Das steckt hinter der neuen Kategorie der Sports Awards

Bei der Sportler-Gala wurde neu die Wahl des MVP eingeführt. Dennoch fehlt ein ganz grosser Name unter den Nominierten.

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Sie versuchen es gar nicht mehr erst. Wer in der Kategorie «Sportler des Jahres» nach Mannschaftssportlern sucht, der tut dies bei den Frauen wie auch bei den Männern vergeblich. 66 Jahre ist es her, seit bei den Männern letztmals ein Teamsportler (Fussballer Alfred Bickel) die Wahl gewinnen konnte – bei den Frauen gewannen sogar immer nur Einzelsportlerinnen. Deshalb haben sich die Organisatoren entschieden, eine neue Kategorie einzuführen: Der wertvollste Spieler (MVP).

Mit diesem Preis soll der beste Mannschaftssportler des Jahres prämiert werden. «So möchten wir ihnen eine grössere Plattform geben», erklärt Patrick Schmid, SRG-Vertreter des Wahlausschusses der Sports Awards. In der Hauptkategorie «Sportlerin oder Sportler des Jahres» können somit gemäss neuem Wahlreglement nur noch Einzelkämpfer gewinnen.

Die Wahl des MVP funktioniert so: Das Wahlgremium, bestehend aus Ralph Stöckli von Swiss Olympic, einem Athleten-Vertreter, Sportpress.ch und der SRG, nominiert sechs Sportler, wovon es drei in die Show vom 15. Dezember schaffen. Entschieden hatte sich der Ausschuss für Arsenal-Captain Lia Wälti, Benfica-Torschützenkönig und Nationalstürmer Haris Seferovic, Eishockey-Nationalspielerin Alina Müller, NHL-Star Roman Josi, Unihockey-WM-MVP Pascal Meier und Clint Capela, den drittbesten Skorer und Rebound-König des NBA-Teams Houston Rockets. Durchgesetzt haben sich Capela, Josi und Meier – die Abstimmungsresultate von Fans, Spitzensportlern und Sportjournalisten wurden je zu einem Drittel gewichtet.

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Boykott einer kleinen Journalistengruppe

Für Ärger sorgte dabei die Nicht-Nomination von Andy Schmid. Der 36-Jährige zählt zu den besten Handballern der Welt und war einer der Hauptgründe, weshalb die Schweiz im kommenden Jahr erstmals seit 2006 wieder an einer EM-Endrunde teilnehmen darf. Das war der Vereinigung Basellandschaftlicher Sportjournalisten (VBLSJ) etwas mehr als nur ein Kopfschütteln wert: Die VBLSJ entschied sich, die Sports Awards zu boykottieren. «Dass Andy Schmid selbst bei der neu geschaffenen Kategorie MVP nicht aufgelistet ist, erachtet die VBLSJ schlicht als Skandal und äussert hiermit grösste Zweifel an der Fachkompetenz des Gremiums, welches die entsprechende Vorauswahl getroffen hat», schreibt die Vereinigung in einer Medienmitteilung.

«Wir bedauern, dass dieser Knatsch in der Öffentlichkeit ausgetragen werden muss», findet Patrick Schmid. Natürlich sei der Handballer bei den Debatten um die Nominierten ein grosses Thema gewesen, aber: «In diesem Jahr gibt es nach Meinung des Gremiums Sportlerinnen und Sportler, die es noch mehr verdient haben.» Das sei ein positives Zeichen, findet er: «Das zeigt, wie hoch die Leistungsdichte im Schweizer Sport ist.»


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Die Sendung ist zu hören auf Spotify sowie auf Apple Podcast. Oder direkt hier:

(fas)

Erstellt: 12.12.2019, 16:58 Uhr

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