Und dann zeigt Buffon die Parade des Jahres

Arno Del Curto beim ZSC und Roger Federers Rücktritt: Ein vorausschauender Rückblick auf 2019.

Zwei grosse Namen treffen auch im Champions-League-Final 2019 aufeinander: Gianluigi Buffon und Cristiano Ronaldo. Bild: Getty Images.

Zwei grosse Namen treffen auch im Champions-League-Final 2019 aufeinander: Gianluigi Buffon und Cristiano Ronaldo. Bild: Getty Images.

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Auch wenn 2019 erst acht Tage alt ist, blicken wir voraus und bereits heute zurück auf dieses Jahr.

Auf das Comeback des Jahres. Die ZSC Lions mussten handeln in dieser Nacht zum Samstag, 23. Februar, nachdem sie erneut verloren hatten, diesmal gegen Lugano, und ein Platz im ­Playoff wieder gefährdet war. Sie entliessen ihren Trainer Serge Aubin. Im Bus, der die Mannschaft zum nächsten Spiel nach Davos bringt, ausgerechnet Davos, ist auch Arno Del Curto, den die Fans im Hallenstadion nach der Niederlage gegen Lugano mit Sprech­chören gefordert hatten. «ADC, du musst uns helfen», stand auf Plakaten. Und dann sitzen die Zürcher Spieler im Car, und zwei Stunden lang müssen sie in voller Lautstärke die Musik der kalifornischen Band Rage Against The Machine hören, das ganze Prättigau hinauf dann nur noch ein Lied, «Killing in The Name», mehr Gedicht als Song, sechs Zeilen lang nur, das sich gegen Rassismus und die Brutalität der Polizei wendet und zur Gegenwehr auffordert.

«Killing in The Name» von «Rage Against The Machine». Quelle: YouTube.

Auf die Parade des Jahres. Alles hat er gewonnen, nur die Champions League nie, und das lag auch an Cristiano Ronaldo, damals bei Real Madrid, er war Torhüter bei Juventus. Jetzt stürmt Ronaldo für die Juve, und Gianluigi Buffon, der ewige Gigi, steht im Tor von Paris St-Germain, 41 ist er inzwischen. Und Juventus gegen PSG ist am 1. Juni in Madrid auch der Final der Champions League. In der letzten Minute stürmt Ronaldo auf Buffon los, Buffon wehrt mit einer grandiosen Parade ab, die Franzosen gewinnen 1:0, und nach dem Schlusspfiff umarmen sich die beiden, mit Tränen in den Augen.

Auf den Rücktritt des Jahres. Die Zuschauer in der Halle von Basel klatschen und klatschen und hören nicht auf zu klatschen, es ist der Sonntagnachmittag, 27. Oktober, Roger Federer hat eben wieder die Swiss Indoors gewonnen, zum zehnten Mal, und er verkündet, das sei sein letztes Spiel gewesen. Man hatte es geahnt. Und jetzt sitzt Federer auf einem Stuhl, erhebt sich zwischendurch mehrmals, verneigt sich, und 9000 stehen und klatschen und schreien, am Ende 75 Minuten lang, noch ein Rekord, den nun Federer hält. Es ist der längste Applaus, bisher stand im «Guinnessbuch der Rekorde» der Name Luciano Pavarotti, er war 1988 in der Oper von Berlin 67 Minuten lang gefeiert worden, nach seinem Auftritt in Donizettis «Liebestrank». 115-mal war Pavarotti damals hinter dem Vorhang verschwunden und wieder ­erschienen. Als Federer an diesem Sonntag weggeht, wissen alle: Wir sehen ihn nie mehr als ­Tennisspieler. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 08.01.2019, 10:07 Uhr

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