Sefolosha an einem Wendepunkt

Der Schweizer NBA-Spieler liegt mit Oklahoma City Thunder gegen Memphis in der ersten Playoff-Runde 1:2 zurück und steht vor dem Ende seines Vierjahresvertrags.

In Rücklage: Thabo Sefolosha wird von Memphis’ Tony Allen bedrängt. Foto: Keystone

In Rücklage: Thabo Sefolosha wird von Memphis’ Tony Allen bedrängt. Foto: Keystone

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Oklahoma City Thunder holte in der Schlussphase des vierten Viertels bei den Memphis Grizzlies wohl einen Rückstand von 17 Punkten zum 85:85 auf, doch in der Verlängerung setzte es für die Thunder dennoch eine Niederlage ab. Nach dem 95:98 und drei Spielen in der Best-of-seven-Serie der ersten Playoff-Runde führt Memphis, das die Regular Season nur auf Platz 7 abgeschlossen hat, mit 2:1 Siegen. Spiel 4 morgen Sonntag findet wieder in Memphis statt.

Die Ausgangslage gibt Anlass zur Sorge für Oklahoma City, den Zweiten im Westen der Liga. In der vergangenen Saison schieden die Thunder nach der Meniskusverletzung ihres Spielmachers Russell Westbrook in der zweiten Playoff-Runde just gegen die Grizzlies aus. Und von den letzten sechs Spielen in Memphis vermochten sie nur eines zu gewinnen.

Bei der jüngsten Niederlage zeigte sich einmal mehr, was seit Jahren Segen und Fluch ist. Russell Westbrook und Kevin Durant bilden das wohl genialste Duo in der NBA. Läuft es den beiden, sind sie nicht zu stoppen, und alle Spieler werden ins Angriffsspiel integriert. Harzt es aber, wird das Offensivspiel komplett von diesem Tandem abhängig.

Beim 95:98 skorten sowohl Durant wie Westbrook je 30 Punkte, aber zusammen warfen die beiden aus dem Spiel 53-mal und brachten insgesamt nur 19 Würfe in den Korb. Topskorer Durant verpasste alle 8 seiner Dreipunktewürfe. Lediglich Serge Ibaka kam mit 12 Punkten noch auf eine zweistellige Zahl bei der Thunder, während bei Memphis sechs Spieler zweistellige Werte realisierten.

«Im Angriff drei gegen fünf»

Steve Kerr, fünffacher NBA-Champion mit den Chicago Bulls und den San ­Antonio Spurs und jetzt als TV-Analyst tätig, bezeichnete Thabo Sefolosha und Center Kendrick Perkins als «hervor­ragende Defensivspieler. Aber in offensiver Hinsicht sind sie keine Gefahr. Im Prinzip spielen die Thunder im Angriff drei gegen fünf».

Sefolosha weiss das. Er ist im Offensivsystem von Coach Scott Brooks erst die dritte oder vierte Option. In Memphis kam er auf 7 Punkte, warf lediglich dreimal und verwandelte seine drei Freiwürfe. Dem Romand wurde schon bei der ersten Vertragsunterzeichnung im Februar 2009 vom Thunder-Management klargemacht, wie er seine Rolle zu definieren habe. Und Sefolosha ist Realist, betont, die Ausnahmespieler Durant und Westbrook hätten für das Team schon so viele Spiele gewonnen, dass es Pflicht sei, sich im Teamgefüge einzuordnen. Immerhin drang die Thunder 2012 unter der Regie ihres Starduos bis in den Final vor.

Mittlerweile ist Sefolosha in seiner achten NBA-Saison. Am 2. Mai wird er 30, und er wird im Sommer eine grund­legende Karriere-Entscheidung treffen müssen. Sein Vertrag, der ihm über vier Jahre insgesamt 13,8 Millionen Dollar einbringt, läuft Ende Saison aus. Wird er mit diesem Thema konfrontiert, kramt er seine Standardantwort hervor. «Es ist momentan zu früh, um darüber nachzudenken.»

Zukunft: Chancen statt Sorgen

Fakt ist: Oklahoma City hat bis zum 30. Juni Zeit, mit Sefolosha den Vertrag zu verlängern. Geschieht dies nicht, wird der Schweizer «free agent», kann mit allen Teams verhandeln und Oklahoma City verlassen. Gespräche zwischen dem Thunder-Management und Sefolosha haben stattgefunden. Bisher wurde ihm bloss ein Vertrag über zwei Jahre angeboten. Den will der Schweizer nicht unterschreiben. Oklahoma City hat mit Durant, Westbrook und Ibaka aber drei Spieler langfristig unter Vertrag, die je deutlich mehr als 10 Millionen Dollar pro Saison verdienen. ­Durants Fünfjahresvertrag ist gar 85 Millionen Dollar wert. Viel Platz innerhalb der von der Liga vorgegebenen Team-Gehaltslimite bleibt da nicht.

Sefolosha betont, dass er gern in ­Oklahoma City bleiben würde, bei einem Team, das seit drei Jahren zur NBA-Spitze zählt. Doch nervös wirkt er nicht. Der Gedanke, einmal in seiner NBA-Karriere den eigenen Marktwert testen zu können, scheint ihm durchaus zu behagen. Sollte Oklahoma City im Juni nicht NBA-Champion werden, stehen die Zeichen wohl auf Abschied.

NBA. Playoff-Achtelfinals (best of 7). Eastern: Atlanta (8.) - Indiana (1.) 98:85 (2:1). – Western: Memphis (7.) - Oklahoma City (2., mit Sefolosha/7 Punkte) 98:95 n.V. (2:1). Golden State (6.) - LA Clippers (3.) 96:98 (1:2).

Erstellt: 25.04.2014, 21:14 Uhr

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