Wo jagt LeBron James den nächsten Rekord?

Bei den Cleveland Cavaliers schwinden die Chancen auf einen weiteren Titelgewinn für den NBA-Superstar. Er könnte sein Heimteam zum zweiten Mal verlassen.

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Als LeBron James 2010 in einem Fernsehinterview seinen Wechsel von Cleveland zu den Miami Heat bekannt gab, wurde er von einem Tag auf den andern Staatsfeind Nummer 1 in Ohio. Er, der in diesem Staat geboren und aufgewachsen war.

Fans verbrannten sein Trikot, und Dan Gilbert, der Besitzer der Cleveland Cavaliers, schrieb einen Brief, in dem er James als Verräter und Feigling bezeichnete und verkündete, dass die Cavs noch vor ihm eine Meisterschaft gewinnen würden.

Seine Aussage hätte falscher nicht sein können, James gewann in Miami zwei Titel, während das Team aus Ohio ohne «King James» eine Bilanz von 97 Siegen gegenüber 215 Niederlagen aufwies.

Video - Der Wechsel nach Miami

Nach vier Jahren in Miami folgte seine grosse Rückkehr nach Cleveland, um auch für diese Stadt endlich eine Meisterschaft zu gewinnen. Cleveland konnte seit 1964 in keiner der grossen US-Sportarten Basketball, American Football oder Baseball mehr einen Titel holen.

In seiner ersten Saison führte er die Cavs gleich in den Final, sie scheiterten knapp an den Golden State Warriors. 2016 wieder die gleiche Finalpaarung, aber mit dem besseren Ende für James. Er lieferte, was er bei seiner Ankunft versprochen hatte: den lang ersehnten Titel. Die Fans feierten ihren Helden, und die Welt schien in Ordnung für James und Cleveland.

Und nun, wieder eine Saison später, ist alles anders. Vor rund einem Monat verloren die Cavaliers erneut den Final gegen die Warriors, dieses Mal hatten sie gegen das Team aus Kalifornien keine Chance. Kevin Durant, den die Warriors nach der Finalniederlage 2016 geholt hatten, dominierte die Cavs und LeBron James.

Noch immer kein General Manager

Daher galt es in dieser Sommerpause für Cleveland, das Team zu verstärken, um nicht ein weiteres Mal gegen die Warriors zu verlieren. Doch sechs Wochen nach der Finalniederlage und einen Tag vor dem NBA-Draft wurde unerwartet der langjährige General Manager David Griffin entlassen. Die Saisonvorbereitungen gerieten ins Stocken und kamen sogar zum Stillstand.

Während sich die meisten Teams mithilfe von Tauschgeschäften oder vertragslosen Spielern verstärkten, tat Cleveland praktisch nichts, ausser ein paar älteren Spielern einen neuen Vertrag anzubieten. Wie konnten sie auch ohne GM? Die Stelle ist bis heute nicht besetzt.

In den Jahren zuvor hatte LeBron James meist selbst Spieler rekrutiert und versucht, sie nach Cleveland zu locken. Wenn ihm das gelungen war, hatte er dem GM Bescheid gesagt und der Spieler war verpflichtet worden.

In diesem Sommer jedoch tat James nichts dergleichen. Er zeigt sich zunehmend unzufrieden mit seiner Situation und befürchtet, dass es auch nächste Saison nicht zum Titelgewinn reichen wird.

Bleibt er in Cleveland?

Dies führt zu einer äusserst unangenehmen Lage für die Cavaliers, ja für die ganze Stadt Cleveland. Der Vertrag von James läuft 2018 aus, und er macht sich Gedanken um seine Zukunft. Mit seinen drei Titeln jagt der 32-Jährige immer noch Michael Jordans Rekord von sechs NBA-Trophäen und fragt sich, ob seine beste Chance, diesen zu erreichen, noch in Cleveland liegt.

Längst wird spekuliert, ob sich James den Los Angeles Lakers anschliessen wird. Die befinden sich zurzeit im Umbruch und besitzen die finanziellen Mittel, ihm einen hochdotierten Vertrag anzubieten. Sie werden vom ehemaligen Star-Spieler Magic Johnson exzellent geführt. Was man von den Cavaliers nicht behaupten kann.

Erstellt: 21.07.2017, 19:19 Uhr

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