Wird es nun auch für Bolt langsam eng?

Die US-Anti-Doping-Agentur (Usada) soll den jamaikanischen Kollegen auf die Sprünge helfen. Das könnte durchaus Konsequenzen für die Sprintszene in der Leichtathletik haben.

Im Blickpunkt: Jamaikas Sprint-Asse müssen in Zukunft mit mehr unangekündigten Dopingkontrollen rechnen.

Im Blickpunkt: Jamaikas Sprint-Asse müssen in Zukunft mit mehr unangekündigten Dopingkontrollen rechnen. Bild: Keystone

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Bei der Anti-Doping-Konferenz im südafrikanischen Johannesburg werden die Erfahrungen der Dopingjäger ausgetauscht. Auch Vorschläge werden unterbreitet. Travis Tygart, der emsige Chef der Usada, ist der Ansicht, dass die Kollegen aus Jamaika unterstützt werden sollten. «Sie brauchen Hilfe. Wir wollen, dass der Wada-Code umgesetzt wird. Ihre Athleten verdienen Besseres», erklärte der hartnäckige Dopingjäger gegenüber der Agentur AP. Und Tygart fügte bei, dass die Usada «bereit und gewillt» sei, Unterstützung für Jamaika zu leisten. Tygart hat sich weltweit einen Namen gemacht, weil er nicht zuletzt mit seiner Hartnäckigkeit den ehemaligen Radstar Lance Armstrong zu Fall brachte und als Dopinglügner entlarvte.

Dieser Support aus den USA für Jamaika ist auch bitter nötig, wenn der Kampf gegen Doping im karibischen Inselstaat ernst genommen werden soll. Die jamaikanische Regierung ist jedenfalls gewillt, mehr Geld für den Kampf gegen den pharmazeutischen Betrug bereitzustellen. In der Sprinternation soll es beispielsweise vor Olympia 2012 in London keine unangemeldeten Trainingskontrollen bei den jamaikanischen Leichtathleten gegeben haben. Diese Behauptung dürfte durchaus der Wahrheit entsprechen, denn sie stammt von Anne Shirley, der früheren Chefin der jamaikanischen Anti-Doping-Agentur (Jadco). In den vergangenen Monaten blieben trotzdem einige prominente Sprint-Asse Jamaikas im Dopingnetz hängen, so der ehemalige Weltrekordhalter über 100 Meter, Asafa Powell, oder die dreifache Olympiasiegerin Veronica Campbell-Brown.

Ungebetener Besuch aus den USA?

Sollte die Anti-Doping-Zusammenarbeit zwischen Jamaika und den USA tatsächlich zustande kommen, so wäre letztlich auch die Leichtathletik punkto Ethik der Nutzniesser. Jamaika steht schon seit Jahren im Ruf, bei den Dopingkontrollen zu lasch gewesen zu sein.

Doch bald könnte es für allfällige Betrüger sehr schwierig werden, unentdeckt zu bleiben. Die grosse und starke Sprinterfraktion mit König Usain Bolt als herausragender Figur muss im neuen Jahr damit leben, öfters ungebetenen Besuch von Dopingjägern zu erhalten – unter Umständen besitzen diese Überraschungsgäste den amerikanischen Pass. Wer Tygarts exakt arbeitendes Personal kennt, weiss, dass mit diesem nicht gut Kirschen essen ist. Nicht zuletzt hat Tygart in Nordamerika das Renommee erworben, der Eliott Ness des Dopingkampfes zu sein – in Erinnerung an die 1957 verstorbene FBI-Legende, die unerbittlich und unbestechlich den Kampf gegen das organisierte Verbrechen aufgenommen hatte.

Erstellt: 15.11.2013, 12:18 Uhr

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Hartnäckige Dopingjäger: Travis Tygart ist Chef der Usada. (Bild: Keystone )

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