Sandstrand statt Wallstreet

Windsurf-Ikone Robby Naish feiert heute seinen 50. Geburtstag. Er steht für viele Menschen, denen ein Job in der Finanzwelt oder im muffigen Versicherungsbüro zuwider war.

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Mit total 24 Weltmeistertiteln stellt Robby Naish einen Sportler dar, den man allgemein als Champion bezeichnet. Doch der Amerikaner ist mehr als ein Virtuose im Windsurfen: Für eine ganze Generation der 80er- und 90er-Jahre war Naish ein Idol, eine «Ikone des Freigeistes», wie ihn Orf.at beschreibt. Reisen, Sandstrand, Windsurfen – dieser Lebensinhalt passte vielen jungen Menschen, denen ein Job an der New Yorker Wallstreet, an der Zürcher Bahnhofstrasse oder im muffigen Versicherungsbüro zuwider war.

Das Erstaunliche ist, dass Naish auch bei der heutigen jüngeren Generation gut ankommt, ja sogar immer noch ein Vorbild ist. Die junge Surfergemeinde, deren Lebenselixier aus Wind und Wellen besteht, würde sich nie getrauen, den Jubilar als Windsurf-Grufti zu bezeichnen. Dazu ist sein Nimbus zu gross, dazu sieht der 50-jährige Beach Boy aus Kalifornien viel zu jung aus, ist sein Body zu athletisch. Das Phänomen Bierbauch scheint der Vater einer Tochter ohnehin nicht zu kennen, obwohl er sich vom Wettkampfsport zurückgezogen hat.

Der Sport als Lebenselixier

Die Beliebtheit von Naish bei den Teens und Twens hat gewiss auch mit seiner geschickten PR-Strategie und seinen vielen Produkten für die Szene zu tun. Zudem gibt sich der 50-Jährige in der Öffentlichkeit weiterhin cool, offen und lebensfroh. «Das fühlt sich doch toll an. Ich habe Glück im Leben, den Sport als Zentrum meines Universums zu haben. Das hat mich mindestens im Herzen gesund und jung bleiben lassen», erklärte das Geburtstagskind gegenüber der deutschen Agentur DPA. Dass er immer noch so jugendlich geblieben ist, hängt wohl auch damit zusammen, dass er das Leben nie als strapaziös empfand. «Ich habe Stress nie so betrachtet, wie es viele andere tun. Für mich ist Stress etwas, was man in einer positiven Art und Weise verinnerlichen kann», meinte die lebende Windsurf-Legende, die auch Wesentliches zur technischen Entwicklung der Surfbretter beitrug.

Naish reist heute noch viel, das Brett ist neben dem Koffer sein ständiger Begleiter. Nach dem Frühstück mit der Tochter und dem Checken der Mails hängt der Tagesablauf davon ab, was Wind und Wellen machen. «Der Strand ist mein Zuhause. Dieses Leben ist ein bisschen verrückt. Aber ich liebe es.»

Man sieht es ihm auch an. Happy Birthday, Mister Naish! (fal/bor)

Erstellt: 23.04.2013, 17:43 Uhr

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