenger in Frauenfeld alle Gänge gewinnen konnte, kommen nun strube Zeiten zu. Der Medien- und Werberummel wird für ihn enorm sein. An Popularität im Volk wird es ihm nicht mangeln: Dass ein Schwingerkönig Sempach heisst, wird in der Eidgenossenschaft schon aus historischen Gründen mit viel Wohlwollen zur Kenntnis genommen werden.

Erstellt: 01.09.2013, 17:50 Uhr

Artikel zum Thema

Matthias Sempach ist Schwingerkönig

News-Ticker Der Favorit aus Alchenstorf gewinnt das Eidgenössische Schwingfest in Burgdorf souverän. Im Schlussgang legte er auch Christian Stucki auf den Rücken. Mehr...

Die Schweiz und ihre Könige

Wer wurde in den letzten 50 Jahren Schwingerkönig? Tagesanzeiger.ch/Newsnet blickt vom Eidgenössischen in Burgdorf bis ins Jahr 1964 zurück. Mehr...

«Ich hoffe, wir dominieren auch am Sonntag»

Die Berner Schwinger imponierten am ersten Tag des Eidgenössischen in Burgdorf. Die Reaktionen von Siegern und Verlierern. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Blogs

Sweet Home So geht Gastfreundschaft

Geldblog Vifor bleibt eine Wachstumsgeschichte

Werbung

Weiterbildung

Ausbildung & Weiterbildung Finden Sie die passende Weiterbildung Technischer Kaufmann, Deutsch lernen, Coaching Ausbildung, Präsentationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung

Die Welt in Bildern

Russische Torte: Indische Konditoren legen letzte Hand an eine essbare Kopie der Moskauer Basilius-Kathedrale, die sie für die 45. Kuchenausstellung geschaffen. (12. Dezember 2019)
(Bild: Jagadeesh NV) Mehr...