Argentinien und sein alter Mann

Die WM in China ist das Turnier der Überraschungen: Am Sonntag um 14 Uhr stehen sich im Final Spanien und Argentinien gegenüber.

Schon 39 – und doch schneller als die Franzosen: Argentiniens Luis Scola. Foto: How Hwee Young (Reuters)

Schon 39 – und doch schneller als die Franzosen: Argentiniens Luis Scola. Foto: How Hwee Young (Reuters)

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An Überraschungen und Turbulenzen fehlt es nicht an der Basketball-WM in China. Da war die 87:97-Niederlage von Serbien im Viertelfinal gegen Argentinien. Die Serben galten als Titelkandidaten, so wie die USA, die aber im Viertelfinal mit 79:89 an Frankreich scheiterten.

Und just die Franzosen, mit den gegen die USA überragenden NBA-Spielern Rudy Gobert (Utah Jazz), Evan Fournier (Orlando Magic) und Nicolas Batum (Charlotte Hornets) verpassten den Einzug in den WM-Final durch die 66:80-Niederlage gegen Argentinien. Für die Südamerikaner war es der siebte Sieg im siebten Spiel.

Die Warnung an Frankreich

Die Franzosen wirkten sowohl körperlich wie mental ausgelaugt. Und es bewahrheitete sich eine Aussage des griechischen Nationalcoachs Panagiotis Giannakis, der die Franzosen in der Sportzeitung «L’Équipe» gewarnt hatte. Die Griechen hatten 2006 im Halbfinal den USA die letzte WM-Niederlage zugefügt. «Danach waren die Batterien leer. Die Spieler waren nicht mehr konzentriert, sie hörten nicht mehr zu, und sie waren nicht mehr kreativ. Dieser Sieg gegen die USA hatte alle unsere Energien erschöpft», sagte Giannakis. Im Final ging Griechenland gegen Spanien unter.

Frankreichs Nicola Batum sagte denn auch: «Wir glaubten, wir seien bereit, aber wir waren es nicht. Die Argentinier waren viel aggressiver als wir. Sie verdienen diesen Sieg.»

Mann des Spiels war Luis Scola. Der 39-jährige Power Forward war in Basketballkreisen für seine wehende Mähne bekannt. Während gut zehn Jahren spielte er mit verschiedenen Teams in der NBA. Und er war in Athen 2004 schon dabei, als die «goldene Generation» der Argentinier um den vierfachen NBA-Champion Manu Ginóbili, Andrés Nocioni, Fabricio Oberto und Walter Hermann Olympiagold gewann. Die meisten Spieler dieser Generation sind in Rente, der 2,06 m grosse Scola nicht.

Nun trägt er seine Haare kurz geschnitten, hat graue Schläfen, aber Energie und Effizienz sind ungebrochen. Gegen Serbien skorte er 20 Punkte (7 von 13 Würfen), gegen Frankreich warf er 28 Punkte und registrierte 13 Rebounds. Bei Argentinien spielt kein Spieler in der NBA. Scola lässt seine Karriere in Chinas Meisterschaft ausklingen. Aber ein halbes Dutzend Spieler sind in der spanischen Primera División engagiert, so auch der treffsichere Spielmacher Facundo Campazzo (Real Madrid).

Doppelte Verlängerung

Die Spanier werden am Sonntag im WM-Final also auf bekannte Gesichter treffen. Sie können sich weiterhin auf ein eingespieltes Team stützen. Auch sie haben den Generationenwechsel gemeistert, nachdem Sergio Rodríguez, Nikola Mirotic und der 39-jährige Pau Gasol sich nicht in Form fühlten und absagten. José Calderón und Juan Carlos Navarro sind zurückgetreten.

Gegen Australien im Halbfinal benötigte Spanien zwei Verlängerungen, um sich in einem spannenden Spiel 95:88 durchzusetzen. Zeitweise führten die Australier mit 11 Punkten Vorsprung (50:39), und fünf Sekunden vor Schluss der normalen Spielzeit vergab Patty Mills (San Antonio Spurs), der insgesamt 32 Punkte warf, beim Stande von 71:71 einen Freiwurf. Es war Paus um 5 Jahre jüngerer Bruder Marc Gasol, (33 Punkte/6 Rebounds), der in der zweiten Verlängerung für den Unterschied sorgte.

Spanien könnte zum zweiten Mal nach 2006 Weltmeister werden und Gasol nach dem NBA-Titel mit Toronto als erst zweiter Spieler beide Titel in einem Jahr gewinnen. Die Franzosen gewannen am Sonntag die Bronzemedaille. Sie schlugen Australien 67:59.

Erstellt: 15.09.2019, 12:05 Uhr

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