Der verrückte Basketball-Vater schickt zwei Söhne nach Litauen

Drei Milliarden Dollar will LaVar Ball mit seinen Söhnen verdienen. Jetzt nimmt er einen von ihnen von einer Elite-Uni, einen von der Highschool und schickt sie in den Osten.

Müssen nach Litauen: LaMelo und LiAngelo Ball. Die Idee kam von Vater LaVar Ball (v.l.). Bild: AFP

Müssen nach Litauen: LaMelo und LiAngelo Ball. Die Idee kam von Vater LaVar Ball (v.l.). Bild: AFP

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Es sei an dieser Stelle erwähnt, dass noch nicht abschliessend geklärt ist, ob es sich bei dem Basketball-Vater LaVar Ball um ein wahnsinniges Genie oder einen genialen Wahnsinnigen handelt. Sicher ist nur, dass der Mann, der mit seinen Söhnen Lonzo, LaMelo und LiAngelo ein Milliarden-Dollar-Imperium erschaffen möchte, Sätze von erstaunlicher Poesie hervorbringt. Über seine Söhne etwa: «So was wie die Ball-Jungs hat es in den letzten 100 Jahren nicht gegeben. Vor ihnen hat diese Sportart nur Basket geheissen.» Über sich selbst: «Es gibt nur zwei Menschen auf der Welt, die besser sind als ich – und ich bin beide!» Oder, etwas weniger poetisch, über die Wahl seiner Ehefrau für die Erschaffung eines Sportler-Imperiums: «Ich habe eine grosse und hübsche Stute gesucht.»

Ball ist ein Schaumschläger und Selbstvermarkter, und bislang war dagegen kaum etwas einzuwenden. Der älteste Sohn Lonzo spielt bei den Los Angeles Lakers in der Profiliga NBA und gilt dort trotz eher durchschnittlicher Leistungen in seiner ersten Profisaison noch immer als möglicher Spielmacher der Zukunft. Nun allerdings hat Vater Ball etwas getan, das einen dazu verleitet, ihn doch eher den Wahnsinnigen zuzuordnen als den Genies. Er hat dafür gesorgt, dass die beiden jüngeren Söhne auf eine Ausbildung an der Elite-Universität UCLA verzichten und stattdessen ihre Profikarriere beim litauischen Verein Vytautas Prienai beginnen.

«Es geht nicht ums Geld», schreibt LaVar Ball beim Kurznachrichtendienst Twitter. Das verwundert, behauptet Ball doch seit Jahren, dass es letztlich nur ums Geld gehen würde. Er hat erklärt, mit seinen Söhnen mindestens drei Milliarden Dollar verdienen zu wollen. Er hat Angebote von Sportartikel-Herstellern abgelehnt, weil die seiner Meinung nach nicht grosszügig genug gewesen sind, und hat die eigene Marke Big Baller Brand gegründet. Auf die Frage, warum er 495 Dollar für ein Paar Basketballschuhe verlange, sagte er: «Wer sich die Schuhe nicht leisten kann, der ist kein Big Baller.»

Der künftige Klub? Hat nicht den allerbesten Ruf

Es ist verständlich, dass LiAngelo die UCLA noch vor seiner ersten Partie verlassen hat. Er wurde bei einer Reise nach China beim Klauen erwischt, kam ins Gefängnis und wurde danach auf unbestimmte Zeit suspendiert. US-Präsident Donald Trump reklamierte für sich, an der Freilassung beteiligt gewesen zu sein. Das führte zu einer Fehde zwischen Trump und LaVar Ball - was freilich mehr über den Schaumschläger Trump als über den Schaumschläger Ball aussagt. Jedenfalls musste LiAngelo die Uni verlassen, um sich anderswo für die NBA zu empfehlen.

In Litauen werden die beiden Teenager LiAngelo (19 Jahre) und LaMelo (16) auf gestandene Profis treffen, die sich für Big Baller Brand so sehr interessieren wie LaVar Ball für Bescheidenheit. Der Trainer des Klubs im 10 000-Einwohner-Städtchen Prienai spricht kaum Englisch, der Verein ist darüber hinaus in Basketballkreisen bekannt dafür, Gehälter an Akteure verspätet oder gar nicht auszubezahlen. Aber es geht ja angeblich ohnehin nicht ums Geld für die Ball-Brüder, die im Januar ihre erste Partie absolvieren und in den sechs Monaten, die der Vertrag gilt, jeweils kaum mehr als 5000 Dollar verdienen sollen.

Sie wollen eine grosse Karriere machen, die Ball-Brüder, das hat der Vater schon vor der Geburt geplant. Man möchte LaVar Ball einen Satz zurufen, den er versteht, weil er selbst so spricht. Man will ihm sagen: Es gibt nur zwei Vereine auf der Welt, die ungeeigneter sind für den Start einer Profikarriere – und Vytautas Prienai ist beide!

Erstellt: 13.12.2017, 16:16 Uhr

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