Sensationelle Steingruber begeistert an Heim-EM

Zweites Gold für die Ostschweizerin! An der EM in Bern trumpft Giulia Steingruber gross auf.

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Ohrenbetäubender Lärm in der Postfinance-Arena, und Giulia Steingruber fiel ihrem Trainer Zoltan Jordanov lachend um den Hals. Mit einer traumhaften Kür gewann die 22-jährige St. Gallerin an der EM in Bern nach zwei Bronzemedaillen erstmals Gold am Boden, der Königsdisziplin. Sie verwies Elissa Downie und Catalina Ponor auf die weiteren Medaillenplätze und ist endgültig die Dominatorin des Frauenturnens.

Die 22-jährige Steingruber hatte ihre schwierigste Übung fast fehlerfrei geturnt und nicht nur das Publikum damit begeistert. Auch die Kampfrichter: Mit 15,200 Punkten hätte sie an den Olympischen Spielen 2012 in London die Silbermedaille an diesem Gerät gewonnen. Damit avanciert sie auch für Rio in der Königsdisziplin zu einer Medaillenkandidatin. Es war zum Abschluss der Frauen-Wettkämpfe der Höhepunkt der stimmungsreichen Heim-EM. Knapper, ja geradezu hauchdünn war es am Sprung geworden, ihrem Paradegerät. Doch es reichte auch da: Um nur 0,05 Punkte bezwang Steingruber die junge Britin Elissa Downie. Grund für den engen Ausgang war, dass ihr der zweite Sprung nicht wunschgemäss gelungen war: Sie war beim Jurtschenko mit Doppelschraube etwas gar tief und zudem seitlich gelandet.

Es ist für Steingruber bereits die dritte EM-Goldmedaille an diesem Gerät, die fünfte insgesamt. Entsprechend gross der Jubel, als am zehnten Tag der Heim-EM bei einer Siegerehrung zum ersten Mal der Schweizerpsalm gespielt wurde. Und doch war es nur der Auftakt zu einer Steingruber-Show, die schliesslich am Boden ihren Höhepunkt erreichen sollte.

Wie erwartet chancenlos war sie dagegen am Stufenbarren, auf Siegerin Rebecca Downie (der älteren Schwester von Elissa) fehlen ihr allein 1,1 Punkte an Schwierigkeitsgrad. Die 24-jährige Britin holte Gold vor den Russinnen Daria Spridonowa und Aliya Mustafina.

Käslin verpasste Medaille um 0,033 Punkte

Denkbar knapp verpasste Ilaria Käslin eine Medaille am Schwebebalken. Nach einer traumhaften Übung blieb die 18-jährige Tessinerin mit 0,033 Punkte hinter der Rumänin Catalina Ponor zurück. Entscheidend war schliesslich der Strafabzug von einem Zehntel wegen der Zeitüberschreitung von einer Sekunde.

Trotzdem war Käslin nach dem ersten EM-Gerätefinal ihrer Karriere überglücklich, sie strahlte über das ganze Gesicht. Im Final war sie die drittjüngste Teilnehmerin, und sie hat noch viel Steigerungspotenzial.

Erstellt: 05.06.2016, 11:25 Uhr

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