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Der nächste Kampf des Klitschko-Bezwingers

Boxer Anthony Joshua wurde nach dem Triumph zur Berühmtheit – und zog zurück in die Zweizimmerwohnung seiner Mutter. Nun steigt er wieder in den Ring.

Anthony Joshua und Kubrat Pulew, der den Kampf gegen den Engländer kurzfristig absagen musste.
Anthony Joshua und Kubrat Pulew, der den Kampf gegen den Engländer kurzfristig absagen musste.
Keystone

Beinahe ein halbes Jahr ist vergangen, seit Anthony Joshua in der Boxwelt für Aufsehen gesorgt hat. Im ausverkauften Wembley-Stadion schlug er damals Wladimir Klitschko. Wie sich später herausstellte, war dieser Abend im April die Wachablösung im Schwergewichtsboxen. Klitschko trat im August zurück.

Seit seinem spektakulären Triumph hat sich vieles verändert im Leben von Joshua. Er tritt in Talkshows auf, spielt Tennis mit Andy Murray in Wimbledon und ist nun weit über England hinaus bekannt.

Für seinen Sieg gegen Klitschko erhielt der 28-Jährige 19 Millionen Franken. Trotzdem zog er aus seinem Haus aus – und zurück in die Zweizimmerwohnung seiner Mutter.

Video – Klitschko verliert WM-Kampf

Der 41-jährige ehemalige Schwergewichts-Weltmeister Wladimir Klitschko unterlag dem amtierenden IBF-Meister Anthony Joshua. (Video: Reuters)

Arbeitseinteilung im Haushalt

Der Boxer hat ein sehr enges Verhältnis zu seiner Mutter. Die Wohnung hat er ihr 2013 gekauft. In einem Interview mit den englischen Medien erwähnte er, dass er immer noch im Haushalt helfe, und dass sie sich die Arbeiten aufteilen: «Ich kaufe immer noch Milch und Eier und was sie sonst noch braucht. Das Einzige, bei dem sie mir hilft, ist beim Einkaufen von Fleisch- und Fisch, aber ich trage meinen Teil dazu bei, wenn ich zu Hause bin. Zudem kocht meine Mutter ausgezeichnet, sie weiss genau, was ich für meine Regeneration und Kämpfe brauche. Sie hat auch einen grossen Anteil an meinem Erfolg.»

Trotz dem guten Verhältnis: Seine Kämpfe lässt Joshua seine Mutter nicht mit ansehen. Er will nicht, dass sein Ruhm sich negativ auf ihre Beziehung auswirkt.

Gegnerwechsel, zwei Wochen vor dem Kampf

Kämpfen wird Joshua auch diesen Samstag in Cardiff. Noch vor zwei Wochen war dies aber ungewiss: Der geplante Gegner, der Bulgare Kubrat Pulew, musste wegen einer Verletzung an der Schulter kurzfristig absagen. Weil aber Joshuas Promoter Eddie Hearn schon im Voraus parallel auch einen Vertrag mit Carlos Takam unterschrieb, findet der Kampf statt.

Der Gegnerwechsel zwei Wochen vor dem Duell stellt für Joshua eine grössere Herausforderung dar. Auf den Kameruner, der in der Weltrangliste hinter Pulew klassiert ist, konnte sich Joshua weniger gut einstellen, zudem ist er kleiner und unberechenbarer.

Der Gedanke an Deontay Wilder

Joshua geht es zuerst darum, seinen Gürtel gegen Takam zu verteidigen. Gelingt ihm das, werden weitere grosse Kämpfe und viel Geld folgen. «Als ich angefangen habe mit dem Boxen, wollte ich Erfahrungen sammeln. Jetzt will ich kämpfen und Geld verdienen.» Wie sein Promoter verlauten liess, könnte Olympiasieger von 2012 nun noch viel grössere Arenen füllen. Und auch die Übertragungsrechte seiner Kämpfe sind begehrt. Die internationalen Fernsehstationen reissen sich regelrecht um sie.

Vor dem bevorstehenden Kampf blickt Joshua aber auch bereits in die Zukunft und ein mögliches Duell mit WBC-Weltmeister Deontay Wilder. «Ich fokussiere mich auf zwei Dinge. Einerseits, dass der Kampf gegen Takam wie jeder andere ist, andererseits aufs Gewinnen. Ich muss einfach alles für den Sieg tun. Es ist wichtig für mich, aber auch für den ganzen Boxsport, weil viele weitere Kämpfe folgen sollen. Nach dem Kampf schauen wir dann, was ich im nächsten Jahr machen werde. Dennoch freue ich mich schon sehr darauf, es wäre toll, gegen einen grossen, amerikanischen Champion wie Wilder anzutreten. Es spielt keine Rolle, wo der Kampf stattfindet, ob in den USA oder hier, aber Amerika wäre definitiv das Ziel.»

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