Wild West auch im Basketball

14 Monate und 100’000 Franken – Christian Constantins Attacke gegen Rolf Fringer hat Folgen. Dabei ist er nicht der einzige Walliser Clubchef, der langfristig gesperrt wird.

Die Beschuldigten und auch Verurteilten Beteiligten (v. l.): Spieler Brandon Young, Vizepräsident Christophe Roessli, Präsident Christoph Grau und Spieler Humphrey Markell.

Die Beschuldigten und auch Verurteilten Beteiligten (v. l.): Spieler Brandon Young, Vizepräsident Christophe Roessli, Präsident Christoph Grau und Spieler Humphrey Markell. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Wir wechseln Sportart und Schauplatz. Von Fussball zu Basketball, von Sitten nach Genf. Am 8. April trifft der Walliser Club BBC Monthey dort auf die Genève Lions. Es ist Cupfinal, 5'000 Zuschauer, die Stimmung aufgeheizt, das Resultat knapp: 77:78 verliert Monthey, den letzten Korb erzielt die Heimmannschaft 26 Sekunden vor Schluss. Die Stimmung steigert sich von aufgeheizt zu kochend.

Während die Spieler von den Genève Lions feiern und der Präsident des Vereins Imad Fattal dem Fernsehsender RTS deux unter Freudentränen ein Interview gibt, spielen sich auf der Verliererseite tumultöse Szenen ab. Denn mit den Schiedsrichtern Sébastien Clivaz und Markos Michaelides sind die Schuldigen schnell gefunden. Und das bekommen sie zu spüren.

Ausschreitungen und Strafen

Es kommt zu Ausschreitungen nach dem Spiel, bei denen Swiss Basketball mehrere gravierende Zwischenfälle registriert. Demnach folgt der Trainer von Monthey, Niska Bavcevic, den Schiedsrichtern nach Spielschluss und beleidigt sie. Noch weiter gehen die beiden amerikanischen Spieler Humphrey Markel und Brandon Young. Sie verfolgen die Schiedsrichter nicht nur, sie dringen sogar in deren Garderobe ein und werfen ihre eben abgeholten Silbermedaillen nach ihnen. Auch die Vereinsführung mischt mit. Präsident Christoph Grau und sein Vize Christophe Roessli werden ausfällig.

Die Sperren in erster Instanz: Trainer Bavcevic bekommt acht Spielsperren aufgebrummt, sein Assistent Nathan Zana fünf. Die Amerikaner Markel und Young müssen sieben beziehungsweise sechs Spiele zusehen, Präsident Grau sogar 10. Ein wenig glimpflicher davon kommt Roessli: er bekommt eine Sperre von fünf Spielen. Die Geldstrafen varieren zwischen 250 und 1’000 Franken.

«Auf allen Ebenen unverhältnismässig»

Das ist aber nur der Anfang. Drei Monate nach dem verheerenden Cupfinal werden die endgültigen Strafen gegen die Vereinsführung bekannt gegeben. So muss Präsident Grau den Spielen seiner Mannschaft und allen anderen von Swiss Basketball durchgeführten Spielen noch bis am 17. Dezember fern bleiben. Das entspricht einer Strafe von 120 Tagen, während der Sommerpause ist diese ausgesetzt. Die Busse wird erhöht: Statt 1’000 Franken muss Grau 2’000 bezahlen. Roessli bekommt 60 Tage und 1’000 Franken.

Die beiden Verurteilten sind mit dem Verdikt alles andere als einverstanden. «Wir können diesen Entscheidungen nicht zustimmen, sie sind auf allen Ebenen unverhältnismässig, auch wenn wir nichts anderes erwartet haben. Wir werden uns die Zeit nehmen, um uns zu verteidigen», so Roessli nach der Verkündung. Grau und Roessli entscheiden sich, gegen das Urteil vorzugehen.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 12.10.2017, 17:33 Uhr

Artikel zum Thema

Constantin: «Die Liga wollte Krieg, den haben sie nun»

Die Disziplinarkommission der Liga greift nach dem Ausraster von Sion-Präsident Christian Constantin durch. Seine Reaktion ist heftig. Mehr...

Constantin für 14 Monate gesperrt

Die Liga zieht Christian Constantin für seine Tätlichkeit an Rolf Fringer monatelang aus dem Verkehr. Ausserdem muss Sions Präsident eine Busse von 100'000 Franken zahlen. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Paid Post

Erfolgreich anlegen

ETF-basierte Anlagen sind im Trend, Online-Angebote auch. Durch die Kombination von beidem wird eine kostengünstige Anlagelösung angeboten.

Kommentare

Blogs

Sweet Home Achtung, es wird üppig

Mamablog Männer, wehrt euch!

Die Welt in Bildern

Immer schön strammstehen: Mitglieder der jüngsten Abschlussklasse der New Yorker Polizeiakademie passen vor Beginn der Feierlichkeiten im Madison Square Garden in New York, USA ihre Handschuhe an. Über 450 neue Polizisten wurden während der Zeremonie vereidigt (23. Oktober 2017).
(Bild: Justin Lane) Mehr...