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Basketball-Legende Bryant gewinnt Oscar

Zuerst belächelt, jetzt geehrt: Kobe Bryant leistet auch fernab der NBA-Courts Aussergewöhnliches.

Fünfmal NBA-Champion. Zweimal wichtigster Spieler der Finals. 18-maliger All-Star und dreifacher Topskorer der Saison. Zweimal Olympiasieger. Kobe Bryant gewann als Basketballer alles, was es zu gewinnen gab. Seine 290 Punkte bei All-Star-Spielen untermauern seinen Status als Legende in seiner Sportart. Einer Sportart, der er ein Gedichtwidmete, als er seinen Rücktritt verkündete. Das war am 29. November 2015 – beim Heimspiel der Los Angeles Lakers gegen die Portland Trail Blazers wurde eine Kopie des Gedichts an alle Matchbesucher im Staples Center verteilt.

Video: Historisch: So wurde Kobe Bryant ein letztes Mal angekündigt

Der Superstar läuft zum letzten Mal in seinem Stadion ein. Video: NBA.com

Etwas mehr als zwei Jahre später, am 18. Dezember 2017, wurde in derselben Arena der auf dem Poem basierende Kurzfilm «Dear Basketball» vorgestellt. Der eigentliche Hauptanlass des Abends war, Bryants ehemalige Trikotnummern 8 und 24 unters Stadiondach zu hieven – die Lakers werden sie zu Ehren der Vereinslegende nicht mehr vergeben. Für viele Fans war es aber vor allem der Film, der sie zu Tränen rührte.

Was damals aber noch keiner ahnte: Dieser Streifen sollte nicht nur Basketball-Fans berühren, sondern von der höchsten Instanz der Hollywood-Gilde geehrt werden. Vergangene Nacht erhielt Bryant, gemeinsam mit dem Disney-Trickfilmzeichner Glen Keane, den Oscar für den besten Kurzfilm.

Bilder: Das war die Oscar-Nacht 2018

Yeah! Frances McDormand aus «Three Billboards Outside Ebbing, Missouri» ist die beste Hauptdarstellerin! Und die beste Rednerin des Abends auch.
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Keystone
Der Mexikaner Guillermo del Toro macht das Rennen um den Regie-Oscar («The Shape of Water»).
Der Mexikaner Guillermo del Toro macht das Rennen um den Regie-Oscar («The Shape of Water»).
Keystone
Mira Sorvino.
Mira Sorvino.
Keystone
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«Es fühlt sich für mich besser an, als eine Meisterschaft zu gewinnen», sagte der sichtlich überwältigte Bryant. Denn der 39-Jährige wurde dafür belächelt, dass er nach seinem Karriereende Autor werden wollte: «Die Leute sagten, ‹das ist süss, du wirst deprimiert sein und zum Basketball zurückkehren›.» Es trieb ihn an, wie es das früher zu Zeiten als Sportler getan hatte. Seinen Ehrgeiz hielt er übrigens in einer weiteren Kurzgeschichte, «Obsession Is Natural» (Besessenheit ist natürlich), fest. Darin schrieb er, wie 1999 eine Blamage gegen den damaligen Superstar Allen Iverson ihn dazu bewegte, noch härter zu trainieren: «Hart arbeiten war nicht genug. Ich musste diesen Mann wie ein Verrückter studieren.»

So dankte Zeichner Keane dem früheren Basketballer bei seiner Rede für das Gedicht «Dear Basketball»: «Es ist eine Inspiration für alle. Es ist eine Botschaft, dass das Unmögliche möglich gemacht werden kann.»

Darauf antwortete Bryant: «Das kann ich nicht beurteilen. Uns Basketballern hat man immer gesagt, wir sollen den Mund halten und dribbeln. Ich bin froh, dass wir ein bisschen mehr als das getan haben.»

Was der ehemalige Shooting Guard aber zweifelsohne geschafft hat: den Hass, der ihm über zwei Jahrzehnte hinweg von gegnerischen Fans entgegenschlug, in globale Anerkennung umzuwandeln. Die Auszeichnung der Academy ist der letzte, eindrucksvolle Beleg dafür.

Video: Die perfekte Werbung zum Abschied

Kobe Bryants Ausrüster zielte auf den Hass ab, den die gegnerischen Fans ihm jahrelang entgegenbrachten. Video: Youtube.

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