«Was hätte ich tun sollen?»

Matthias Siegenthaler (29) wurde in Kilchberg Opfer eines krassen Fehlentscheides. «An und für sich war es mein bestes Fest in dieser Saison. Es fühlt sich aber an wie eine schlimme Niederlage», sagt der Emmentaler.

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Nach halbem Pensum waren Sie in Führung gelegen, letztlich wurden Sie Sechster – sind Sie zufrieden?
Matthias Siegenthaler: Ich hatte den perfekten Vormittag, es ging wirklich alles auf, was ich mir vorgenommen hatte. Ich war extrem fokussiert, liess mich durch nichts ablenken. Ich bodigte Daniel Bösch und Mario Thürig, an und für sich war es mein bestes Fest der Saison. Aber letztlich muss ich von einem verlorenen Tag sprechen. Es fühlt sich an wie eine schlimme Niederlage.

Den vierten Kampf gegen Christian Schuler verloren Sie, hätten aber zuvor zum Sieger erklärt werden müssen, wie TV-Bilder bewiesen. Schuler gab gar zu, auf dem Rücken gewesen zu sein...
... das war schon sehr unglücklich. Während des Gangs blieb ich aber ruhig, betrachtete den Entscheid nicht als Nachteil. Ich dachte mir: Jetzt erst recht! Danach sah ich die Bilder, wusste, dass ich eigentlich gewonnen hätte. Dabei ging mir natürlich einiges durch den Kopf. Aber ich blieb weiterhin positiv, denn ich war ja nach wie vor im Rennen um die Schlussgang-Teilnahme.

Viele waren überrascht, dass Sie sich kaum beschwerten.
Ich war mir ziemlich sicher, dass es ein Fehlentscheid war. Aber was hätte ich denn tun sollen? Wer reklamiert, der riskiert, die Konzentration zu verlieren. Ich war irgendwie wie in einer Röhre gefangen, wollte nichts an mich heranlassen. Eigentlich war dies das richtige Rezept.

Hadern Sie mit dem Fehlentscheid?
(überlegt) Es ist schon bitter. Ich denke, dass ich hadern darf – ich wurde betrogen. Aber meine Leistung spornt mich an, nächste Saison wieder anzugreifen. Ich darf den Kopf nicht in den Sand stecken. Jetzt bin ich nudelfertig, brauche bald eine Pause.

Sie erhielten den Schönschwingerpreis – ein schwacher Trost?
Ja, denn in Kilchberg zählt nur der erste Rang. Und ich wäre sehr, sehr gerne Erster geworden.

Bereits im dritten Gang wurde das erste Berner Duell angesetzt.Wirkte sich dies auf die Stimmung in der Garderobe aus?
Diese Einteilungen hat keiner von uns nachvollziehen können. Es war völlig unnötig, uns so früh aufeinander loszulassen. Wenn schon, dann hätte das Kampfgericht die Sache durchziehen sollen und für den Schlussgang auch zwei Berner (Thomas Sempach war nach dem 5.Gang punktgleich mit Philipp Laimbacher und Christian Schuler, die Red.) nominieren müssen. Für uns war es etwas unangenehm. (Berner Zeitung)

Erstellt: 08.09.2014, 14:33 Uhr

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