Zum Hauptinhalt springen

«Es fehlte der Big Shot»

Während der Leichtathletik-Weltmeisterschaft konnten die Schweizer weder eine Medaille gewinnen noch sich für einen Final qualifizieren.

Für Lisa Urech reichte es immerhin für den 9. Platz: Die 100 m Hürden lief sie in 12,86 Sekunden.
Für Lisa Urech reichte es immerhin für den 9. Platz: Die 100 m Hürden lief sie in 12,86 Sekunden.
Keystone
Verpasste in der 4x100-m-Staffel und über 200 m das Finale: Reto Amaru Schenkel (r.).
Verpasste in der 4x100-m-Staffel und über 200 m das Finale: Reto Amaru Schenkel (r.).
Keystone
Mehr erwartet: Irene Pusterla erreichte im Weitsprung nur eine Weite von 6,34 Meter.
Mehr erwartet: Irene Pusterla erreichte im Weitsprung nur eine Weite von 6,34 Meter.
Keystone
1 / 8

Das Schweizer Team hat an den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Daegu das Ziel verpasst. Die Leistungen waren über weite Strecken solid, es fehlte jedoch der Exploit. Mindestens drei Klassierungen in den Top 16, darunter eine Rangierung unter den ersten acht, hatten die Schweizer angestrebt. Ersteres Ziel wurde dank Hürdensprinterin Lisa Urech (9.), der 4x100-m-Staffel der Frauen (14.) und Stabspringerin Nicole Büchler (16.) erreicht. Der erhoffte Finaleinzug blieb den Schweizern allerdings knapp verwehrt – Urech fehlten zwei Hundertstel dazu. «Es fehlte der Big Shot», bilanzierte Peter Haas, der Leistungssportchef von Swiss Athletics. «Ich war guter Dinge, dass wir diesen schaffen würden.» Sie hätten jedoch auch etwas Wettkampfpech gehabt.

Von den drei Anwärtern auf eine Top-8-Platzierung brachte nur Urech die Leistung. Die 22-jährige Emmentalerin bewies, dass sie ein Versprechen für die Zukunft ist. Mit ihrem 9. Rang war sie die drittbeste Europäerin, was für die kontinentalen Titelkämpfe im nächsten Jahr in Helsinki einiges erhoffen lässt. Enttäuschend war das Abschneiden von Weitspringerin Irene Pusterla. In Topform angetreten – eine Woche vor der Qualifikation in Daegu hatte sie in Chiasso ihren Schweizer Rekord um drei Zentimeter auf 6,84 verbessert –, legte die Tessinerin einen Wettkampf zum Vergessen hin. Mit 6,34 m beendete sie die WM auf dem 19. Rang.

«Ihr hatte ich die Finalqualifikation (die ersten zwölf, Anm. der Red.) am ehesten zugetraut», sagte Haas. «Dennoch bin ich sehr, sehr froh, dass sie hier war, dass sie diese Erfahrung gemacht hat.» Im Weitsprung sei eine Qualifikation an einem Grossanlass immer sehr heikel. Detail am Rande: Der Amerikanerin Brittney Reese genügten im Final 6,82 m zur Goldmedaille. Die 4x100-m-Staffel der Männer schliesslich patzte bei der zweiten Stabübergabe und beendete den Vorlauf nicht.

Ein Schweizer Rekord

Neben Urech überstand mit Reto Amaru Schenkel (200 m) nur noch ein Schweizer die erste Runde. Im Halbfinal konnte der 23-jährige Zürcher jedoch nicht mehr zulegen – er beendete die WM auf dem 20. Rang. Über 100 m hatte er die Halbfinals um drei Hundertstel verpasst. Auch den Auftritt von Marc Schneeberger über 200 m (26.) bezeichnete Haas als solid. Den einzigen Schweizer Rekord in Südkorea realisierte Stabspringerin Nicole Büchler, die mit 4,50 ihre Bestmarke egalisierte. Im gleichen Wettbewerb gelang auch Anna Katharina Schmid (17.) mit 4,40 m ein zufriedenstellendes Resultat, umso mehr, als sie sich nicht optimal gefühlt hatte. Haas: «Die Leistung der beiden ging absolut in Ordnung.»

Positiv präsentierte sich zudem die 4x100-m-Staffel der Frauen, die mit 44,04 Sekunden die nationale Bestleistung bloss um 14 Hundertstel verpasste – und dies ohne die beste Schweizer Sprinterin, die verletzte Mujinga Kambundji. Unter den Erwartungen schnitt Marie Polli (35.) über 20 km Gehen ab; der Tessinerin wurden die schwierigen Verhältnisse zum Verhängnis. Hürdensprinter Andreas Kundert liess als 28. nur vier Athleten hinter sich. 200-m-Läufer Alex Wilson (45.) war aufgrund einer Magenverstimmung geschwächt.

Besonders Freude machte Haas die Einstellung des Teams. Als ersten Punkt beim Bilanzierungsgespräch hatte er allerdings die Grösse der Mannschaft hervorgehoben. Mit 17 Athletinnen und Athleten, wovon zehn unter 25 Jahren sind, war die Schweizer Equipe fast doppelt so gross wie zwei Jahre zuvor in Berlin (9). Und sie hätte noch grösser sein können, hatten doch vier Marathonläufer (u. a. Viktor Röthlin) trotz erfüllter Limite auf eine WM-Teilnahme verzichtet. «Das ist grundsätzlich sehr erfreulich», erklärte Haas. In der Tat stimmt dies im Hinblick auf die Heim-Europameisterschaften 2014 in Zürich zuversichtlich.

Sascha Fey Si/ Daegu

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch