Raess kratzt an Ryffels Rekord

Der Zürcher Jonas Raess verpasst im 3000-m-Hallenrennen von Düsseldorf den 41-jährigen Schweizer Rekord nur knapp, ist aber Europas Jahresbester.

Jonas Raess zeigte in Düsseldorf ein sehr gutes Rennen über 3000 m. (Bild: Imago)

Jonas Raess zeigte in Düsseldorf ein sehr gutes Rennen über 3000 m. (Bild: Imago)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Ende Februar 1979 lief Markus Ryffel die 3000 m in Wien in 7:44,43 Minuten – es ist der älteste Schweizer Hallenrekord. Doch am Dienstagabend ist es fast um ihn geschehen: Jonas Raess verpasste den Rekord in Düsseldorf lediglich um 1,24 Sekunden. Der 25-Jährige aus Langnau am Albis staunte, liess aber auch sein Selbstvertrauen durchscheinen: «Ein unglaubliches Rennen, eine grossartige Zeit, genau das, was ich mir erhofft hatte.» Kein Europäer ist in diesem Winter schneller gelaufen.

Die Basis für diese Leistung hat sich Raess in den vergangenen Monaten sukzessive erarbeitet. Nach seiner EM-Premiere 2018 in Berlin und dem Abschluss seines Wirtschaftsstudiums suchte er ein professionelles und kompetitives Umfeld. Er verliess sein Umfeld im LC Regensdorf und schloss sich der britischen Gruppe um Coach Steve Vernon in Manchester (Gb) an. Der Start verlief harzig. Ein so genanntes «Läuferknie», eine häufige Knieverletzung, zwang ihn zu sechs Monaten Pause. Dennoch erreichte er (ohne richtigen Aufbau im Winter) vergangene Saison seine bisher besten Ergebnisse: den Sieg an der Universiade über 5000 m sowie Rang 10 an der Cross-EM im Dezember.

Im Sprint den besten Europäer bezwungen

Dass die Leistungskurve weiter steigt, zeigte sich beim Hallen-Debüt vor zehn Tagen in Boston, als er in 7:52,20 eine Zeit lief, die Indoor seit 30 Jahren kein Schweizer mehr erreicht hatte. Nun toppte er diese klar – dank «erhofftem schnellen Rennen». Erstaunt ob dem horrenden Anfangstempo, folgte Raess «dem Afrika-Schnellzug» während zwei Kilometern. Als er das Quintett um den späteren Sieger und 5000-m-WM-Zweiten Selemon Barega (Äth/7:35,71, Jahresweltbestzeit) ziehen lassen musste, fand er Unterstützung durch den besten Europäer, den Spanier Mohammed Katir. Diesen bezwang Raess im starken Finish klar.

Über seine jüngste Leistung sagt Raess: «Einen solch grossen Schritt hätte ich nicht erwartet.» Wie gross dieser ist, zeigt sich im Vergleich zu seiner Freiluft-Bestmarke: Über 15 Sekunden beträgt die Differenz. «Es zahlt sich aus, was ich investiere», folgert er. Und endgültig angedeutet hat er, dass neben der EM Ende August auch die Olympischen Spiele im Sommer ein realistisches Ziel werden dürften.

Erstellt: 05.02.2020, 13:37 Uhr

Artikel zum Thema

Wanders knackt eigenen Europarekord

Der 23-Jährige unterbot beim 10-km-Strassenlauf in Valencia seine Bestmarke um 12 Sekunden. Kipruto und Chepkirui laufen Weltrekord. Mehr...

Wanders muss im Kopf fitter werden

Der Genfer Julien Wanders hat eine Saison voller Bestzeiten, aber auch Tiefschläge hinter sich. Sein Trainer fordert nun mentale Bereitschaft. Am Sonntag startet er an der Cross-EM mit Medaillenchancen. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Blogs

Mamablog Lust auf ein Sexdate, Schatz?

Sweet Home Lernen Sie besser wohnen

Newsletter

Der ideale Start in den Tag

Sie wollen täglich die besten Beiträge aus der Redaktion?
Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter «Der Morgen».

Die Welt in Bildern

Aufwändige Feier: Farbenfroh ist der Karneval in Macedo de Cavaleiros, Portugal. (25. Februar 2020)
(Bild: Octavio Passos/Getty Images) Mehr...