Ein Mann wie eine Büffelherde

Uini Atonio ist ein so gewaltiger Brocken, dass Frankreichs Rugby-Verband für ihn spezielle Trikots anfertigen lassen musste.

146 oder 155 kg? Auf jeden Fall macht es keinen Spass, Uini Atonio im Weg zu stehen.

146 oder 155 kg? Auf jeden Fall macht es keinen Spass, Uini Atonio im Weg zu stehen. Bild: Reuters

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Wie schwer Uini Atonio genau ist, weiss wohl nur er selbst. In den Statistiken wird der 1,97 m grosse Angreifer mal mit 146, mal mit 155 kg geführt. Sicher ist nur: Einen grösseren Brocken als den gebürtigen Neuseeländer, der an der WM für Frankreich im Einsatz steht, gibt es im Spitzenrugby nicht.

Der 24-jährige Atonio ist das, was man salopp als Ein-Mann-Büffelherde bezeichnen könnte. Er verkörpert die schiere Wucht. Wie einst der für seinen gewaltigen Umfang berühmte Bill Cavubati. Der inzwischen 45-Jährige, der 38 Länderspiele für die Fidschi-Inseln absolvierte, brachte es zu seinen Aktivzeiten bei 1,89 m Grösse auf 165 kg.

Als Atonio im vergangenen Jahr sein Debüt für die französische Nationalmannschaft gab, musste der nationale Verband für ihn spezielle Trikots herstellen lassen. Die herkömmlichen und gewiss auch nicht für Leichtgewichte gefertigten Jerseys passten dem Giganten nicht. Generell ist im Rugby in den letzten Jahrzehnten ein deutlicher Trend zu mehr Masse auszumachen. Eine von der BBC in Auftrag gegebene Statistik belegt, dass das Durchschnittsgewicht britischer Rugbyspieler zwischen 1962 und 2012 von 87,5 auf 104 kg stieg. Angreifer sind in der Regel noch einmal 10 kg schwerer als ihre Kollegen.

Während sich viele Fans über spektakuläre Gestalten von Uini Atonios Zuschnitt freuen, fragen Skeptiker, wohin die körperliche Aufrüstung denn noch führen solle. Mehr Gewicht und Wucht, das bedeutet logischwerweise auch mehr und vor allem schwerere Blessuren. In Englands höchster Spieklasse kam es in der vergangenen Saison zu 739 Verletzungen, die eine Verletzungspause nach sich zogen. Diese Pausen dauerten im Schnitt 26 Tage, 2002 waren es noch zehn Tage weniger. Gehirnerschütterungen nahmen von vorletzter auf letzte Saison um 59 Prozent zu.

Besonderes Aufsehen erregte im Frühjahr der Fall des Walisers George North. Er ging während der Six-Nations-Begegnung mit England zweimal k. o. – und spielte trotzdem weiter. Nach dem Schlusspfiff stellten die Ärzte bei ihm eine Gehirnerschütterung fest. (ak)

Erstellt: 19.09.2015, 12:45 Uhr

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