«Ich bin ihm unendlich dankbar»

Giulia Steingruber feiert ihre Bronzemedaille in Rio de Janeiro und gibt einen Einblick ins Verhältnis zu ihrem Erfolgstrainer.

«Unsere Zusammenarbeit ist wirklich genial»: Giulia Steingruber über ihren Trainer Zoltan Jordanov. (Video: Sebastian Rieder)

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Der Schock sass ihr tief in den Knochen, die Enttäuschung war ihr ins Gesicht geschrieben. Giulia Steingruber brauchte lange, bis sie die verpatzte Performance am Dienstag im Bodenturnen verdaut hatte. Es war ihr letzter Auftritt an diesen Olympischen Spielen, ein ungenügender Abschluss auf Rang 8. Zwei grobe Fehler hatte den Traum von der zweiten Medaille jäh platzen lassen.

Trotzdem stand die 22-jährige Ostschweizerin Stunden später wieder mit einem Lächeln im Fokus der Öffentlichkeit. Um Punkt 20 Uhr betrat sie mit der Bronzemedaille, die sie am Sonntag am Sprung gewonnen hatte, das House of Switzerland und feiert ihren historischen Erfolg mit ihren Eltern. «Diese Medaille überwiegt in meiner Karriere alles. Es ist ein Traum, der in Erfüllung geht.»

Diesen Traum möglich gemacht hat ihr Trainer Zoltan Jordanov. «Unsere Zusammenarbeit ist wirklich genial. Ich bin sehr froh, habe ich ihn als Trainer. Ich bin ihm unendlich dankbar», schwärmt Steingruber über den Schweizer Nationaltrainer der Kunstturnerinnen, «er hat mich im richtigen Moment motiviert und auch zurückgehalten. Er hat sehr viel Geduld mit mir gehabt.»

Fast ein Vater-Tochter-Verhältnis

Acht Jahre dauert das Engagement zwischen Steingruber und Jordanov, eine Beziehung die nach eigenen Aussagen immer harmonisch verlaufen sei. «Wir haben nie richtig Streit gehabt», betont Jordanov. Er habe immer genau gewusst, wie er mit Giulia umgehen müsse. «Ich habe jeden Tag am Morgen den Ausdruck in ihrem Gesicht gelesen und gewusst, heute können wir hart trainieren oder halt nicht.»

Immer wieder war die Stimmung bei der täglichen Monotonie im Keller, «da wusste ich, dass ich sie nicht forcieren darf.» Das feine Sensorium zwischen dem Trainer und Athletin beruht auf Gegenseitigkeit, man könnte es fast als ein Vater-Tochter-Verhältnis beschreiben, aber soweit würde der 64-jährige Bulgare die Beziehung nicht bezeichnen, «aber Giulia hat meine Vorgaben immer befolgt und ist meinen Weg gegangen.»

Erstellt: 17.08.2016, 03:13 Uhr

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