Russlands Schwimmer schwer belastet

Gemäss der ­Londoner «Times» wird im russischen Schwimmen systematisch betrogen.

Julia Jefimowa, zweifache Brust-Weltmeisterin, muss mit einer lebenslangen Sperre rechnen.

Julia Jefimowa, zweifache Brust-Weltmeisterin, muss mit einer lebenslangen Sperre rechnen. Bild: Keystone

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Nach dem Dopingskandal ist vor dem Dopingskandal – gemäss der ­Londoner «Times». Sie schreibt, dass im russischen Schwimmen systematisch ­betrogen werde. Davor hatte die Welt-Antidoping-Agentur Wada der russischen Leichtathletik flächendeckendes Doping nachgewiesen. Laut «Times» gehe das Betrugsprogramm der Schwimmer auch auf Sergei Portugalow ­zurück. Er wurde wegen seiner Verstrickungen in die Manipulationen der russischen Leichtathleten lebenslang ­gesperrt, ficht diesen Entscheid jedoch vor dem internationalen Sportgericht ­an. Die «Times» schreibt in ihrem Text auch von zwei vertuschten positiven ­Dopingkontrollen. Zudem bezieht sie sich auf die Aussagen eines ausländischen Schwimmtrainers, den der russische Verband ­engagieren wollte. Dabei habe man ihm erklärt, dass ein eigenes Kontrolllabor zur Ver­fügung stehe und er folglich ­sorgenfrei wirken könne.

Olympia-Ausschluss gefordert

Wada-Präsident Craig Reedie reagierte diplomatisch auf die Recherchen: «Sollten diese Anschuldigungen stimmen, werden wir dies genau untersuchen.» Travis Tygart hingegen, der prominente Chef der US-Antidoping-Agentur, ­forderte gleich den Ausschluss aller ­russischer Sportler von Olympia im ­August: «Sie spielen mit uns und lachen sich hinter unserem Rücken kaputt. Es ist staatlich geschütztes Doping, und nichts anderes als harte Konsequenzen wäre gegenüber den sauberen Athleten fair.» Der russische Schwimmverband sagt jedoch, die «Times»-Recherchen seien falsch, der internationale Verband will die Informationen sehen. Bekannt ist: Seit 2009 wurden 23 russische Schwimmer des Dopings überführt. ­Zuletzt erwischte es Julia Jefimowa, die 2-fache Brust-Weltmeisterin von 2013. Nachdem sie vor drei Jahren positiv ­getestet worden war, gab sie diesen ­Monat eine weitere positive Kontrolle ab (auf Meldonium). Sie muss mit einer ­lebenslangen Sperre rechnen. (cb)

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 23.03.2016, 21:40 Uhr

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