Auch noch Olympia in Katar?

Dauerkritik an der Fussball-WM im Kleinstaat in der Wüste hält IOK-Präsident Thomas Bach nicht davon ab, Katar zu hofieren.

Der Herr der Ringe: IOK-Präsident Thomas Bach hielt in Doha Hof.

Der Herr der Ringe: IOK-Präsident Thomas Bach hielt in Doha Hof. Bild: Keystone

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Geht es nach IOK-Präsident Thomas Bach, finden im Wüstenstaat Katar nach der Fussball-WM 2022 in mittelfristiger Zukunft auch Olympische Sommerspiele statt. Dies sagte der Deutsche anlässlich einer Konferenz in der Hauptstadt Doha. «Es liegt an Katar», antwortete er auf eine entsprechende Frage. «Ich kann mir vorstellen, dass Katar eines Tages ein Kandidat für die Ausrichtung der Olympischen Spiele sein wird.»

Das Land am Persischen Golf mit seinen 2,3 Millionen Einwohnern hatte sich für die Spiele 2016 und 2020 beworben, war jeweils aber bereits in der Vorwahl unterlegen gewesen. Derzeit läuft der Bewerbungsprozess für 2024 mit den übrig gebliebenen Kandidaten Paris, Budapest und Los Angeles. Frühestens für 2028 könnte sich Katar wieder bewerben, diese Spiele werden 2021 vergeben.

Der Vergleich mit Donald Trump

Hingegen wird das Land die Fussball-WM 2022 ausrichten, für deren Vergabe der Weltverband Fifa heftige Kritik einstecken musste. Menschenrechtsverletzungen auf den Baustellen der Stadien und weiterer Infrastrukturen sind laut diversen Nichtregierungsorganisationen an der Tagesordnung.

In Doha zog Thomas Bach vor der Vereinigung der Nationalen Olympischen Komitees (Anoc) vor allem auch eine Bilanz der Olympischen Spiele im vergangenen Sommer in Rio. Er nannte den Anlass angesichts der schwierigen politischen Situation und der Rezession in Brasilien «ein Wunder». Auf die vielen leeren Zuschauerplätze in Rio ging er in Doha so wenig ein wie auf die riesigen Finanzierungsprobleme der kommenden Sommerspiele in Tokio.

Kritik hatte der Deutsche dagegen für die Berichterstattung einiger Medien übrig, die sich auf Negativschlagzeilen wie das Zika-Virus, die Sicherheitslage und die Dopingaffäre um die russische Delegation regelrecht gestürzt hätten. Der IOK-Präsident verteidigte die Politik seines Verbandes mit einem Vergleich zur US-Präsidentschaftswahl. «Auch der Sieg von Donald Trump war ein Fallbeispiel für die Unterschiede zwischen veröffentlichter und öffentlicher Meinung, zwischen Wahrnehmung und Realität», sagte Bach. (wie)

Erstellt: 15.11.2016, 17:17 Uhr

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