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Bestürzung bei GC-Rugby

Am Sonntag feierten die Grasshoppers noch den Einzug in den Playoff-Halbfinal. Jetzt sind sie vom Verband wegen eines Reglementsverstosses davon ausgeschlossen worden.

Kein Scrum mehr bei GC: Das Rugbyteam wurde vom Verband aus dem Playoff ausgeschlossen.
Kein Scrum mehr bei GC: Das Rugbyteam wurde vom Verband aus dem Playoff ausgeschlossen.

Das Mail kam um 0:53 Uhr in der Nacht auf Donnerstag. Und es hat beim GC Rugby Club grosse Bestürzung ausgelöst: Die Zürcher sind vom Halbfinal-Playoff morgen Samstag gegen den Qualifikationssieger Genf PLO ausgeschlossen. «Wir sind frustriert und traurig», sagt ihr Präsident Josh Bjornson.

Ihnen ist zum Verhängnis geworden, dass sie vor drei Wochen gegen Art. 91 Abs. 7 des Verbandsreglementes verstossen haben. Der Artikel besagt, dass ein Spieler am gleichen Tag nicht zwei Spiele beginnen darf. GC bestreitet nicht, dass das bei Sylvain Coutu der Fall war. Coutu spielte nach einer sechsmonatigen Verletzungspause eine Halbzeit mit der 2. Mannschaft. Dann war er wie vorgesehen als Ersatz für den Match des NLA-Teams gegen Stade Lausanne. Kurz vor Anpfiff verletzte sich James Pickering, der Captain, aber schwer. Er stürzte bei der Skateboard-Rampe auf der Allmend-Brunau und zog sich einen dreifachen Schien- und Wadenbeinbruch zu.

GC fragte den Präsidenten von Lausanne, ob er etwas gegen den Einsatz von Coutu habe. Der sagte sinngemäss, er werde nie jemanden daran hindern, Rugby zu spielen. GC informierte den Schiedsrichter, und auch der hatte offenbar keinen Einwand. Coutu begann den Match, GC gewann 62:13 und schaffte sich so die Möglichkeit, mit einem Sieg am letzten Wochenende gegen Cern den vierten und letzten Playoff-Platz zu erkämpfen. GC siegte da in letzter Minute 25:21. Bjornson nennt das eine «Aschenputtel-Geschichte», nachdem seine Mannschaft schlecht in die Saison gestartet war.

Die Disziplinarkommission aber hatte etwas gegen das Glück von GC und wertete den Sieg gegen Stade Lausanne 0:30 forfait. Die Rekurskommission bestätigte das Urteil, trotz aller Erklärungsversuche von GC. Die nötigen Punkte fürs Playoff waren weg. Und die GC-Fangemeinde ist deshalb ausser sich, weil sie das Gefühl hat, dass der Verband den Umstand mit der schweren Verletzung von Pickering ausser acht lässt und so den Sportsgeist mit Füssen tritt. Die Kommentare in den sozialen Netzwerken sind jedenfalls heftig.

Das Reglement ist so abgefasst worden, um einen Spieler vor zu langen Einsatzzeiten zu schützen. Was aber nichts daran ändert, dass GC den Passus 91.7 nicht verletzt hätte, wenn Coutu erst nach einer Minute eingewechselt worden wäre. Am letzten Samstag hat ihn der Verband mit Blick auf die neue Saison abgeändert. Fortan darf ein Spieler am gleichen Tag einfach maximal drei Halbzeiten à 40 Minuten bestreiten. Und was lernt Bjornson aus der Geschichte? «Wir können jetzt nichts mehr ändern. Ausser unseren Ärger als Antrieb in die nächste Meisterschaft zu nehmen, um mit mehr Feuer zu spielen.» (ths.)

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