Superman, Road Runner und Heilige Maria

In der kommenden Nacht tragen die Carolina Panthers und die Denver Broncos den Superbowl 50 aus. Wir liefern fünf Video-Gründe, weshalb auch Sie aufbleiben sollten.

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Der Superbowl – jedem Football-Fan stellen sich nur schon beim Gedanken an den grossen Final der NFL-Saison die Nackenhaare auf. Über 800 Millionen Zuschauer werden in der kommenden Nacht weltweit vor den Bildschirmen kleben, wenn die Carolina Panthers und die Denver Broncos im Levis Stadium von San Francisco um den Sieg kämpfen. Wir stimmen Sie ein auf die grosse Sause, mit fünf spektakulären Spielzügen (und einem Zückerchen) aus der vergangenen Spielzeit.

Cam Newton Superman

Gleich einer ganzen Armee von Kolossen sieht sich ein Quarterback für gewöhnlich gegenüber, wenn er den Ball erhält. Für Cam Newton, Quarterback der Carolina Panthers, kaum ein grösseres Problem. Besonders in Erinnnerung bleibt sein Touchdown gegen die Houston Texans. Bei einem Down drei Yards vor der Endzone fasste der 26-Jährige den Entschluss, den Touchdown selbst zu erlaufen. Kurz vor der Endzone stellte sich ihm Texans-Safety Rahim Moore in den Weg. Newtons Lösung: Linksrum? Nein. Rechtsrum? Auch nicht. Der Quarterback setzte zum Sprung an und flog mit einem Salto über Moore hinweg. Spätestens da wurde auch dem Letzten klar, weshalb Newton den bescheidenen Übernamen Superman trägt.

Und als kleines Zückerchen gleich noch eine Tat des Superman. Denn dass Newton selbst von mehreren Verteidigern kaum zu stoppen ist, bewies er in der Partie gegen die Atlanta Falcons. Gleich acht Gegenspieler versuchten ihn davon abzuhalten, ein neues First Down zu erlaufen – ohne Erfolg.

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Mit den Händen eines Chirurgen

Genau wie Carolinas Cam Newton, ist auch Russell Wilson, Quarterback der Seattle Seahawks, ein sogenannter Scrambler. Ein durchtrainierter Athlet also, der nicht nur seinen Wurfarm, sondern eben auch seine eigenen Beine braucht, um den nötigen Raumgewinn für sein Team herauszuholen. Eine Kombination dieser beiden Fähigkeiten zeigte Wilson beim Wildcard-Spiel gegen die Minnesota Vikings. Er schaffte es, einem scheinbar völlig verpatzten Spielzug noch eine spektakuläre Wende zu geben. Mit vier Gegenspielern an seinen Fersen, ersprintete sich Wilson den nötigen Raum, um dann mit den Händen eines Chirurgen einen perfekten Pass zu seinem Receiver Tyler Lockett zu werfen.

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«Bay-Bay» sagt «bye-bye»

Während Wilson – im Gegensatz zu den vergangenen beiden Saisons – nicht in der Superbowl anzutreffen ist, dürfen sich die Fans in diesem Jahr auf Denvers Demaryius Thomas freuen. Der Wide Receiver, der auf den Übernamen «Bay-Bay» hört, wird eine der grössten Waffen von Peyton Manning im Kampf um den Sieg sein. Die Defense der Panthers muss sich auf einen nicht nur schnellen, sondern auch enorm wendigen Spieler gefasst machen. Beispiel gefällig? Wie wärs mit dem 72-Yard-Run von Thomas gegen die San Diego Chargers:

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Der menschgewordene Road Runner

Übrigens empfielt es sich heute Nacht, von Anfang an einzuschalten. Denn American Football mag zwar eine von Quarterbacks und Taktik geprägte Sportart sein, doch häufig geht es bereits zur Sache, noch bevor der Spielmacher das Feld überhaupt betreten hat. So krallte sich etwa Seattles Rookie Tyler Lockett diese Saison nach einem Kickoff den Ball und rauschte damit 105 Yards in die Endzone der Chicago Bears.

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Mit der heiligen Maria in die Endzone

Spätestens wenn eine Mannschaft in den letzten Sekunden des Spiels in Rückstand liegt, nützt auch dem Quarterback keine Taktiktafel der Welt mehr etwas. Dann muss das ovale Ei mit einem Gewaltswurf irgendwie Richtung Endzone des Gegners befördert werden. Unbeding nötig für das Gelingen dieses Unternehmens: ein starker Wurfarm und eine zünftige Portion Gottvertrauen; nicht umsonst heisst dieser Spielzug «Hail Mary» (zu Deutsch: Ave Maria). In perfekter Vollendung demonstriert von Aaron Rodgers, dem Quarterback der Green Bay Packers, in der Playoff-Partie gegen die Arizona Cardinals.

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Spätestens das sollte Grund genug sein, um bis in die frühen Morgenstunden vor dem Fernseher mitzufiebern. Und denken Sie daran: Bei 800 Millionen Zuschauern weltweit dürften Sie am Montagmorgen kaum als Einziger mit Augenringen im Büro erscheinen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 07.02.2016, 15:01 Uhr

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