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Der Tag, an dem Tyson in Holyfields Ohr biss

Heute jährt sich einer der grössten Skandale der Sportgeschichte zum 20. Mal. Ein Rückblick mit vielen bissigen Bildern.

Der Moment der Attacke: In der dritten Runde sind noch zehn Sekunden zu boxen, als Tyson seinen Rivalen Holyfield ins Ohr beisst. (28. Juni 1997)
Der Moment der Attacke: In der dritten Runde sind noch zehn Sekunden zu boxen, als Tyson seinen Rivalen Holyfield ins Ohr beisst. (28. Juni 1997)
Keystone
Schmerz lass nach: Holyfield leidet nach dem Biss. (28. Juni 1997)
Schmerz lass nach: Holyfield leidet nach dem Biss. (28. Juni 1997)
Keystone
Selbst Don King ist sprachlos: Tysons mit allen Wassern gewaschener Manager (r.) ringt nach dem Skandalfight um Fassung.
Selbst Don King ist sprachlos: Tysons mit allen Wassern gewaschener Manager (r.) ringt nach dem Skandalfight um Fassung.
Keystone
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«Mike Tyson could not beat him, so he bit him» – Mike Tyson konnte ihn nicht schlagen, also biss er ihn. Mit diesem Satz begann die «New York Times» am 29. Juni 1997 ihren Bericht über den Kampf des Jahres, bei dem der siegreiche Evander Holyfield in der Nacht zuvor ein Stück seines rechten Ohrs verloren hatte.

Wie kam es dazu? Tyson, im November zuvor im ersten Duell von Holyfield durch technischen K. o. geschlagen, war ausser sich vor Zorn, weil ihm der Gegner per Kopfnuss einen Cut über dem Auge zugefügt hatte und dafür nicht bestraft worden war. Also griff er in den letzten zehn Sekunden der dritten Runde zum unfairsten aller Mittel – und biss seinen Kontrahenten kräftig ins Ohr.

«Er spuckte seinen Mundschutz aus und biss mich ins Ohr. Ich atmete durch, fand meine Fassung wieder, und er biss mich erneut», beschrieb Holyfield seine Leiden. Für den ersten, nicht so festen Biss war Tyson ermahnt worden, der zweite führte zunächst zu einem Punktabzug und nach Beratungen dann zum Abbruch des Fights.

Als Tyson nach Keilereien und Diskussionen unter Buhrufen schliesslich den Ring verliess, warf ein Zuschauer eine Flasche nach ihm. Der erboste Verlierer und zwei Männer aus seinem Gefolge versuchten, auf die Tribüne vorzudringen, der Polizei gelang es aber, sie zurückzuhalten.

Zwölf Jahre lang sprachen Opfer Holyfield und Täter Tyson danach kein Wort. Die Versöhnung folgte im Herbst 2009 in der TV-Show von Oprah Winfrey. Holyfield gestand bei dieser Gelegenheit, er habe alle seine Geschwister gebissen, als er ein kleiner Junge war. Mit mehr Ernst fügte er an, er habe sich wieder mit Tyson getroffen, um zu zeigen, dass Versöhnung im Leben immer möglich sei.

2013 traten die beiden früheren Erzfeinde gemeinsam in einem Werbsport für die Sportartikelkette Footlocker auf: Tyson gibt Holyfield darin das abgebissene Stück Ohr zurück.

Zum 20-Jahr-Jubiläum des Skandals von Las Vegas erklärte der Gebissene im Interview mit der «Welt», Tyson sei damals doch völlig ausser Kontrolle gewesen. Und er scherzte: «Das Stück Ohr suche ich noch heute.»

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