Ein Rätsel namens Tiger Woods

Rückenschmerzen, psychische Probleme, mangelnde Spielpraxis: Wann schafft der Golf-Superstar die Wende?

Seit 2013 ohne Turniersieg: Tiger Woods hat eine lange Leidenszeit hinter sich.

Seit 2013 ohne Turniersieg: Tiger Woods hat eine lange Leidenszeit hinter sich. Bild: Keystone

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Ist es ein Comeback? Oder nur der Versuch eines Comebacks? Der Auftritt von Tiger Woods anlässlich eines von seiner Stiftung organisierten Benefizturniers auf den Bahamas gibt in der Golfszene zu reden. Woods selbst bemüht sich, allzu hohe Erwartungen zu dämpfen. Diesen Sommer noch sagte der Superstar des Golfsports, er wäre schon zufrieden, wenn er gesund und schmerzfrei weiterleben könnte. 2013 hatte er noch fünf Turniere auf der US-PGA-Tour gewonnen, seither trat er aber nur noch neunmal an. Dafür musste er sich vier Rückenoperationen unterziehen. Den letzten Comeback-Versuch unternahm er vor einem Jahr. Im Januar zog er sich wegen neuerlicher Rückenprobleme wieder zurück.

Ende Dezember wird Woods 42 Jahre alt. Die besondere Natur des Golfsports bringt es mit sich, dass die Besten bis etwa zum 50. Lebensjahr auf einem sehr hohen Niveau spielen und Turniere gewinnen können. Fachleute in den USA trauen Woods zu, dass er die wichtigsten Rekorde brechen kann, wenn er ganz gesund wird und zu seinem erfolgreichen Spiel zurückfindet. Den wichtigsten Rekord hält der mittlerweile 77-jährige Jack Nicklaus mit 18 Triumphen an den Majorturnieren. Woods steht seit Juni 2008 bei 14. Die zweitwichtigste Marke hält der 2002 im Alter von 90 Jahren verstorbene Sam Snead mit 82 Turniersiegen auf dem amerikanischen Circuit. Woods steht bei 79 Erfolgen.

Die heute dominierenden Golfer wie Dustin Johnson, Jordan Spieth, Justin Thomas oder Rory McIlroy hoffen alle, dass Woods möglichst bald zurückkehrt – und zwar nicht nur versuchshalber.

Auch der bereits 48-jährige südafrikanische Topgolfer Ernie Els – er war viele Jahre einer von Woods' ersten Rivalen – sehnt die Rückkehr des Amerikaners herbei. «Wichtig ist zuerst einmal, dass er überhaupt wieder spielt. Auf das Resultat wird niemand schauen», sagt Els. «Es ist fast so, wie wenn Jack Nicklaus zurückkehren würde. Nicklaus und Woods sind Legenden. Bei Nicklaus würde der Score niemanden interessieren. Es wäre einfach schon eine Sensation, wenn er wieder spielen würde.»

Els wünscht sich, dass Woods im Frühling in kurzer Folge eine Reihe von Turnieren spielen kann. Erst dann solle man seinen Schwung und seine Ausstrahlung auf dem Platz beurteilen.

Woods' vielen Fans macht Ernie Els klar, dass der Weg zurück zum grossen Erfolg für das Idol beschwerlich werden wird. Es werde für alle viel Geduld brauchen, bis sich Woods auf dem Platz wieder ganz wohl fühle, sagte Els, seinerseits vierfacher Sieger von Majorturnieren.

Stabile Psyche?

Seit dem selbst verschuldeten Ehe- und Sexskandal Ende 2009 machte Woods als Spieler nie mehr einen derart stabilen und psychisch gefestigten Eindruck wie vorher. Beim Comeback wird er beweisen müssen, dass er sich auch vom neusten Skandal nicht zu Boden drücken lässt. Ende Mai dieses Jahres wurde er inhaftiert, weil ihm nach einer Autofahrt die Einnahme zahlreicher Medikamente nachgewiesen worden war. Es wurde ein für den Topsportler unangenehmer und belastender Gerichtsfall daraus. (sda/ak)

Erstellt: 18.11.2017, 09:57 Uhr

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