Kauter erkämpft WM-Medaille

Fabian Kauter beendete bei der WM im italienischen Catania die Durststrecke der Schweizer Fechter. Der Berner gewann im Degen-Einzel die Bronzemedaille.

Freude über die WM-Medaille: Fabian Kauter bei der Siegerehrung in Catania. (12. Oktober 2011)

Freude über die WM-Medaille: Fabian Kauter bei der Siegerehrung in Catania. (12. Oktober 2011) Bild: Keystone

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Seit 2001 in Nimes gewann das Schweizer Fechtteam an Weltmeisterschaften kein Edelmetall mehr. Damals hatten Basil Hoffmann und Gianna Hablützel-Bürki (beide im Degen-Einzel) sowie das Degenteam der Frauen für eine Medaillenflut gesorgt. Nun schlugen die Schweizer in Sizilien bei erstbester Gelegenheit zu. Fabian Kauter reihte vier Siege aneinander, ehe er im Halbfinal am Einheimischen und späteren Weltmeister Paolo Pizzo mit 12:15 scheiterte.

Die ersten Aufgaben bewältigte der Sohn des zweimaligen Fecht-Olympia-Medaillengewinners Christian Kauter souverän. Abgeklärt und taktisch geschickt schlug er in seinen ersten beiden Gefechten den Holländer Tristan Tulen und den Südkoreaner Jin Sun Jung. Im Achtelfinal bewies er dann Nervenstärke und siegte gegen Jean-Michel Lucenay, den Europameister von 2010, 15:14. Nachdem 15:11 gegen den Kasachen lmir Alimschanow hatte er bereits die Bronzemedaille auf sicher, konnte sich aber angesichts der verbliebenen Gegner berechtigte Hoffnungen auf den Titel machen.

«Ich war zu wenig mutig»

Doch wie bereits während des gesamten Finaltages trumpften die Aussenseiter auf. Sowohl der Weltranglistenerste aus Frankreich Gauthier Grumier als auch der italienische Olympiasieger Matteo Tagliarol waren bereits längst ausgeschieden, als Kauter sich dem Weltranglisten-13. Pizzo geschlagen geben musste. Es war keine zwingende Niederlage, auch deshalb war sie ein wenig bitter. «Das mag jetzt dumm tönen, doch ich hatte das Gefühl, dass ich der bessere Fechter bin», blickte Kauter zurück. Der Schweizer hatte mehr Varianten auf Lager und vor allem führte er 11:9: «Dann habe ich einen Fehler gemacht. Ich war zu wenig mutig.»

Der in Catania geborene Pizzo, der mehr durch seine Kraft als durch seine Technik überzeugt, schaffte - nicht zuletzt getrieben von seinem Heimvorteil - noch die Wende und setzte sich dann auch im Final gegen den Holläner Bas Verwijlen nach 0:4-Rückstand mit 15:13 durch. Kauter nahm das neidlos zur Kenntnis: «Obwohl Leute im Verlauf des Tages auf mich zukamen und sagten, heute sei mein Tag, muss man auch mal zufrieden sein mit dem Erreichten. Die Bronzemedaille ist ein wunderschöner Erfolg!»

Überhaupt sei es bislang eine traumhafte Saison mit Podestplätzen bei den Grand Prix' in Doha (3.) und Stockholm (1.). Die guten Resultate führen dazu, dass sich Fabian Kauter, der in Catania lautstark von seinem nicht für die WM nominierten Bruder Michael unterstützt wurde, mit grossen Schritten der Qualifikation für die Olympischen Spiele in London nähert. «Jetzt werden wir schon ein wenig feiern», kündigte Kauter an. Doch nicht zu lange, denn am Samstag steht die Mannschaft mit intakten Medaillenchancen im Einsatz.

Heinzer und Steffen enttäuschten

Enttäuschend verlief der Wettkampf für die beiden anderen Schweizer im 64er Tableau. Max Heinzer scheiterte im Sechzehntelfinal am Polen Radoslaw Zawrotniak. Der Schwyzer, in Sizilien als Nummer 7 gesetzt, kam in seinem zweiten Gefecht aus dem Tritt, weil er dachte, dass sein Degen die Treffer nicht anzeigte. Ein technisches Problem wurde allerdings nicht entdeckt und so entschied sich Heinzer mit wenig Erfolg, seine Taktik zu ändern. Trotz der Niederlage gegen Zawrotniak befindet sich der 24-Jährige weiterhin auf Kurs Richtung Olympische Spiele in London.

Benjamin Steffen scheiterte schon in der ersten Runde. Dabei hatte der einstige Sparringpartner von Olympiasieger Marcel Fischer in der Qualifikation mit sechs Siegen überzeugt. Doch gegen den Ukrainer Anatoli Herej lief nach einer raschen 6:3-Führung vieles schief. Mit Angriffen, die Nationaltrainer Angelo Mazzoni als unmotiviert bezeichnete, verlor er das Gefecht noch. Letztlich fehlte ausgerechnet dem Routinier die nötige Geduld. (si)

Erstellt: 13.10.2011, 06:37 Uhr

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