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Gold und Bronze – Steingrubers doppelter Coup in Sofia

Die Schweizer Kunstturnerin Giulia Steingruber gewann an der EM in Bulgarien erneut Gold am Sprung und zum ersten Mal eine Medaille am Boden – Bronze. Ihr gelang damit ein weiterer Schritt in Richtung absolute Weltspitze.

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Wieder sprang Giulia Steingruber zu Gold.
Wieder sprang Giulia Steingruber zu Gold.
Keystone

Als erste Schweizer Turnerin überhaupt gelang es Giulia Steingruber an der EM in Sofia, ihren Titel vom Vorjahr zu verteidigen. An ihrem Paradegerät Sprung gewann die 20-Jährige aus Gossau Gold vor der Aserbeidschanerin Anna Pawlowa und der Rumänin Larisa Iordache. Und sie brauchte dafür nicht einmal volles Risiko zu gehen: Ihr genügte es, den Jurtschenko als zweiten Sprung statt mit einer doppelten mit einer einfache Schraube zeigen. Damit hatte sie am Donnerstag schon die Qualifikation gewonnen.

Steingrubers Trainer Zoltan Jordanov hatte schon am Tag zuvor angedeutet, dass er zu einer vorsichtigen Taktik neigen dürfte. Und dass er überzeugt sei, dass es auch so reichen würde. Einmal mehr erhielt der Taktikfuchs aus Budapest recht. Und einmal mehr war seine Turnerin auf den Punkt bereit, Grosses zu vollbringen.

Damit sorgte die St. Gallerin für einen weiteren Superlativ im Schweizer (Frauen-)Kunstturnen. Ihre Vorgängerin Ariella Kaeslin hatte nach EM-Gold 2009 zwei Jahre später nochmals Bronze gewonnen, ehe sie wenige Wochen später zurücktrat. Nicht einmal der ehemalige Spitzen-Pauschenturner Donghua Li hat – nachdem er als gebürtiger Chinese die Schweizer Staatsbürgerschaft erhalten hatte – zwei EM-Titel vorzuweisen. Dafür einen Olympiasieg.

Drei Zehntel fehlten für Doppelgold

Knapp zwei Stunden später setzte Steingruber noch einen drauf und gewann im Bodenfinal die Bronzemedaille. Ihr gelang eine nahezu fehlerfreie Übung, eine Übung, die sie gegenüber dem Vorjahr nochmals erschwert hatte. So war es der logische Schritt, dass sie es nach Platz 6 in Moskau diesmal aufs Podest schaffte. Für ganz nach vorne reichte es aber nicht. Auf die Siegerinnen, die Rumänin Larisa Iordache und die Italienerin Vanessa Ferrari, verlor sie nur drei Zehntel.

Obschon sie nicht golden glänzt, ist die Medaille am Boden mindestens viel wert wie Gold am Sprung: Der Boden ist ein enorm anspruchsvolles Gerät und die Übung gespickt mit zahlreichen Schwierigkeiten der verschiedensten Arten: Salti, Schrauben, Pirouetten, Spreizsprünge und tänzerische Schritte. Steingruber ist es nun als erste Schweizer Turnerin gelungen, an einem anderen Gerät als dem Sprung eine Medaille zu gewinnen. Dass sie eine komplette Allrounderin ist, zahlt sich nun in Sofia in Edelmetall aus.

Der Sturz am Balken

Für ihren dritten Final, den am Schwebebalken, hatte Steingruber allerdings kaum Ambitionen gehegt. Als Achte war sie gerade noch in den Final gekommen und hatte in der Vorbereitung entsprechend den Fokus gelegt – Sprung und Boden genossen Priorität. Und nachdem sie am Tag zuvor im Teamfinal zweimal vom 10-Zentimeter-Balken gestürzt war, widerfuhr ihr dies auch im Gerätefinal im Anschluss an einen gebückten Vorwärtssalto. Ihre 13,200 Punkte brachten so erwartungsgemäss keine Verbesserung gegenüber der Qualifikation. Gold gewann die Russin Maria Charenkowa.

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