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Dieser Unterhosenskandal erzürnt gar den Premier

Von wegen Gentlemen: Australiens Cricketspieler wurden erwischt, wie sie den Ball manipulierten. Der Aufruhr ist gross.

Die Kameras erwischten die Australiens Cricketspieler beim Betrug. (Video: Tamedia/9 News)

Als Gentlemen's Sport ist Cricket eigentlich bekannt. Doch nun gerät diese vornehme Welt in Aufruhr: Ausgerechnet die australische Cricket-Nationalmannschaft, die Nummer 3 der Welt, wurde des Betrugs überführt. Während der Länderspielserie in Südafrika fingen TV-Kameras ein, wie der 25-jährige Cameron Bancroft den Ball mit einem gelben Pflaster rieb. Mit diesem illegalen «ball tampering» kann erreicht werden, dass der Ball besonders tückisch und für den gegnerischen Schlagmann unerreichbar aufspringt.

Besonders perfid: Als die Australier noch auf dem Feld realisierten, dass sie aufgeflogen waren, steckte Bancroft das Pflaster in seine Unterhose. «Ich bin panisch geworden», erklärte das Talent seine Kurzschlussreaktion.

Erwischt! Nachdem Cameron Bancroft gemerkt hat, dass er erwischt wurde, steckt er das Pflaster in seine Unterhose. Er hatte damit den Ball gerieben – im Cricket ist das verboten.
Erwischt! Nachdem Cameron Bancroft gemerkt hat, dass er erwischt wurde, steckt er das Pflaster in seine Unterhose. Er hatte damit den Ball gerieben – im Cricket ist das verboten.
9 News
Der 25-jährige Cameron Bancroft gilt als aufstrebendes Talent im australischen Cricketsport. Mit der Aktion hat er seinen Namen und Ruf wohl dauerhaft beschädigt.
Der 25-jährige Cameron Bancroft gilt als aufstrebendes Talent im australischen Cricketsport. Mit der Aktion hat er seinen Namen und Ruf wohl dauerhaft beschädigt.
Keystone
Während einer Pressekonferenz in seiner Heimat brach Smith in Tränen aus.
Während einer Pressekonferenz in seiner Heimat brach Smith in Tränen aus.
Keystone
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«Cricket in der Krise», titelte die Nachrichtensendung «9 News» und liess in einer Sondersendung zahlreiche frühere Grössen des Sports zu Wort kommen. «Das geht in diesem Sport nicht, so einfach ist das», sagte der frühere australische Nationalspieler Shane Warne. Auch Premierminister Malcolm Turnbull äusserte sich zum Skandal und zeterte: «Das ist eine schockierende Enttäuschung. Ich erwarte eine deutliche Reaktion von Cricket Australia.» Worauf der Geschäftsführer des angesprochenen Landesverbandes, James Sutherland, beipflichtete: «Ein sehr trauriger Tag für uns alle.»

Der Trainer wusste von nichts

Zum Skandal wuchs sich die ­Affäre aus, weil der Betrug an höchster Stelle orchestriert worden war: beim Spielerrat um Captain Steve Smith. In der Mittagspause sei ihnen die Idee gekommen, sagte Smith während einer eilig einberufenen Medienkonferenz am Sonntag und ergänzte zerknirscht: «Ich bin darauf nicht stolz.» Smith nahm alle Schuld auf sich. «Meine Integrität wird nun zu Recht angezweifelt, ich bereue die Aktion zutiefst», sagte er. Nationaltrainer Darren Lehman habe von nichts gewusst.

Für den letzten Match ab Freitag trat er als Captain zurück, genauso sein Stellvertreter David Warner. Beide wurden danach auch von offizieller Seite aus dem Kader gestrichen. Doch das ist wohl nur eine erste Massnahme – was für eine Strafe die beiden und Bancroft (und den australischen Verband) darüber hinaus erwartet, ist völlig offen. Der internationale Cricketverband behandelt die Weltnummer 3 traditionell pfleglich. Wie aber das Fachportal «ESPN Cricinfo» schreibt, könnte der Skandal das Fass zum Überlaufen bringen: Den involvierten Spielern droht eine lebenslange Sperre.

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