Zum Hauptinhalt springen

Darum ist Cancellara «der Töff von Ittigen»

Experten halten nichts von der Theorie, dass der Berner bei seinen Classique-Triumphen einen unsichtbaren Elektromotor verwendet hat. Denn Fabian Cancellaras Siege sind sportlich erklärbar.

Wie ist das möglich, dass der Schweizer bei der Flandern-Rundfahrt und bei Paris-Roubaix die Konkurrenz plötzlich so schnell abgehängt hat? Der Laie staunt, die Gegner auch, doch Experten kennen die Gründe für diesen Exploit. Der ehemalige Radprofi Urs Freuler hat die Siege des Berners in diesem Jahr verfolgt. Der Glarner hält grundlegend fest: «Fabian Cancellara ist einfach eine Klasse für sich. Er hat einen ganz spezifischen Körperbau. Und das ist sehr nutzvoll bei den gefürchteten Pavés.» Der Berner ist für einen Radsportler relativ gross (186 cm) und schwer (78 kg) und überaus versiert bei heiklen Unterlagen in Belgien und Frankreich. Der ausgezeichnete Roller und Zeitfahrspezialist kann während einer Etappe einen kraftvollen Zwischenspurt über 1 bis 2 km einlegen. Mit dieser Pace lässt er die anderen Fahrer stehen, wie etwa Rivale Tom Boonen bei den beiden Klassikern 2010.

Freuler erinnert sich an seine Aktivzeit bei diesen Prüfungen, die er selbst geschätzt hat. «Wenn es dir bei diesen beiden Classiques läuft, dann läuft es einfach.» Dazu hat sich Cancellara als schlauer Fahrer einen Namen gemacht, der in entscheidenden Phasen zuschlagen kann. Der 29-jährige Ehemann und Vater sagte einst nach einem Etappensieg in der Tour de Suisse: «Wenn ich gut bin, fahre ich einen Gang höher als der Gegner.» Mit anderen Worten: Cancellaras Überlegenheit hat physische und psychische Gründe, die nun mal die Klasse dieses Fahrers auszeichnen.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.