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Die Schweizer Radquer-WM bietet von Dreck bis Silber alles

Weit gereiste Fans, kreative Fahrer, emsige Mechaniker und ein rasanter Schweizer: Der erste Tag der Titelkämpfe in Dübendorf in Bildern.

Emil Bischofberger, Urs Jaudas

Stell dir vor, es ist Radquer-WM in der Schweiz – und ein Schweizer fährt vorne mit. Kevin Kuhn lanciert am Samstagmittag die WM von Dübendorf, 25 Jahre nach den letzten Titelkämpfen in der Schweiz, damals in Eschenbach.

9 Uhr am Samstagmorgen, die letzte belgische Fangruppe macht sich von ihrem Nachtlager im Camper auf in Richtung WM-Gelände. Seit 2009 sind sie immer dabei, wenn Radquer-Medaillen verteilt werden.

Nur Schweizer Bier wäre schwierig. Ein Notvorrat an eigenem Jupiler haben die Belgier darum sicherheitshalber mitgebracht.

38 Minuten alleine voraus: Shirin van Anrooij fährt im erstmals ausgetragenen U-19-Rennen der Frauen einen überlegenen Sieg ein.

Ride and Smile: Weltmeisterin Van Anrooij zieht den Reissverschluss hoch und macht dem Slogan des Radweltverbands alle Ehre.

Ob er den zweiten Teil seines Plakates erst nach dem U-19-Rennen ergänzt hat? «FEM (van Empel, Rang 5) IST SCHNELL, ABER SHIRIN (van Anrooij, die Weltmeisterin) IST DIE BESTE.»

Ein stetes Ringen: Wer gewinnt das Duell, der Dreck oder der Pneu?

Tiefes Geläuf: Am Samstag sind die tiefen Furchen, die ein Traktor im Gelände hinterlassen hat, noch die Ausnahme. Und ein Vorgeschmack darauf, wie sich dieses mit dem angekündigten Regen am Sonntag entwickeln könnte.

Jeder nach seinem Geschmack: Steil rauf und runter geht es über die Erdwälle. Fast jeder Fahrer wählt eine andere Variante. Läuft hoch, fährt runter. Fährt hoch und runter. Läuft hoch und runter. Fährt hoch, läuft runter. Schnell sind (fast) alle Varianten.

Kreativität ist alles: Die ganz grossen Radquer-Fans sind leicht auszumachen.

Flaschenhalter sind im Radquer verboten – und damit auch das typische Mitführen von Getränken im Rennen. Im Training wird der Bidon darum ins Trikot gesteckt.

Des Mechanikers treue Helfer I/III: WD40 löst manches Problem.

Des Mechanikers treue Helfer II/III: Mit der elektrischen Handluftpumpe wird der Reifendruck auf die Bar-Kommastelle genau justiert.

Des Mechanikers treue Helfer III/III: Was wäre Radquer ohne Hochdruckreiniger? Eine grosse Versammlung sehr dreckiger Velos.

Mein Transporter, mein Heim: Während die grossen Nationen einen Teamcar haben, begnügen sich Kleinnationen wie die Ungarn mit einem Transporter.

Im Training noch keck: Loris Rouiller wagt bei der Fahrt über eine der grossen Passerellen einen Tailwhip, wie ihn Nino Schurter praktiziert. Kleiner Unterschied: Der achtfache Bikeweltmeister zeigt diesen jeweils auch im Rennen.

Und ganz weit hinten winken die Berge: Die Zuschauer kommen zahlreich an diesem ersten WM-Tag auf dem Flugplatz Dübendorf, verteilen sich aber gut auf dieser riesigen offenen Fläche.

Weltmeister-Kampf: Ehe Ryan Kamp solo zum Titel fährt, muss auch er etliche brenzlige Momente überstehen.

«Super Kevin, super Kevin, hey, hey!» Die Kevin-Kuhn-Fans vom VC Eschenbach tun sich als sehr lautstark hervor.

Kevin Kuhn als Rausschmeisser? Nein, er schubst nicht den Fotografen von der Strecke. Sondern fasst die Abschrankung, um im steilen Aufstieg etwas mehr Halt zu haben.

Zieleinlauf zum Geniessen: Statt dem erhofften Gold wird es Silber für den Zürcher Oberländer. Über das er sich aber schon auf der Zielgerade richtig freut.

Kuhns Reaktion: «Ich bin happy mit dem zweiten Platz. Darauf habe ich eineinhalb Jahre hintrainiert.» Dann fügt er noch an: «Aber klar. Jeder Velofahrer träumt von diesem Trikot …»

Wie tote Fliegen: Keine 50 Minuten dauert das Rennen. Und wenn man die Fahrer sieht, wie sie sich hinter der Linie nach Luft japsend zu Boden fallen lassen: Es ist keine Minute zu lang.

Bestätigtes Stereotyp: Die längste Schlange bildet sich vor der niederländischen Frittenbude.

Einige Stunden Radquer-WM später: Die Benelux-Fans haben das Bierzelt fest im Griff.

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