Dieses Bild sorgt an der Rugby-WM für Aufruhr

Instagram löscht das Foto eines betenden muslimischen Rugbyspielers und stösst auf Unverständnis, bis das soziale Netzwerk den Entscheid erklärt.

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Einander zugewandt stehen sie da, die Augen geschlossen, den Kopf gesenkt und die Handflächen gegen den Himmel gerichtet. Es ist das Ritual zweier neuseeländischer Rugbyspieler vor jeder Partie.

Auch vor dem Aufeinandertreffen an der WM mit Südafrika, ein Duell so faszinierend wie geschichtsträchtig, beteten die muslimischen Teamkollegen Sonny Bill Williams und Ofa Tu'ungafasi. Nach der Partie, die die All Blacks mit 23:13 gewannen, postete Williams das Bild auf Instagram und Twitter – und die Kontroverse nahm ihren Lauf.

Instagram löschte das Bild, was bei Williams auf Unverständnis stiess. Auf Twitter fragte der 34-Jährige, der 2009 zum Islam konvertiert hatte: «Hallo Instagram und alle, die das Bild gemeldet haben. Ich frage mich, wieso es von meiner und Tu'ungafasi' Seite entfernt wurde? Ein Bild, wie jemand Dankbarkeit ausdrückt für das, was er hat, kann doch nicht falsch sein, oder?»

Williams entschuldigt sich öffentlich

Seine Wut und sein Unverständnis riefen ein Echo in der Rugby-Szene hervor, Meinungen wie «Das ist verrückt und gleichbedeutend mit Zensur!» wurden von Fans kundgetan. Erst als ein Sprecher von Instagram erklärte, weshalb das Bild von der Seite genommen wurde, beruhigten sich die Gemüter. Die Entscheidung hatte nämlich nichts mit der Religion der beiden Athleten oder dem Beten an sich zu tun. Viel mehr hatte Williams das Copyright-Recht des Fotografen verletzt, weil er dessen Bild ohne Hinweis auf den Urheber verwendete.

Williams entschuldigte sich öffentlich beim malaysischen Fotografen Faiz Azizan, das Bild wurde wieder zugelassen und die Geschichte nahm ein versöhnliches Ende. Der Neuseeländer, der auch schon professionelle Boxkämpfe absolviert hat, postete das Bild erneut – diesmal mit Verweis.

Er markierte den Fotografen in seinem Beitrag und schrieb dazu: «Asalamualiakum Bruder, bitte vergib mir für das Missverständnis. Mir wurde das Foto bereits ohne deinen Namen geschickt. Hätte ich es vorher gewusst, hätte ich deinen Namen im Post angegeben, da du einen wunderschönen Moment festgehalten hast. Ebenfalls entschuldige ich mich bei Instagram. Ein wenig Geduld hilft schon viel.»

(va)

Erstellt: 25.09.2019, 17:03 Uhr

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