US- oder Schweizer Militär: Welcher Sporttest ist härter?

Wo die Rekruten mehr ins Schwitzen kommen: Zum Schweizer RS-Start haben wir den Selbstversuch gewagt.

Der Sporttest des US- und Schweizer Militärs im Vergleich. Video: Adrian Panholzer und Nicolas Fäs

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Irgendwann tropft es nur noch. Es muss so zwischen Kilometer zwei und drei sein, wenn neben Oberschenkel, Waden und Arme auch die Augen zu brennen beginnen – dieser verdammte Schweiss. Denn 3,2 Kilometer in schnellstmöglicher Zeit zu rennen ist ja an sich schon eher ungemütlich. Aber erst als Abschluss eines Tests, der zuvor schon die Muskelkraft auf die Probe gestellt hatte, wird die Aufgabe richtig mühsam.

So ist er, der neue Sporttest fürs US-Militär. Fast 40 Jahre lang mussten Anwärter für die Army Rumpfbeugen und Liegestützen machen, der 3,2-Kilometerlauf war schon damals der Schlusspunkt. Seit Oktober 2018 läuft ein einjähriges Pilotprojekt, ein Test des Tests, gewissermassen. Um zu bestehen ist nach den sechs Aufgaben (fünfmal Kraft, einmal Ausdauer) eine Mindestpunktzahl von 360 nötig – maximal gibt es 100 Punkte pro Übung. Seither seien gerade mal 29 Prozent aller US-Amerikaner im Alter von 17 bis 24 diensttauglich, schreibt das US-Medienportal «Vice». Wer einen (physisch) anspruchsvolleren Job will, dem reichen die 360 Punkte allerdings nicht. Je nach Aufgabe gibt es höhere Hürden, die zu überstehen sind – ab 420 Punkte hat sich ein Rekrut für die Jobs mit «sehr hoher physischer Anforderung» qualifiziert.

«Ich bevorzuge Qualität vor Quantität», begründet der Ausbildner Major General Malcolm Frost die gestiegene Messlatte. Der neue Test sei mehr auf die physischen Anforderungen ausgerichtet, die Soldaten mitbringen müssen, wenn es ernst wird.

Aber ist der neue US-Test wirklich so viel härter als derjenige, den die Schweizer Rekruten, die heute in die Sommer-RS starten, absolvieren mussten? Wir haben im Video oben den Selbsttest gewagt.

Erstellt: 24.06.2019, 06:01 Uhr

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