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Das Jetset-Leben der Luxuspferde

An den Weltreiterspielen in Kentucky stehen die teuersten Pferde des Planeten im Einsatz. Eigens ausgebildete Flugbegleiter, Hightech und spezielle Musik sorgen dafür, dass sich die Vierbeiner von der Anreise bis zur Heimkehr wie Staatsgäste fühlen.

Vierbeiniger Business-Reisender: Ein Luxuspferd auf dem Flughafen.
Vierbeiniger Business-Reisender: Ein Luxuspferd auf dem Flughafen.
Keystone

Wenn Luxuspferde auf Reisen gehen, bleibt nichts dem Zufall überlassen. Den Transport von Europa in die USA und wieder zurück wickelt eine auf diesen besonderen Tourismuszweig spezialisierte Firma mit sorgfältig ausgebildetem Personal ab. Jedes der Charterflugzeuge ist mit 24 Betreuern, in der Mehrheit Pferdepfleger und Tierärzte, besetzt, und sogar die Piloten passen ihre Arbeitsweise an die vierbeinigen Passagiere an. Beim Start führen sie den Steigflug in kleineren Schritten durch, beim Landen wählen sie eine möglichst sanfte Bremsvariante. Bei Ticketpreisen zwischen 12'000 und fast 20'000 Franken darf man schliesslich auch einiges erwarten.

Nüsse und Hafer à discrétion

Gewöhnlich teilen sich drei Pferde einen der 2,94 Meter langen, 2,34 Meter breiten und 2,32 Metern hohen Container. Wer es exklusiver mag, weicht in die tierische Business Class aus und gönnt seinem Pferd ein Zweierabteil mit mehr Beinfreiheit. Ein Vierbeiner, es soll sich bei ihm um den holländischen Dressur-Hengst Totilas handeln, reist sogar First Class - im Einzelabteil mit der Möglichkeit zum Hinliegen. Der Menüplan ist in den drei Klassen jedoch gleich: Es gibt Heu, Nüsse und Hafer à discrétion. Dazu stehen zu Erfrischungszwecken in jedem der rund 50 Pferde fassenden Flugzeuge mehr als 1500 Liter Wasser zur Verfügung.

Die Tiere sind ebenso kostbar wie sensibel. Ein einziger Fehler bei der Anreise kann bereits das Ende aller Medaillenträume sein. «Die Pferde haben feine Sinnesorgane. Sie spüren viel mehr, als mancher glaubt. Die Beziehung zwischen Pferd und Reiter ist fast wie eine Ehe», beschreibt der deutsche Mannschaftstierarzt Jan-Hein Swagemakers gegenüber der «Bild am Sonntag». «Alle Reiter versuchen, dieselben Abläufe, dasselbe Personal und dieselbe Musik im Stall zu haben.»

Hightech-Decken von der Empa

Die Musik ist ein wichtiges Mittel, um den Tieren eine beruhigende Normalität vorzugaukeln. Gewohnte Klänge verbinden die Pferde mit ihrem Zuhause. Während des Transports mit dem Flugzeug müssen sie auf diese Wohltat aber verzichten. An Bord ist es schlicht zu laut. Klimatisierte Stallungen gehören dagegen zum Standard. Hightech-Decken aus der in Dübendorf (ZH) beheimateten Forschungsanstalt Empa verhindern, dass sich die schwitzenden Pferde nach den Wettkämpfen eine Erkältung einfangen.

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