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Das sagt Venus Williams zu den schweren Doping-Vorwürfen

Russische Hacker werfen mehreren Sportgrössen Betrug vor. Weshalb die Dokumente brisant sind und was der US-Tennisstar dazu sagt.

Einer der ganz grossen Namen auf der Liste von Fancy Bears: Serena Williams. Doping-Vorwürfe gegen die 22-fache Grand-Slam-Siegerin sind nicht neu.
Einer der ganz grossen Namen auf der Liste von Fancy Bears: Serena Williams. Doping-Vorwürfe gegen die 22-fache Grand-Slam-Siegerin sind nicht neu.
Keystone
Ihre Schwester Venus, ebenfalls an den Pranger gestellt, zeigte sich in einer Mitteilung enttäuscht, dass private Daten publik wurden. 2011 wurde bei ihr das Sjörgen-Syndrom, eine chronisch verlaufende Autoimmunerkrankung, diagnostiziert.
Ihre Schwester Venus, ebenfalls an den Pranger gestellt, zeigte sich in einer Mitteilung enttäuscht, dass private Daten publik wurden. 2011 wurde bei ihr das Sjörgen-Syndrom, eine chronisch verlaufende Autoimmunerkrankung, diagnostiziert.
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Der ehemalige Radprofi Tyler Hamilton schrieb in seinem Buch «The Secret Race» seine Zweifel über die TUEs nieder, insbesondere im Rad-Zirkus: «Teamärzte erfinden irgendwelche Verletzungen: Ein entzündetes Knie, eine wundgescheuerte Stelle. Dann verschreiben sie Kortison oder ähnliche Substanzen.»
Der ehemalige Radprofi Tyler Hamilton schrieb in seinem Buch «The Secret Race» seine Zweifel über die TUEs nieder, insbesondere im Rad-Zirkus: «Teamärzte erfinden irgendwelche Verletzungen: Ein entzündetes Knie, eine wundgescheuerte Stelle. Dann verschreiben sie Kortison oder ähnliche Substanzen.»
Keystone
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Der Cyberangriff der russischen Gruppierung Fancy Bears auf die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) liess zunächst zwei Schlüsse zu. Erstens: Adams, das Meldesystem der Wada, wurde endgültig ad absurdum geführt. Bereits im August wurden die Daten der Whistleblowerin Julija Stepanowa veröffentlicht. Weil sich die russische Kronzeugin über den staatlich gelenkten Dopingskandal in den USA verstecken musste und ihr Aufenthaltsort durch diesen Hack publik wurde, befand sie sich in einer äusserst unangenehmen Situation. Zweitens: Der Versuch, die Sportwelt mit angeblich brisanten Daten aufzurütteln, wurde rasch als Akt der Verzweiflung abgetan. Ganz nach dem Motto: Wenn ihr nur auf uns herumhackt, hacken wir zurück. Schliesslich vertraten die Russen vehement die Meinung, dass alle Welt dope.

Letzteres wurde insbesondere durch die raschen Statements zahlreicher betroffener Athleten befeuert. Beispielsweise die Kunstturnerin und vierfache Rio-Medaillengewinnerin Simone Biles schrieb auf ihrer Facebook-Seite: «Ich habe ADHS und nehme deshalb meine Medizin, seit ich ein Kind bin. Ihr sollt wissen, dass ich an sauberen Sport glaube und immer die Regeln befolgt habe, was ich auch weiterhin machen werde.»

Auch Venus Williams wehrte sich gegen die harten Vorwürfe. In ihrer Mitteilung schrieb sie: «Ich war enttäuscht, zu erfahren, dass private medizinische Daten ohne meine Zustimmung veröffentlicht wurden.» Sie sei eine der härtesten Supporter der Integrität im Spitzensport, weshalb sie allen Richtlinien in Sachen Doping strikt folge. 2011 wurde bei der älteren der Williams-Schwestern das Sjörgen-Syndrom, eine chronisch verlaufende Autoimmunerkrankung, diagnostiziert.

Alles in Ordnung? Nicht zwingend.

Serena Williams, die gemäss den veröffentlichten Daten unter anderem den schmerzlindernden Wirkstoff Hydromorphon und das entzündungshemmende Mittel Methylprednisolon zu sich nahm, sah sich schon 2002 mit Doping-Vorwürfen konfrontiert. Der Dopingfahnder John Mendoza sagte damals auf ihren Körper angesprochen: «Keine Frau erreicht diese Verfassung mit Müsli und Orangensaft.» Das Gerücht, wonach die 22-fache Grand-Slam-Siegerin auf Steroiden sei, hält sich hartnäckig. Für ihre Medikamente hatte aber auch Williams medizinische Ausnahmebewilligungen (TUE), die ebenfalls veröffentlicht wurden.

Alles in Ordnung also? Nicht zwingend. Denn die umstrittenen TUEs rücken wieder in den Fokus. Mehrere Doping-Experten sehen in ihnen eine weiche Stelle im Wada-Reglement und damit eine Einladung zum Betrug. So litten reihenweise Radprofis angeblich unter Asthma und brauchten die entsprechenden Medikamente während der Tour de France, ein Radprofi sagte einer Untersuchungskommission vor einem Jahr, dass 90 Prozent der TUEs zum Dopen genutzt werden.

Ausserdem schrieb der ehemalige US-Radfahrer Tyler Hamilton in seinem Buch «The Secret Race»: «Teamärzte erfinden irgendwelche Verletzungen: ein entzündetes Knie, eine wundgescheuerte Stelle. Dann verschreiben sie Kortison oder ähnliche Substanzen.» Die TUEs erfüllen aber auch sinnvoll ihren Zweck, wie der Fall von Biles beweist. Unter ihrem Post auf Facebook findet sie zahlreichen Zuspruch – dass sie trotz ADHS zu solchen Spitzenleistungen fähig ist, inspiriert ihre Anhänger. Oder Gewichtheber Matthias Steiner, der an Diabetes leidet und sich jeden Tag Insulin spritzen muss. 2008 gewann er in Peking Gold.

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